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Gesundheit & Pflege

Hörakustiker

Hörakustiker messen das Hörvermögen, beraten zu Hörsystemen und passen Hörgeräte und Gehörschutz individuell an.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Hörakustiker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.450 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.150 € 3.550 € 37.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.250 € 3.750 € 4.450 € 45.000 €

Einen verbreiteten Flächentarif gibt es nicht; die großen Filialisten zahlen nach eigenen Gehaltssystemen, oft mit Umsatzbeteiligung, inhabergeführte Fachgeschäfte nach individueller Vereinbarung. Die Spanne entsteht durch Region, Berufserfahrung und den Meisterbrief; Provisionen sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Hörakustiker ist ein zulassungspflichtiges Gesundheitshandwerk, dessen Arbeitsplatz meist ein Fachgeschäft ist. Wer schlechter hört, kommt mit einer ohrenärztlichen Verordnung oder aus eigenem Antrieb; der Hörakustiker misst das Gehör mit Ton- und Sprachaudiometrie, bespricht mit dem Kunden, in welchen Situationen er Probleme hat, und schlägt passende Hörsysteme vor. Danach folgt die eigentliche Arbeit: die Anpassung. Moderne Hörgeräte sind kleine Computer mit Richtmikrofonen, Störgeräuschunterdrückung und Bluetooth, und ihre Einstellung über die Anpassungssoftware entscheidet, ob jemand damit im Restaurant ein Gespräch führen kann.

Die Anpassung erstreckt sich über mehrere Termine. Das Gehirn muss sich an das neue Hören gewöhnen, und der Hörakustiker justiert nach, bis Klang und Tragekomfort stimmen. Handwerk ist dabei nach wie vor gefragt: Ohrabdrücke nehmen, Otoplastiken fertigen oder modifizieren, Geräte reinigen und reparieren. Dazu kommen Gehörschutz für Musiker und Industrie, Tinnitus-Versorgung und die Beratung zu Zubehör. Wie beim Augenoptiker gilt die Grenze zur Medizin: Diagnose und Behandlung von Ohrerkrankungen gehören zum HNO-Arzt.

In diesem Bestand stammen alle Anzeigen von einem Filialisten, der Augenoptik und Hörakustik unter einem Dach betreibt, alle in Festanstellung und mehr als die Hälfte ausdrücklich in Teilzeit. Das ist ein bemerkenswert hoher Teilzeitanteil und entspricht einem Beruf, in dem Termine planbar sind und viele Fachgeschäfte an Öffnungszeiten gebunden, aber nicht an Schichten.

Die Nachfrage wächst mit dem Durchschnittsalter der Bevölkerung, und Fachkräfte sind knapp. Gearbeitet wird zu Ladenöffnungszeiten, teils mit Samstagsdienst, bei Filialisten oft mit Umsatzzielen. Der Meisterbrief ist der Weg in die Filialleitung und in die Selbstständigkeit; alternativ führt ein Studium der Hörakustik oder Audiologie in Richtung Industrie, Klinik oder Forschung.

Aufgaben

  • Hörvermögen mit Ton- und Sprachaudiometrie messen
  • Kunden zu Hörsystemen, Zubehör und Kostenübernahme beraten
  • Hörgeräte mit Anpassungssoftware einstellen und in Folgeterminen feinjustieren
  • Ohrabdrücke nehmen und Otoplastiken anfertigen oder anpassen
  • Hörsysteme reinigen, warten und kleinere Reparaturen durchführen
  • Individuellen Gehörschutz für Beruf und Freizeit anpassen
  • Versorgungen mit Krankenkassen abrechnen und dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Hörakustiker
  • Sicherheit in Audiometrie und Anpassungssoftware
  • Geduld und Einfühlungsvermögen, besonders im Umgang mit älteren Menschen
  • Freude an Beratung und Verkauf
  • Handwerkliches Geschick für Otoplastik und Reparaturen
  • Meisterbrief für Filialleitung oder Selbstständigkeit

Wo man arbeitet

  • Hörakustik-Fachgeschäfte
  • Filialen von Optik- und Hörakustikketten
  • HNO-Praxen und Kliniken mit angeschlossener Hörakustik
  • Hersteller von Hörsystemen
  • Pädakustik-Zentren für Kinder

Der Weg in den Beruf

Dreijährige duale Ausbildung im Handwerk mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer; der Berufsschulunterricht findet für ganz Deutschland zentral in Lübeck als Blockunterricht statt. Der Meisterbrief ist Voraussetzung für die Selbstständigkeit und die übliche Voraussetzung für die Filialleitung. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge in Hörakustik und Audiologie, Weiterbildungen in Pädakustik oder Tinnitusberatung werden in der Bezahlung häufig honoriert.

Offene Stellen als Hörakustiker

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