Hygienefachkraft
Hygienefachkräfte überwachen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen die Infektionsprävention, schulen das Personal und erfassen Krankenhausinfektionen.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hygienefachkraft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.650 € | 3.950 € | 4.300 € | 47.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.050 € | 4.400 € | 4.800 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 4.950 € | 5.500 € | 59.400 € |
Orientiert an den Entgeltgruppen P10 bis P12 des TVöD-P, in denen Hygienefachkräfte mit abgeschlossener Fachweiterbildung je nach Aufgabenzuschnitt liegen, und an den vergleichbaren AVR-Gruppen kirchlicher Träger; leitende Hygienefachkräfte liegen darüber. Private Klinikträger haben eigene Haustarife.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Die Hygienefachkraft ist in einem Krankenhaus die Fachperson für Infektionsprävention im Alltag. Sie begeht Stationen, Funktionsbereiche und OP-Säle, prüft, ob Händedesinfektion, Aufbereitung von Medizinprodukten, Umgang mit Kathetern und Wunden sowie Reinigung und Wäsche den Hygieneplänen entsprechen, und erklärt, wo es hakt. Sie erfasst Krankenhausinfektionen und multiresistente Erreger in Surveillance-Systemen, erkennt gehäufte Fälle und organisiert gemeinsam mit dem Krankenhaushygieniker die Reaktion auf einen Ausbruch, von der Isolierung bis zur Information des Gesundheitsamts.
Die Stelle ist gesetzlich verankert. Das Infektionsschutzgesetz und die Hygieneverordnungen der Länder verlangen, dass Krankenhäuser und bestimmte andere Einrichtungen Hygienefachkräfte in ausreichender Zahl beschäftigen, und die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene beim Robert Koch-Institut geben Richtwerte je nach Risikoprofil der Klinik. Die Hygienefachkraft arbeitet deshalb nicht als Kontrolleurin von außen, sondern als Teil des Hygieneteams mit Krankenhaushygieniker, hygienebeauftragten Ärzten und den hygienebeauftragten Pflegekräften auf den Stationen, die sie anleitet.
In diesem Bestand kommen die Anzeigen von Krankenhäusern unterschiedlicher Träger, kommunal, kirchlich und privat, darunter eine Stelle als leitende Hygienefachkraft. Ein Teil ist in Teilzeit ausgeschrieben, was in diesem Beruf verbreitet ist, weil kleinere Häuser rechnerisch keine volle Stelle brauchen. Anders als in der Pflege auf Station arbeitet die Hygienefachkraft überwiegend im Tagdienst ohne Nacht- und Wochenendschichten, von Ausbruchssituationen abgesehen.
Der Zugang ist klar geregelt: eine abgeschlossene Pflegeausbildung, Berufserfahrung und die staatlich anerkannte Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft. Wer die Rolle gut ausfüllt, braucht neben Fachwissen in Mikrobiologie und Hygiene vor allem die Fähigkeit, Kollegen zu überzeugen statt zu belehren. Aufstiegsmöglichkeiten sind die Leitung eines Hygieneteams in einem Klinikverbund, beratende Tätigkeiten bei Gesundheitsämtern oder in der Industrie und die Lehre an Weiterbildungsstätten.
Aufgaben
- Stationen und Funktionsbereiche begehen und Hygienemaßnahmen überprüfen
- Hygienepläne erstellen und an aktuelle Empfehlungen anpassen
- Krankenhausinfektionen und multiresistente Erreger erfassen und auswerten
- Ausbrüche erkennen und Maßnahmen mit dem Hygieneteam koordinieren
- Mitarbeiter schulen und hygienebeauftragte Pflegekräfte anleiten
- Bei Bauvorhaben, Beschaffung und Aufbereitung hygienisch beraten
- Mit Gesundheitsamt und Krankenhaushygieniker zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, Krankenpflege oder einem vergleichbaren Gesundheitsfachberuf
- Staatlich anerkannte Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft oder die Bereitschaft, sie zu absolvieren
- Mehrjährige Berufserfahrung in der Patientenversorgung
- Kenntnisse in Mikrobiologie, Infektionsprävention und den Empfehlungen der KRINKO
- Überzeugungskraft und Freude an Schulung und Beratung
- Sicherer Umgang mit Surveillance-Systemen und Tabellen
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser und Klinikverbünde
- Rehabilitationskliniken
- Pflegeeinrichtungen und Pflegeverbünde
- Ambulante Operationszentren und Dialysezentren
- Gesundheitsämter
- Beratungsunternehmen für Krankenhaushygiene
Der Weg in den Beruf
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Pflegeausbildung, heute meist als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, und in der Regel mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung. Darauf folgt die Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft nach Landesrecht, die berufsbegleitend etwa zwei Jahre dauert, mit theoretischen Blöcken und Praktika in Krankenhaushygiene, Mikrobiologie und Gesundheitsamt. Viele Häuser finanzieren die Weiterbildung und stellen dafür schon vorher ein.
Offene Stellen als Hygienefachkraft
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