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Handwerk & Produktion

Industriemechaniker

Hält Maschinen und Anlagen in Betrieb: fertigt Bauteile nach Zeichnung, montiert Baugruppen, wartet und sucht Störungen.

127 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Industriemechaniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.250 € 3.700 € 39.000 €
Mit Berufserfahrung 3.250 € 3.750 € 4.300 € 45.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €

Grundlage sind die Facharbeiter-Entgeltgruppen der Flächentarife der Metall- und Elektroindustrie sowie die Größenordnungen des Entgeltatlas der Bundesagentur; in tariffreien Betrieben liegen die Werte am unteren Rand, Schichtzuschläge sind nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Industriemechaniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, dreieinhalb Jahre Regeldauer, mit vier Fachrichtungen: Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Feingerätebau und Produktionstechnik. Bemerkenswert an diesem Bestand ist der Anteil der Ausbildungsplätze – zwei von drei Anzeigen suchen Auszubildende, einige mit Beginn erst im Folgejahr. Gesucht wird hier also nicht nur die fertige Fachkraft, sondern der Nachwuchs.

Die Arbeit hängt an der Fachrichtung. In der Instandhaltung geht es um Wartung nach Plan, Inspektion, Störungssuche an laufenden Anlagen und Reparatur unter Zeitdruck, weil die Produktion steht. Im Maschinen- und Anlagenbau werden Bauteile nach technischer Zeichnung gefertigt, Baugruppen montiert, ausgerichtet und in Betrieb genommen. Gemeinsam sind Drehen, Fräsen, Bohren, Feilen, Schweißen und Fügen, das Messen und Prüfen mit Messschieber, Bügelmessschraube und Messuhr, die Arbeit an Hydraulik und Pneumatik sowie das Lesen von Schalt- und Fließbildern. Steuerungstechnik kommt dazu, ohne dass der Beruf zum Elektroniker wird: Wo Arbeiten an elektrischen Anlagen beginnen, ist die Grenze zur Elektrofachkraft festgelegt.

Unangenehm sind die Bedingungen, nicht die Aufgabe. Schichtbetrieb ist verbreitet, in der Instandhaltung dazu Rufbereitschaft und Wochenendeinsätze, weil gewartet wird, wenn die Anlage stillsteht. Es kommen Lärm, Öl, Staub, Arbeit über Kopf und in Zwangshaltung hinzu, bei Montagetätigkeit außerdem Wochen auf auswärtigen Baustellen. Der wirtschaftliche Unterschied zwischen zwei ansonsten gleichen Stellen liegt weniger im Können als in der Tarifbindung des Betriebs: Ein tarifgebundenes Werk der Metall- und Elektroindustrie zahlt für dieselbe Arbeit deutlich mehr als ein tariffreier Zulieferer oder ein Industriedienstleister, und auch die Wochenarbeitszeit und das zusätzliche Urlaubsgeld unterscheiden sich.

Aufgaben

  • Bauteile nach technischer Zeichnung drehen, fräsen, bohren und feilen
  • Baugruppen und Maschinen montieren, ausrichten und in Betrieb nehmen
  • Anlagen nach Wartungsplan inspizieren, schmieren und einstellen
  • Störungen eingrenzen, Ursache bestimmen und Bauteile tauschen
  • Hydraulik- und Pneumatikbaugruppen instand setzen und abdichten
  • Maße mit Messschieber, Bügelmessschraube und Messuhr prüfen und protokollieren
  • Blech- und Rohrverbindungen schweißen, schrauben und sichern
  • Umbauten, Ersatzteile und Rückmeldungen im Wartungssystem erfassen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreieinhalbjährige Ausbildung als Industriemechaniker vor der Industrie- und Handelskammer oder ein vergleichbarer Metallberuf
  • Für die Ausbildung mindestens Hauptschulabschluss, eingestellt wird häufig mit mittlerem Abschluss
  • Lesen technischer Zeichnungen, Stücklisten sowie Schalt- und Fließbilder
  • Bereitschaft zu Wechselschicht, in der Instandhaltung auch zu Rufbereitschaft
  • Körperliche Belastbarkeit: Lärm, Öl, Arbeit über Kopf und in Zwangshaltung
  • Für Montageeinsätze Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft
  • Je nach Betrieb Zusatzscheine: Schweißprüfung, Kranführer, Hubarbeitsbühne

Wo man arbeitet

  • Produktionshallen der Metall-, Glas-, Bau- und Kunststoffindustrie
  • Instandhaltungswerkstätten und Betriebsschlossereien
  • Maschinen- und Anlagenbau, einschließlich Montage beim Kunden
  • Kraftwerke, Chemie- und Verfahrensanlagen im Industrieservice
  • Baustellen bei Aufbau und Revision größerer Anlagen

Der Weg in den Beruf

Der Weg ist die duale Ausbildung: dreieinhalb Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer, mit gestreckter Abschlussprüfung in zwei zeitlich getrennten Teilen. Formal genügt ein Hauptschulabschluss, eingestellt wird häufig mit mittlerem Abschluss; bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich. Danach stehen Weiterbildungen offen: Industriemeister Metall, staatlich geprüfter Techniker für Maschinentechnik, Schweißfachmann oder ein berufsbegleitendes Ingenieurstudium. Die Betriebe in diesem Bestand schreiben ihre Ausbildungsplätze teils über ein Jahr im Voraus aus.

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