Fluggerätmechaniker
Wartet, prüft und instandsetzt Luftfahrzeuge und deren Bauteile – unter einem der strengsten Zulassungsregime überhaupt.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fluggerätmechaniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.450 € | 3.850 € | 41.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.250 € | 4.800 € | 51.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.600 € | 5.200 € | 6.200 € | 62.400 € |
Tarifbindung ist bei Fluggesellschaften und großen Instandhaltungsbetrieben verbreitet und liegt über dem Durchschnitt der Metallindustrie. Der Sprung entsteht mit der Freigabeberechtigung; Schicht- und Nachtzuschläge sind erheblich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Fluggerätmechaniker arbeitet in einem Umfeld, in dem jede Handlung nachvollziehbar sein muss. Instandhaltungsbetriebe in der Luftfahrt sind genehmigungspflichtig, Arbeiten folgen freigegebenen Unterlagen, Bauteile brauchen Rückverfolgbarkeit, und jede ausgeführte Arbeit wird mit Nachweis dokumentiert. Improvisation, in anderen technischen Berufen eine Stärke, ist hier ein Verstoß.
Die Ausbildung kennt drei Fachrichtungen: Fertigungstechnik, Instandhaltungstechnik und Triebwerkstechnik. Der Alltag unterscheidet sich stark – in der Fertigung Montage von Strukturen und Systemen bei Herstellern und Zulieferern, in der Instandhaltung die Arbeit am Luftfahrzeug nach Prüfprogrammen bis zur schweren Nachprüfung, in der Triebwerkstechnik die Zerlegung, Befundung und Wiedermontage von Triebwerken in der Werkstatt.
Der Karriereweg führt über die Freigabeberechtigung. Wer Arbeiten nicht nur ausführen, sondern freigeben will, braucht eine personenbezogene Lizenz nach europäischem Luftrecht mit Musterberechtigungen für die jeweiligen Luftfahrzeugtypen. Diese Lizenz ist der eigentliche Wertsprung des Berufs und der Grund für die großen Entgeltunterschiede zwischen Mechanikern mit und ohne Freigabe.
Aufgaben
- Luftfahrzeuge nach Prüfprogramm warten und prüfen
- Bauteile und Systeme aus- und einbauen
- Befunde aufnehmen und Instandsetzungen ausführen
- Triebwerke und Komponenten in der Werkstatt überholen
- Arbeiten nach freigegebenen Unterlagen dokumentieren
- Funktionsprüfungen und Einstellarbeiten durchführen
- Werkzeuge und Prüfmittel verwalten und kalibrieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Fluggerätmechaniker
- Sorgfalt und strikte Regeltreue
- Gute Englischkenntnisse für die technische Dokumentation
- Bereitschaft zu Schicht- und Nachtarbeit
- Körperliche Eignung für Arbeiten in engen Räumen und Höhe
- Freigabeberechtigung für weiterführende Aufgaben
Wo man arbeitet
- Luftfahrzeug-Instandhaltungsbetriebe
- Fluggesellschaften mit eigener Technik
- Triebwerkswerkstätten
- Flugzeug- und Zulieferindustrie
- Behörden und Streitkräfte
Der Weg in den Beruf
Dreieinhalbjährige duale Ausbildung mit Wahl einer der drei Fachrichtungen. Darauf folgt für die Instandhaltung die Lizenz nach europäischem Luftrecht, die aus einem theoretischen Modulteil und nachgewiesener Praxiszeit besteht und um Musterberechtigungen für einzelne Luftfahrzeugtypen erweitert wird. Weiterführend gibt es Techniker- und Ingenieurwege bis zur Instandhaltungsleitung im genehmigten Betrieb.
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