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Handwerk & Produktion

Isolierfacharbeiter / Industrie-Isolierer

Industrie-Isolierer dämmen Rohrleitungen, Behälter und Kessel gegen Wärme, Kälte, Schall und Feuer, in Kraftwerken, Chemieanlagen und Werften.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Isolierfacharbeiter / Industrie-Isolierer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.750 € 3.050 € 3.400 € 36.600 €
Mit Berufserfahrung 3.150 € 3.500 € 3.900 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.650 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €

Hochgerechnet aus den Tarifstundenlöhnen des Isoliergewerbes und des Bundesrahmentarifvertrags Bau auf 173 Monatsstunden bei 40 Wochenstunden. Auslöse, Montage- und Schichtzuschläge sind nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Industrie-Isolierer dämmen technische Anlagen: Rohrleitungen, Behälter, Kessel, Turbinen, Armaturen und Kanäle. Vier Zwecke stehen dahinter. Die Wärmedämmung hält Prozesswärme im System und senkt den Energieverbrauch. Die Kältedämmung verhindert, dass Leitungen sich aufwärmen und Tauwasser ansetzen; hier entscheidet die Dampfbremse über Erfolg oder Korrosion unter der Dämmung. Der Schallschutz kapselt laufende Maschinen ein. Der Brandschutz hält Schotts und Bauteile im Feuer eine festgelegte Zeit dicht. Gearbeitet wird mit Mineralwolle, Schaumglas, Kalziumsilikat und Schäumen; darüber kommt ein Blechmantel, der zugeschnitten, abgekantet, gesickt und verschlossen wird. Diese Blecharbeit ist der Teil, den man von außen sieht.

Der Arbeitsplatz ist die Anlage, nicht die Werkstatt. Das bedeutet Gerüst, Leiter und Hubsteiger, Arbeiten in der Höhe und in engen Schächten, Hitze an heißen Leitungen, Lärm und Staub. Schutzausrüstung und Absturzsicherung sind keine Zugabe, sondern Voraussetzung, und die Betreiber verlangen vor jedem Einsatz eigene Sicherheitsunterweisungen. Ein großer Teil der Arbeit fällt in Stillstände: Wird eine Raffinerie oder ein Kraftwerk für wenige Wochen abgestellt, muss die alte Dämmung herunter, die Anlage geprüft und alles neu isoliert werden, in Schichten, oft am Wochenende, mit festem Endtermin. Dazwischen laufen Montageeinsätze, für die man von Montag bis Freitag auswärts übernachtet.

Der Bestand dieses Portals zeigt den Beruf ungewöhnlich deutlich, weil hier fast ausschließlich Montagedienstleister für die Industrie ausschreiben. Die Stellen sind nach Regionen gebündelt, von Bremen, Vechta, Osnabrück und Ostfriesland über Zeven und Magdeburg bis zu Einsätzen, die offen als deutschlandweit gekennzeichnet sind. Wer sich bewirbt, sollte die Reisetätigkeit als Kern des Berufs verstehen und nicht als Ausnahme.

Aufgaben

  • Dämmstärken und Blechzuschnitte nach Isometrie und eigenem Aufmaß bestimmen
  • Mineralwolle, Schaumglas und Kalziumsilikat an Rohrleitungen und Behältern anbringen
  • Blechmäntel zuschneiden, abkanten, sicken und wetterdicht verschließen
  • Kaltleitungen mit Dampfbremse gegen Tauwasser und Korrosion abdichten
  • Brandschutzschotts setzen und Schallschutzkapseln an Maschinen aufbauen
  • Bei Stillständen alte Dämmung abbauen, trennen und entsorgen
  • Gerüste besteigen und mit Absturzsicherung in Höhe und Enge arbeiten
  • Aufmaß dokumentieren und die Abnahme mit dem Anlagenbetreiber vorbereiten

Voraussetzungen

  • Dreijährige Ausbildung zum Industrie-Isolierer, aufbauend auf dem zweijährigen Isolierfacharbeiter
  • Körperliche Belastbarkeit: Hitze, Zwangshaltungen, Materialtransport über Gerüste
  • Schwindelfreiheit und arbeitsmedizinische Tauglichkeit für Absturzsicherung
  • Bereitschaft zu Montageeinsätzen mit Übernachtung, häufig wochenweise
  • Bereitschaft zu Stillstandsarbeit in Schichten, auch am Wochenende
  • Führerschein Klasse B, oft mit Anhänger
  • Sicherheitsunterweisungen der Betreiber, je nach Anlage auch Atemschutztauglichkeit

Wo man arbeitet

  • Kraftwerke und Fernwärmeanlagen
  • Chemieparks, Raffinerien und Pharmaanlagen
  • Werften und Schiffbau
  • Papier-, Zement- und Stahlwerke
  • Lebensmittelbetriebe und Anlagen der Kältetechnik
  • Baustellen im Anlagen- und Rohrleitungsbau

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg führt über die duale Ausbildung zum Industrie-Isolierer, drei Jahre, in Betrieben des Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisoliergewerbes. Nach zwei Jahren lässt sich der Abschluss als Isolierfacharbeiter erwerben, das dritte Jahr baut darauf auf. Der Quereinstieg ist verbreitet: Viele fangen als angelernte Kraft an und werden im Betrieb qualifiziert, ergänzt um Sicherheitsunterweisungen, Höhentauglichkeit und Gerüstschein. Aufbauend gibt es den Vorarbeiter und Werkpolier, die Meisterprüfung im Isoliererhandwerk sowie den Weg in Aufmaß, Kalkulation oder Bauleitung.

Offene Stellen als Isolierfacharbeiter / Industrie-Isolierer

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