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Handwerk & Produktion

Maschinen- und Anlagenführer

Maschinen- und Anlagenführer rüsten Produktionsanlagen, bedienen und überwachen sie, beheben Störungen und prüfen die Qualität der Erzeugnisse.

77 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Maschinen- und Anlagenführer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.450 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.850 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €

Grundlage sind die Entgeltatlas-Werte der Bundesagentur und die Einstiegsgruppen der Tarife in Metall und Elektro, Chemie und Ernährungsindustrie. Angegeben ist das Grundentgelt bei Vollzeit, ohne Schicht- und Nachtzuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Maschinen- und Anlagenführer bedienen die Linien, auf denen industriell gefertigt wird. Sie rüsten die Anlage für den nächsten Auftrag um, fahren sie an, überwachen den Lauf, greifen bei Abweichungen ein und entnehmen Proben für die Qualitätskontrolle. Kleinere Störungen beheben sie selbst, größere melden sie an die Instandhaltung und arbeiten dann mit ihr zusammen. Dazu gehören Reinigung, Materialnachschub, Schichtbuch und die Dokumentation von Chargen und Prüfwerten.

Der Beruf hat eine Besonderheit: Die Ausbildung dauert nur zwei Jahre und ist damit kürzer als die meisten industriellen Ausbildungen. Sie ist zugleich anrechenbar, das heißt, sie lässt sich anschließend um eineinhalb Jahre auf einen dreieinhalbjährigen Beruf aufstocken, etwa Industriemechaniker, Verfahrensmechaniker, Maschinen- und Anlagenführer mit Fachrichtungswechsel oder Packmitteltechnologe. Für Bewerber, die schnell in Arbeit kommen wollen oder sich einen längeren Bildungsweg nicht zutrauen, ist das ein realistischer Einstieg mit offenem Anschluss.

Drei-Schicht-Betrieb ist in diesem Beruf der Normalfall, teils mit Wochenend- und Feiertagsschichten, weil die Anlagen durchlaufen. Die Arbeit ist stehend, monoton in Phasen und laut; Taktvorgaben, Hygienevorschriften in der Lebensmittel- und Pharmaproduktion und Schutzausrüstung bestimmen den Ablauf. Im Bestand dieses Portals sind auffällig viele Anzeigen Ausbildungsplätze, mehrere davon mit Start 2027 — die Betriebe planen weit voraus und suchen vor allem Nachwuchs. Die ausschreibenden Werke kommen aus der Glasherstellung, der Druck- und Papierverarbeitung und der Pharmaproduktion, mit Standorten wie Gütersloh, Jena, Wernigerode und Mainz. Wer sich bewirbt, sollte sich die Branche genau ansehen: Sie entscheidet über Tarifwerk, Taktung und die Frage, wie sauber oder wie schmutzig der Arbeitsplatz ist.

Aufgaben

  • Produktionsanlagen für den nächsten Auftrag umrüsten und anfahren
  • Maschinenlauf überwachen und bei Abweichungen nachsteuern
  • Störungen eingrenzen, kleinere selbst beheben, größere an die Instandhaltung übergeben
  • Proben ziehen, Maße und Qualitätsmerkmale prüfen und dokumentieren
  • Material, Werkzeuge und Verpackung bereitstellen und nachfüllen
  • Anlagen reinigen und die vorgeschriebene Wartung durchführen
  • Chargen, Stückzahlen und Ausfallzeiten im Schichtbuch erfassen
  • Anlage geordnet an die nächste Schicht übergeben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder eine vergleichbare Anlernung mit Berufspraxis
  • Technisches Verständnis für Mechanik, Pneumatik und einfache Steuerungen
  • Bereitschaft zu Drei-Schicht-Betrieb einschließlich Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten
  • Körperliche Belastbarkeit für stehende Arbeit, Heben und Lärm
  • Genauigkeit bei Prüf- und Dokumentationsvorgaben
  • In Lebensmittel- und Pharmabetrieben Hygieneschulung und gesundheitliche Eignung

Wo man arbeitet

  • Glas-, Kunststoff- und Metallverarbeitung
  • Druckereien sowie Druckweiter- und Papierverarbeitung
  • Lebensmittel- und Getränkeproduktion
  • Pharma- und Chemieproduktion mit Reinraumbereichen
  • Verpackungs- und Abfüllbetriebe
  • Zulieferwerke der Automobilindustrie

Der Weg in den Beruf

Einstieg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer mit einem von mehreren Schwerpunkten, etwa Metall- und Kunststofftechnik, Druckweiter- und Papierverarbeitung oder Textiltechnik. Formal reicht ein Hauptschulabschluss. Das Besondere ist die Anrechenbarkeit: Wer weitermacht, hängt eineinhalb Jahre an und schließt einen dreieinhalbjährigen Beruf wie Industriemechaniker oder Verfahrensmechaniker ab, wobei die bereits abgelegte Prüfung angerechnet wird. Auch der Quereinstieg über eine angelernte Tätigkeit an der Maschine ist verbreitet, mit späterer Externenprüfung. Danach führen Industriemeister oder Techniker in Schichtführung und Fertigungsplanung.

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