Foto- & Videograph
Foto- und Videografen planen, produzieren und bearbeiten Bilder und Filme für Werbung, Unternehmenskommunikation, soziale Medien und private Auftraggeber. Sie arbeiten angestellt in Agenturen und Unternehmen oder, sehr häufig, selbstständig.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Foto- & Videograph verdient
3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 5.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.600 € | 3.100 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.100 € | 3.800 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.900 € | 5.000 € | 46.800 € |
Für die meisten Stellen gilt kein Tarifvertrag, im Fotografenhandwerk sind die regionalen Tarife wenig verbreitet; besser bezahlt wird in Marketingabteilungen größerer Unternehmen und bei Rundfunkanstalten mit eigenen Haustarifen als in kleinen Fotostudios. Bei Selbstständigen hängt das Einkommen von Tagessätzen, Auslastung und Spezialisierung ab und schwankt deutlich stärker als bei Angestellten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Foto- und Videograf?
Foto- und Videografen erstellen Bild- und Filmmaterial im Auftrag. Im Marketing sind das Produktfotos für Onlineshops, Imagefilme, Porträts von Mitarbeitenden, kurze Clips für Instagram oder TikTok, Interviews und Eventdokumentationen. Ein Auftrag beginnt mit einem Briefing: Was soll gezeigt werden, für welchen Kanal, in welchem Format, bis wann. Danach folgen Drehplan oder Shotlist, Locationsuche, Absprachen mit Models oder Protagonisten. Am Set geht es um Licht setzen, Kamera und Ton einrichten, Bildausschnitte wählen und Menschen vor der Kamera anleiten. Ein großer Teil der Arbeit findet danach am Rechner statt: Bilder sichten, retuschieren und farblich anpassen, Videos schneiden, Ton mischen, Untertitel einfügen und Dateien in den passenden Formaten ausliefern. Dazu kommen Datensicherung, Pflege der Ausrüstung und bei Selbstständigen Angebote, Rechnungen und Kundenakquise.
Wie wird man Foto- und Videograf?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fotografen im Handwerk oder zum Mediengestalter Bild und Ton. Ausbildungsplätze sind knapp, und viele Betriebe sind klein. Alternativ gibt es Studiengänge in Fotografie, Film, Kommunikationsdesign oder Medienproduktion an Hochschulen und Kunsthochschulen sowie private Fotoschulen, deren Abschlüsse unterschiedlich anerkannt sind. Da das Fotografenhandwerk zulassungsfrei ist, ist ein formaler Abschluss für die Selbstständigkeit nicht vorgeschrieben. Viele kommen deshalb als Quereinsteiger aus Grafikdesign, Journalismus oder Marketing. Entscheidend für Aufträge ist in der Praxis ein überzeugendes Portfolio.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Aufträgen. Hochzeiten, Messen und Events finden abends und am Wochenende statt, Außendrehs hängen vom Wetter ab. Das Tragen von Kamera, Stativen, Licht und Gimbal über Stunden ist körperlich anstrengend. In der Nachbearbeitung sitzt man dagegen lange am Bildschirm, oft unter Termindruck. Technik und Software entwickeln sich schnell, und Ausrüstung ist teuer, bei Selbstständigen auf eigene Rechnung. Das Einkommen von Freiberuflern schwankt stark, es gibt ruhige Monate und Phasen mit zu vielen Aufträgen. Die Konkurrenz ist groß, auch durch gut ausgestattete Hobbyfotografen und günstige Anbieter. Rechtliche Fragen zu Bildrechten, Datenschutz und Nutzungslizenzen gehören zum Alltag. Hinzu kommt, Kritik an der eigenen Arbeit anzunehmen und Kundenwünsche umzusetzen, die nicht dem eigenen Geschmack entsprechen.
Aussichten
Der Bedarf an Bewegtbild ist durch soziale Medien und Onlinemarketing gewachsen, gleichzeitig sind die Preise unter Druck. Klassische Studiofotografie wie Passbilder verliert an Bedeutung, auch Bildgenerierung durch KI verändert den Markt für Stock- und Produktbilder. Gefragt sind Leute, die Foto und Video kombinieren, Inhalte für verschiedene Plattformen denken und auch Konzept und Schnitt übernehmen. Feste Stellen gibt es vor allem in Agenturen, Unternehmenskommunikation und Medienhäusern als Content Creator oder Inhouse-Videograf. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung, etwa auf Food, Architektur, Industrie oder Drohnenaufnahmen, in Regie und Kamera bei größeren Produktionen, in die Leitung einer Content-Abteilung oder in die Meisterprüfung und Gründung eines eigenen Studios.
Aufgaben
- Aufträge mit Kunden besprechen und Shotlists oder Drehpläne erstellen
- Licht, Kamera und Tontechnik am Set einrichten
- Produkte, Menschen, Räume und Veranstaltungen fotografieren und filmen
- Personen vor der Kamera anleiten und Interviews führen
- Bilder retuschieren und farblich bearbeiten
- Videos schneiden, vertonen und mit Untertiteln versehen
- Material in passenden Formaten für Web, Print und soziale Medien ausliefern
- Ausrüstung warten und Daten archivieren
Voraussetzungen
- Ausbildung als Fotograf oder Mediengestalter Bild und Ton, ein Studium oder ein aussagekräftiges Portfolio
- Sicherer Umgang mit Kameratechnik, Licht und Ton
- Kenntnisse in Bild- und Schnittsoftware wie Lightroom, Photoshop, Premiere Pro oder DaVinci Resolve
- Gestalterisches Gespür und Verständnis für Marketingziele
- Körperliche Belastbarkeit beim Tragen von Ausrüstung und bei langen Drehtagen
- Kommunikationsstärke im Umgang mit Kunden und Menschen vor der Kamera
- Grundwissen zu Bildrechten und Datenschutz, für Drohnenaufnahmen ein EU-Kompetenznachweis
Wo man arbeitet
- Werbe- und Social-Media-Agenturen
- Marketingabteilungen von Unternehmen
- Fotostudios und Fotografenhandwerksbetriebe
- Film- und Videoproduktionsfirmen
- Verlage und Medienhäuser
- Selbstständig als Freiberufler
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Fotografen oder zum Mediengestalter Bild und Ton mit Abschluss vor der Handwerks- oder der Industrie- und Handelskammer. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Fotografie, Film oder Medienproduktion von meist sechs bis sieben Semestern in den Beruf. Quereinstieg ist verbreitet, setzt aber ein starkes Portfolio voraus.
Offene Stellen als Foto- & Videograph
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