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Glasreiniger

Glasreiniger reinigen Fenster, Glasfassaden, Wintergärten und Glasdächer an Wohn-, Büro- und Industriegebäuden, oft in großer Höhe mit Hubarbeitsbühnen, Fassadenbefahranlagen oder Seilzugang.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Glasreiniger verdient

3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.300 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.100 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.100 € 3.400 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €

Maßgeblich ist der Lohntarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk, der für Glas- und Fassadenreinigung eine eigene, höhere Lohngruppe vorsieht und als Branchenmindestlohn gilt; Unterschiede entstehen vor allem durch Vorarbeiter- oder Objektleitungsaufgaben, Seilzugangstechnik und die Zahl der Arbeitsstunden, die in der Branche oft unter Vollzeit liegt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Glasreiniger?

Glasreiniger halten Glasflächen an Gebäuden sauber: Fenster in Wohnhäusern und Arztpraxen, Schaufenster im Einzelhandel, Glasfassaden von Bürotürmen, Lichtkuppeln, Wintergärten und Glasdächer. Dazu gehören auch Rahmen, Fensterbänke, Jalousien und Metallprofile. Gearbeitet wird mit Einwascher, Abzieher, Klinge und Leder, bei großen Flächen zunehmend mit Teleskopstangen und Osmosewasser, das ohne Nachwischen streifenfrei trocknet. In der Höhe kommen Leitern, Hubarbeitsbühnen, fest installierte Fassadenbefahranlagen oder Seilzugangstechnik zum Einsatz. Vor jedem Einsatz werden Absperrungen gesetzt, Sicherungspunkte geprüft und die Ausrüstung kontrolliert. Hinzu kommen Sonderarbeiten wie die Entfernung von Bauschmutz, Farbresten oder Kalk nach Neubauten. Ein Großteil der Arbeit ist Routine in festen Objekten, die wöchentlich, monatlich oder quartalsweise angefahren werden.

Wie wird man Glasreiniger?

Einen eigenen Ausbildungsberuf Glasreiniger gibt es nicht. Der anerkannte Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Gebäudereiniger im Handwerk, in der die Glas- und Fassadenreinigung ein fester Bestandteil ist. Viele Beschäftigte steigen jedoch ohne Ausbildung ein und werden im Betrieb angelernt. Für Arbeiten in der Höhe sind Unterweisungen und Nachweise nötig, etwa für Hubarbeitsbühnen oder persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz. Für Seilzugangstechnik braucht es eine eigene Zertifizierung, zum Beispiel nach FISAT oder IRATA. Ein Führerschein der Klasse B ist in den meisten Betrieben Voraussetzung, weil die Teams mit dem Firmenwagen zu den Objekten fahren. Später sind die Meisterprüfung im Gebäudereiniger-Handwerk oder Weiterbildungen zum Objektleiter möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend und findet überwiegend draußen statt, bei Hitze, Kälte und Wind. Bei Regen, Frost oder Sturm fallen Einsätze aus oder werden verschoben, was im Winter zu weniger Arbeit und im Frühjahr zu dichten Terminplänen führen kann. Wer in der Höhe arbeitet, muss schwindelfrei sein und sich strikt an Sicherungsregeln halten, denn Abstürze gehören zu den schwersten Unfällen der Branche. Arme, Schultern und Rücken werden durch Überkopfarbeit und das Tragen von Leitern und Wasserbehältern stark beansprucht. Die Arbeitszeiten beginnen oft sehr früh, bei Geschäften und Büros auch vor Öffnung oder am Wochenende. Zeitdruck ist verbreitet, weil Aufträge knapp kalkuliert werden. Kundenkontakt gehört dazu, etwa in Privatwohnungen oder laufenden Geschäftsbetrieben, und verlangt Sorgfalt und Zuverlässigkeit.

Aussichten

Glasreinigung wird ständig gebraucht, und der Anteil verglaster Fassaden im Neubau ist hoch. Gebäudereinigungsfirmen suchen regelmäßig Personal, besonders Kräfte mit Führerschein und Erfahrung in der Höhenarbeit. Wer die Seilzugangstechnik beherrscht oder Hubarbeitsbühnen sicher bedient, hat bessere Chancen und wird oft für anspruchsvollere Objekte eingesetzt. Ein typischer Entwicklungsweg führt über die Vorarbeiterrolle zur Objektleitung oder mit Meisterbrief in die Selbstständigkeit. Viele kleine Glasreinigungsbetriebe werden von ehemaligen Angestellten gegründet. Technik wie Reinigungsroboter für Fassaden wird zwar erprobt, ersetzt die Handarbeit an den meisten Gebäuden aber bislang nicht.

Aufgaben

  • Fenster, Schaufenster und Glasfassaden mit Einwascher und Abzieher reinigen
  • Rahmen, Fensterbänke und Profile säubern
  • Große Flächen mit Teleskopstange und Osmosewasser bearbeiten
  • Hubarbeitsbühnen und Fassadenbefahranlagen bedienen
  • Absturzsicherung anlegen und Arbeitsbereiche absperren
  • Bauschmutz, Farbreste und Kalk nach Bauarbeiten entfernen
  • Ausrüstung und Reinigungsmittel prüfen und im Firmenwagen verladen

Voraussetzungen

  • Kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, für die Ausbildung meist Hauptschulabschluss
  • Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
  • Führerschein Klasse B
  • Unterweisung in persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz
  • Für Hubarbeitsbühnen ein Bedienerausweis, für Seilarbeit eine Zertifizierung nach FISAT oder IRATA
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit beim Arbeiten in Kundenobjekten

Wo man arbeitet

  • Gebäudereinigungsunternehmen
  • Spezialisierte Glas- und Fassadenreinigungsbetriebe
  • Facility-Management-Dienstleister
  • Industrieunternehmen mit eigenem Reinigungsdienst
  • Selbstständig im eigenen Kleinbetrieb

Der Weg in den Beruf

Der geregelte Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Gebäudereiniger mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Häufig ist auch der Einstieg ohne Ausbildung mit Einarbeitung im Betrieb, ergänzt um Nachweise für Höhenarbeit wie Bühnenschein oder Seilzugangszertifikat.

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