Handelsfachwirt
Der geprüfte Handelsfachwirt ist eine IHK-Fortbildung für Führungsaufgaben im Handel, kein Ausbildungsberuf, und wird oft als Abiturientenprogramm angeboten.
12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Handelsfachwirt verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.500 € | 3.900 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.100 € | 6.000 € | 61.200 € |
Die Werte gelten nach der IHK-Prüfung und stützen sich auf die Gehaltsgruppen des Einzelhandelstarifs für Fachwirte und Abteilungsleitungen. Während des Abiturientenprogramms wird nur Ausbildungsvergütung gezahlt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der geprüfte Handelsfachwirt ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Aufstiegsfortbildung mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Wer sie besteht, hat einen Abschluss auf demselben Niveau wie ein Bachelor und die Berechtigung, im Handel selbst auszubilden. Verlangt werden vorher entweder eine kaufmännische Ausbildung mit Berufspraxis oder mehrere Jahre einschlägige Tätigkeit. Inhaltlich geht es um Warenwirtschaft und Einkauf, Vertriebssteuerung, Kennzahlen und Kalkulation, Personalführung und Personaleinsatz sowie Handelsmarketing.
Die Anzeigen vermischen zwei Dinge, die man auseinanderhalten muss. Alle zehn Ausschreibungen in diesem Bestand tragen den Titel Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung. Gemeint ist damit das Abiturientenprogramm: ein Paket, das in rund drei Jahren die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel und die Fortbildung zum Handelsfachwirt verbindet, häufig ergänzt um den Ausbilderschein nach der Ausbildereignungsverordnung. Wer sich darauf bewirbt, tritt also nicht als Handelsfachwirt an, sondern beginnt ohne Vorkenntnisse und verlässt das Programm mit zwei bis drei Abschlüssen. Wer dagegen den Titel bereits hat, bewirbt sich auf Führungsstellen und findet diese Ausschreibungen unter anderen Namen, etwa Abteilungs-, Substituten- oder Marktleitung.
Der Alltag während des Programms ist der Alltag der Verkaufsfläche: Warenannahme, Regalpflege, Beratung, Kasse, dazu Samstagsarbeit, Frühbeginn und körperliche Arbeit. Die Fortbildungsblöcke laufen nebenher, im Bestand sind es Standorte im Baumarkt- und Fachhandelsbereich, darunter Landshut, Regensburg, Düsseldorf, Frechen und Speyer. Nach dem Abschluss beginnt die eigentliche Führungsaufgabe: Personaleinsatz planen, Umsatz- und Ertragsziele einer Abteilung verantworten, Inventur und Bestandsführung. Die Programme sind oft mit einer Bindungsfrist verbunden, in der eine vorzeitige Kündigung Fortbildungskosten zurückfordern kann — dieser Punkt gehört vor der Unterschrift gelesen.
Aufgaben
- Personaleinsatz einer Abteilung oder Filiale planen und Mitarbeiter anleiten
- Sortiment und Bestände über die Warenwirtschaft steuern
- Bestellungen auslösen, Lieferanten abstimmen und Reklamationen abwickeln
- Umsatz, Rohertrag, Abschriften und Inventurdifferenzen auswerten
- Verkaufsflächen und Aktionsplatzierungen gestalten und Preise auszeichnen
- Auszubildende betreuen und Prüfungen vorbereiten
- Kunden beraten und Beschwerden abschließend klären
- Während der Fortbildung die Prüfungsblöcke parallel zur Filialarbeit absolvieren
Voraussetzungen
- Für die Fortbildung eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung plus ein Jahr Praxis, ohne Ausbildung mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung
- Für das Abiturientenprogramm Fachhochschulreife oder Abitur, Vorkenntnisse sind nicht nötig
- Bereitschaft, Lernblöcke und Prüfungen neben der Arbeit auf der Verkaufsfläche zu bewältigen
- Bereitschaft zu Samstagsarbeit, Frühbeginn und wechselnden Einsatzzeiten
- Körperliche Belastbarkeit für stehende Arbeit und Warenhandling
- Sicherer Umgang mit Zahlen, Kalkulation und Warenwirtschaftssystemen
- Häufig Umzugs- oder Wechselbereitschaft innerhalb des Filialnetzes
Wo man arbeitet
- Bau- und Fachmärkte
- Lebensmitteleinzelhandel und Verbrauchermärkte
- Textil-, Elektro- und Sportfachhandel
- Großhandel und Zustellgroßhandel
- Zentralen und Regionalbüros von Handelsunternehmen
- Onlinehandel mit eigener Warenwirtschaft und Logistik
Der Weg in den Beruf
Es gibt zwei Wege. Im Abiturientenprogramm schließt man in rund drei Jahren zuerst die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel ab, meist verkürzt, und legt dann die Prüfung zum geprüften Handelsfachwirt vor der IHK ab, oft zusammen mit dem Ausbilderschein; in dieser Zeit wird Ausbildungsvergütung gezahlt. Der zweite Weg ist die berufsbegleitende Fortbildung nach einigen Jahren im Handel, in Abend- oder Blockform über etwa achtzehn bis vierundzwanzig Monate. Trägt man die Kosten selbst, ist das Aufstiegs-BAföG der übliche Finanzierungsweg; es übernimmt einen großen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.
Offene Stellen als Handelsfachwirt
In der Suche fortsetzenHandelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Krefeld-Inrath
Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Speyer
Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Frechen
Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Düsseldorf-Rath
Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Regensburg
Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Landshut
Handelsfachwirt - Ausbildung und Fortbildung (m/w/d) Bremen-Stresemannstr.
Verwandte Berufe
Filialleiter
Filialleiter führen eine Verkaufsstelle im Handel oder Lebensmittelhandwerk, verantworten Personal, Umsatz, Warenbestand und Abläufe.
- Offene Stellen
- 50
- Monatsbrutto
- 3.200 – 5.700 €
Kaufmann im Einzelhandel
Kaufleute im Einzelhandel beraten Kunden, verkaufen Waren und steuern Sortiment, Bestellung, Warenpräsentation und Abrechnung einer Abteilung oder Filiale.
- Offene Stellen
- 59
- Monatsbrutto
- 2.700 – 3.800 €
Marktleiter
Marktleiter verantworten Personal, Sortiment, Inventur und Ergebnis eines Lebensmittelmarkts; der Weg dorthin beginnt meist als Stellvertretung.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 3.100 – 7.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Lücken im Lebenslauf: benennen statt verstecken Eine unerklärte Lücke wirft mehr Fragen auf als eine erklärte. Wie Sie Zeiten ohne Beschäf...
- Tarifvertrag verstehen: Entgeltgruppe, Stufe, und was daraus folgt Ein Tarifverweis in der Anzeige ist die einzige Gehaltsangabe, die Sie vor dem Gespräch na...
- Ausbildungsplatz finden: wie früh man anfangen muss Große Betriebe besetzen ihre Ausbildungsplätze ein Jahr vor dem Start, kleine oft erst ein...