Hygienekontrolleur
Hygienekontrolleure überwachen im Auftrag des Gesundheitsamts die Einhaltung von Hygiene- und Infektionsschutzvorschriften, etwa in Kliniken, Schulen, Schwimmbädern und bei der Trinkwasserversorgung. Je nach Bundesland heißt der Beruf auch Hygieneinspektor oder Gesundheitsaufseher.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hygienekontrolleur verdient
3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 5.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.450 € | 3.700 € | 41.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 3.900 € | 4.200 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.500 € | 5.000 € | 54.000 € |
Bezahlt wird fast immer nach dem TVöD (Kommunen, meist Entgeltgruppe 8 bis 9b) oder dem TV-L, bei Verbeamtung nach der Besoldung des Landes etwa in A8 bis A9. Das Gehalt steigt vor allem mit den Erfahrungsstufen und mit Leitungsaufgaben, Zulagen für Rufbereitschaft kommen hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hygienekontrolleur?
Hygienekontrolleure arbeiten im öffentlichen Gesundheitsdienst, meist beim kommunalen Gesundheitsamt. Sie begehen Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime, Kitas, Schulen, Schwimmbäder, Tattoo- und Kosmetikstudios und prüfen, ob Hygienepläne vorhanden sind und eingehalten werden. Sie entnehmen Wasserproben aus Trinkwasseranlagen, Badebecken und Badeseen, lassen sie im Labor untersuchen und bewerten die Befunde. Wird eine meldepflichtige Infektionskrankheit gemeldet, etwa Salmonellen, Norovirus oder Tuberkulose, ermitteln sie Kontaktpersonen, sprechen Quarantäne oder Tätigkeitsverbote aus und begleiten Ausbrüche in Einrichtungen. Dazu kommen Beschwerden aus der Bevölkerung über Schimmel, Schädlinge oder verwahrloste Wohnungen. Ein großer Teil der Arbeit ist Verwaltung: Begehungsberichte schreiben, Anordnungen und Bescheide vorbereiten, Fristen überwachen, Bußgeldverfahren anstoßen und Einrichtungen beraten.
Wie wird man Hygienekontrolleur?
Eine bundesweit einheitliche Ausbildung gibt es nicht, die Regelungen sind Ländersache. Üblich ist eine zwei- bis dreijährige Ausbildung im Gesundheitsamt mit Lehrgängen an einer Akademie für das öffentliche Gesundheitswesen, abgeschlossen mit einer staatlichen Prüfung. Je nach Land erfolgt sie im Angestelltenverhältnis oder im Vorbereitungsdienst als Beamtin oder Beamter. Voraussetzung ist meist eine abgeschlossene Berufsausbildung, bevorzugt in einem Gesundheitsfachberuf wie Pflege, medizinische Fachangestellte oder MTA, oder in einem technischen Beruf, etwa im Sanitär- oder Laborbereich. Für viele ist der Beruf daher ein Quereinstieg nach einigen Jahren in einem anderen Fach.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit wechselt zwischen Außendienst und Schreibtisch. Bei Begehungen trifft man auf Betreiber, die Kontrollen als Störung empfinden, und muss Mängel dennoch klar benennen und Maßnahmen durchsetzen. Manche Einsätze sind unangenehm, etwa in verwahrlosten Wohnungen, bei Schädlingsbefall oder in Einrichtungen mit Ausbruchsgeschehen. Rechtliche Genauigkeit ist wichtig, denn Anordnungen müssen vor Gericht Bestand haben; das Infektionsschutzgesetz und die Trinkwasserverordnung sind tägliches Werkzeug. Die Arbeitszeiten sind überwiegend geregelt, in vielen Ämtern gibt es aber Rufbereitschaft am Wochenende. In Krisenlagen wie der Corona-Pandemie steigt die Belastung stark, mit Überstunden und hohem Druck. Viele Gesundheitsämter sind dünn besetzt, was die Zahl der Begehungen pro Person erhöht und Routinekontrollen oft hinten anstellt.
Aussichten
Der öffentliche Gesundheitsdienst sucht seit Jahren Personal, und viele Beschäftigte gehen in den kommenden Jahren in Rente. Stellen werden regelmäßig ausgeschrieben, auch mit bezahlter Ausbildung. Die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst sind sicher, die Bezahlung ist solide, aber nicht hoch. Weiterentwicklung ist möglich über die Leitung eines Sachgebiets Hygiene oder Infektionsschutz, über Spezialisierungen wie Trinkwasser- oder Krankenhaushygiene oder über eine Weiterbildung zur Hygienefachkraft im Krankenhaus. Wer studieren möchte, findet in Studiengängen zu Gesundheitswissenschaften oder Public Health einen Weg in Planungs- und Leitungsaufgaben.
Aufgaben
- Hygienebegehungen in Kliniken, Praxen, Heimen, Schulen und Kitas durchführen
- Trinkwasser- und Badewasserproben entnehmen und Befunde bewerten
- Kontaktpersonen bei meldepflichtigen Infektionen ermitteln
- Quarantäne, Tätigkeitsverbote und Auflagen vorbereiten und überwachen
- Beschwerden über Schimmel, Schädlinge oder Wohnungsverwahrlosung nachgehen
- Berichte, Bescheide und Stellungnahmen verfassen
- Betreiber von Einrichtungen zu Hygieneplänen beraten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Berufsausbildung, bevorzugt in einem Gesundheitsfach- oder technischen Beruf
- Staatliche Prüfung nach Landesrecht als Hygienekontrolleur oder Hygieneinspektor
- Führerschein Klasse B für den Außendienst
- Durchsetzungsvermögen und sicheres Auftreten gegenüber Betreibern
- Sorgfältiger Umgang mit Rechtsvorschriften und Verwaltungsverfahren
- Belastbarkeit bei unangenehmen Einsätzen und in Ausbruchslagen
Wo man arbeitet
- Kommunale Gesundheitsämter
- Landesgesundheitsämter und Landesbehörden
- Gesundheitsdienste der Bundeswehr
- Hygieneinstitute und Untersuchungsämter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine zwei- bis dreijährige Ausbildung im Gesundheitsamt mit Lehrgängen an einer Akademie für das öffentliche Gesundheitswesen, die mit einer staatlichen Prüfung endet. Voraussetzung ist meist eine abgeschlossene Berufsausbildung, häufig in einem Gesundheits- oder technischen Beruf. Die genauen Regelungen und die Berufsbezeichnung unterscheiden sich je nach Bundesland.
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- Offene Stellen
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