Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Heilerziehungspfleger / Pädagogische Fachkraft

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger begleiten, fördern und pflegen Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Behinderung. Sie verbinden pädagogische Arbeit mit Pflege und unterstützen ein möglichst selbstbestimmtes Leben im Alltag.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Heilerziehungspfleger / Pädagogische Fachkraft verdient

3.750 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 5.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.550 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.750 € 4.150 € 45.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €

Bei kommunalen Trägern gilt der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst, Heilerziehungspfleger sind dort meist in S 8b eingruppiert. Kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie auf ähnlichem Niveau, während private Träger ohne Tarifbindung oft deutlich darunter liegen; Schicht- und Wochenendzulagen kommen hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Heilerziehungspfleger?

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die wegen einer Behinderung Unterstützung brauchen. In einer Wohngruppe beginnt der Tag oft mit Wecken, Hilfe beim Waschen, Anziehen und Frühstück. Danach geht es um Medikamente, Arzttermine, Einkäufe oder Behördengänge. Ein großer Teil der Arbeit ist pädagogisch: Alltagsfähigkeiten üben, etwa Kochen, Busfahren oder den Umgang mit Geld, Freizeitangebote planen, Konflikte in der Gruppe begleiten. Dazu kommen Gespräche mit Angehörigen und gesetzlichen Betreuern sowie die Arbeit im Team mit Therapeuten und Ärzten. Jede Maßnahme wird dokumentiert, Förderpläne werden regelmäßig geschrieben und überprüft. In Werkstätten für behinderte Menschen leiten Fachkräfte Arbeitsgruppen an, in Förderschulen und Kitas begleiten sie Kinder im Unterricht oder in der Gruppe.

Wie wird man Heilerziehungspfleger?

Der übliche Weg ist eine schulische Ausbildung an einer Fachschule für Heilerziehungspflege. Sie dauert je nach Bundesland zwei bis drei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit oder berufsbegleitend entsprechend länger, und endet mit der staatlichen Anerkennung. Vorausgesetzt wird meist ein mittlerer Schulabschluss und zusätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein längeres einschlägiges Praktikum. In vielen Ländern gibt es inzwischen eine praxisintegrierte Form mit Ausbildungsvergütung, bei der klassischen schulischen Variante fällt dagegen oft kein Gehalt an, teilweise kommt Schulgeld hinzu. Quereinsteiger, etwa aus der Pflege oder nach einem Freiwilligendienst, sind häufig und willkommen. Wer einen Bachelor in Heilpädagogik oder Sozialer Arbeit anschließt, kann später in leitende oder beratende Aufgaben wechseln.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich und seelisch fordernd. Menschen müssen gehoben, umgesetzt und gepflegt werden, auch Intimpflege gehört dazu. Manche Bewohnerinnen und Bewohner reagieren mit herausforderndem Verhalten, also auch mit Schreien, Weglaufen oder Aggression, darauf muss ruhig und professionell reagiert werden. In Wohneinrichtungen wird im Schichtdienst gearbeitet, mit Wochenenden, Feiertagen und teils Nachtbereitschaft. Personalmangel ist in vielen Einrichtungen spürbar, Dienste werden kurzfristig getauscht, und die Dokumentation nimmt viel Zeit in Anspruch. Geduld, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, Nähe zuzulassen und trotzdem Abstand zu halten, sind wichtiger als jedes Fachwissen. Wer Erfolge in großen Schritten erwartet, wird enttäuscht, Fortschritte sind oft klein und brauchen Monate.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Kitas mit inklusiven Gruppen und Schulbegleitungen suchen bundesweit Fachkräfte, viele Stellen bleiben lange unbesetzt. Das Bundesteilhabegesetz und der Trend zu ambulant betreutem Wohnen verschieben die Arbeit zunehmend aus großen Heimen in kleinere Wohnformen und in den Sozialraum. Mit Erfahrung sind Aufgaben als Gruppenleitung, Bereichs- oder Einrichtungsleitung möglich. Weiterbildungen etwa in Heilpädagogik, Unterstützter Kommunikation, Autismus oder Praxisanleitung eröffnen Spezialisierungen. Die staatliche Anerkennung wird in vielen Bundesländern auch als pädagogische Fachkraft in Kitas anerkannt, was den Wechsel zwischen Arbeitsfeldern erleichtert.

Aufgaben

  • Menschen mit Behinderung bei Körperpflege, Ankleiden und Mahlzeiten unterstützen
  • Medikamente nach ärztlicher Anordnung stellen und verabreichen
  • Alltagsfähigkeiten wie Kochen, Einkaufen oder Busfahren gezielt üben
  • Förderpläne erstellen, umsetzen und in Teamsitzungen überprüfen
  • Freizeitangebote, Ausflüge und Gruppenaktivitäten planen und begleiten
  • Gespräche mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuern und Therapeuten führen
  • Pflege- und Entwicklungsverläufe dokumentieren
  • in Krisensituationen und bei herausforderndem Verhalten deeskalierend eingreifen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss, meist zusätzlich Berufsausbildung oder einschlägiges Praktikum
  • erweitertes Führungszeugnis
  • körperliche Belastbarkeit, auch für Heben und Pflegetätigkeiten
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Nachtdiensten
  • Geduld, Einfühlungsvermögen und psychische Stabilität
  • Fähigkeit zur sorgfältigen schriftlichen Dokumentation

Wo man arbeitet

  • Wohneinrichtungen und Wohngruppen der Eingliederungshilfe
  • ambulant betreutes Wohnen
  • Werkstätten für behinderte Menschen
  • Förderschulen und inklusive Schulen
  • Kindertagesstätten und heilpädagogische Tagesstätten
  • Tagesförderstätten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine zwei- bis dreijährige Ausbildung an einer Fachschule für Heilerziehungspflege, die mit der staatlichen Anerkennung als Heilerziehungspfleger endet. Je nach Bundesland gibt es eine vergütete praxisintegrierte Variante sowie Teilzeit- und berufsbegleitende Modelle, die entsprechend länger dauern.

Offene Stellen als Heilerziehungspfleger / Pädagogische Fachkraft

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Altenpfleger

Pflegt und begleitet alte Menschen im Heim oder zu Hause – ein Abschluss, der seit der Pflegereform nicht mehr eigenständig begonnen wird.

Offene Stellen
159
Monatsbrutto
3.250 – 4.900 €

Erzieher

Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kita, Hort und Jugendhilfe, fördern ihre Entwicklung und arbeiten eng mit den Eltern zusammen.

Offene Stellen
210
Monatsbrutto
3.200 – 4.900 €

Heilpädagoge

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder Verhaltensauffälligkeit. Sie erheben den Förderbedarf, planen gezielte Förderung und beraten Angehörige und Fachkräfte.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
3.000 – 5.300 €

Sozialassistent

Sozialassistentinnen und Sozialassistenten unterstützen Fachkräfte bei der Betreuung, Pflege und Förderung von Kindern, Menschen mit Behinderung und älteren Menschen. Die schulische Ausbildung ist zugleich ein häufiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Erzieherin oder zum Heilerziehungspfleger.

Offene Stellen
36
Monatsbrutto
2.400 – 3.800 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz