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Bildung & Soziales

Jugendreferent

Jugendreferentinnen und Jugendreferenten organisieren und begleiten die Kinder- und Jugendarbeit von Kirchengemeinden, Verbänden oder Kommunen. Sie planen Gruppenangebote, Freizeiten und Projekte und schulen ehrenamtliche Mitarbeitende.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Jugendreferent verdient

4.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 5.400 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.550 € 3.900 € 42.600 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.000 € 4.500 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 4.700 € 5.400 € 56.400 €

Kommunale Stellen werden nach TVöD Sozial- und Erziehungsdienst bezahlt, meist S 11b oder S 12, kirchliche nach vergleichbaren Regelungen wie TV-L-Anwendungen, KAVO oder AVR Diakonie bzw. AVR Caritas. Kleinere freie Träger und Verbände zahlen oft unter Tarif, und weil viele Stellen nur in Teilzeit ausgeschrieben sind, liegt das tatsächliche Einkommen häufig deutlich unter den Vollzeitwerten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Jugendreferent?

Jugendreferentinnen und Jugendreferenten sind hauptamtlich für die Jugendarbeit eines Trägers zuständig, meist einer evangelischen oder katholischen Kirchengemeinde, eines Jugendverbands wie des CVJM oder einer Kommune. Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Planung und Organisation: Gruppenstunden und offene Treffs vorbereiten, Sommerfreizeiten und Konfirmandenfahrten organisieren, Unterkünfte buchen, Budgets kalkulieren und Zuschüsse beantragen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Arbeit mit Ehrenamtlichen. Jugendreferenten gewinnen junge Leute für die Mitarbeit, bilden sie in Juleica-Kursen aus, begleiten Teams und halten die Fäden zusammen. Dazu kommen direkte Kontakte mit Jugendlichen: Gespräche bei persönlichen Problemen, Andachten oder Workshops, Projekte zu Themen wie Medien, Prävention oder Beteiligung. Bei kommunalen Stellen gehören auch Gremienarbeit, Jugendhilfeplanung und Netzwerkarbeit mit Schulen und Vereinen dazu. Öffentlichkeitsarbeit über Social Media, Gemeindebrief und Website fällt fast überall an.

Wie wird man Jugendreferent?

Der Titel ist nicht geschützt, eine einheitliche Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Bachelorstudium der Sozialen Arbeit, Sozialpädagogik, Religions- oder Gemeindepädagogik an einer Hochschule, meist sieben Semester mit Praxisanteil. Kirchliche Träger verlangen häufig eine religionspädagogische Qualifikation oder einen Abschluss einer kirchlichen Hochschule oder eines Ausbildungsinstituts wie der CVJM-Hochschule, teilweise auch die Zugehörigkeit zur Kirche. Einige Landeskirchen bieten eigene Ausbildungen zum Diakon oder Gemeindepädagogen an. Quereinsteiger mit Erzieherausbildung und viel Erfahrung in der Jugendarbeit finden vereinzelt Stellen, vor allem bei kleineren Trägern, oft verbunden mit der Pflicht zur berufsbegleitenden Weiterbildung. Ehrenamtliche Vorerfahrung, etwa als Gruppenleiterin oder auf Freizeiten, ist bei Bewerbungen fast immer ein Vorteil.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Jugendlichen, nicht nach dem Büro. Abende, Wochenenden und Ferienzeiten sind regulär belegt, Freizeiten bedeuten Tage oder Wochen mit Verantwortung rund um die Uhr. Freizeitausgleich ist geregelt, lässt sich aber nicht immer zeitnah nehmen. Viele Stellen sind Teilzeit oder befristet und hängen an Projektmitteln oder Haushaltsentscheidungen von Gemeinde und Kirche. Häufig arbeiten Jugendreferenten allein oder in kleinen Teams und müssen sich selbst strukturieren. Schwierig ist oft der Spagat zwischen den Erwartungen von Kirchenvorstand oder Verwaltung, Eltern und Jugendlichen. Gleichzeitig wird viel Verwaltungsarbeit verlangt, von Abrechnungen über Schutzkonzepte bis zu Datenschutzfragen. Belastend können Gespräche über Krisen, Gewalt oder psychische Probleme sein, bei denen Jugendreferenten die Grenzen ihrer Rolle kennen und an Beratungsstellen weitervermitteln müssen.

Aussichten

Fachkräfte für Soziale Arbeit werden bundesweit gesucht, auch in der Jugendarbeit sind viele Stellen schwer zu besetzen. Gleichzeitig schrumpfen die Kirchen und streichen oder bündeln Stellen, sodass kirchliche Jugendreferate zunehmend für mehrere Gemeinden oder einen ganzen Kirchenbezirk zuständig sind. Kommunale Jugendarbeit und Schulsozialarbeit bieten stabilere Perspektiven. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Jugendwerks, zum Bezirks- oder Kreisjugendreferenten, in die Bildungsreferate von Landeskirchen und Verbänden oder mit einem Masterabschluss in Leitungs- und Planungsaufgaben der Jugendhilfe. Mit Zusatzqualifikationen in Erlebnispädagogik, Beratung oder Medienpädagogik lassen sich Schwerpunkte setzen.

Aufgaben

  • Gruppenstunden, offene Treffs und Projekte planen und durchführen
  • Freizeiten und Fahrten organisieren, kalkulieren und leiten
  • Ehrenamtliche gewinnen, in Juleica-Kursen schulen und begleiten
  • Gespräche mit Jugendlichen in persönlichen Krisen führen
  • Fördermittel und Zuschüsse beantragen und abrechnen
  • Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt umsetzen
  • Mit Schulen, Vereinen, Jugendamt und Gemeindegremien zusammenarbeiten
  • Angebote über Social Media, Website und Gemeindebrief bekannt machen

Voraussetzungen

  • Studium der Sozialen Arbeit, Sozial-, Religions- oder Gemeindepädagogik oder vergleichbare Qualifikation
  • Bei kirchlichen Trägern meist Kirchenzugehörigkeit und religionspädagogische Kenntnisse
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Führerschein Klasse B, oft für Kleinbusse auf Freizeiten nötig
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Ferienarbeit
  • Organisationstalent und Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten
  • Erfahrung in der Jugendarbeit, etwa als Ehrenamtliche oder Gruppenleiter

Wo man arbeitet

  • Evangelische und katholische Kirchengemeinden und Kirchenbezirke
  • Jugendverbände wie CVJM, BDKJ oder Pfadfinderverbände
  • Kommunale Jugendpflege und Kreisjugendämter
  • Jugendhäuser und Jugendzentren
  • Bildungs- und Freizeitstätten freier Träger

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein siebensemestriges Bachelorstudium der Sozialen Arbeit, Religions- oder Gemeindepädagogik mit staatlicher Anerkennung. Kirchliche Träger setzen teilweise eine eigene Ausbildung zum Diakon oder Gemeindepädagogen voraus, die je nach Landeskirche drei bis vier Jahre dauert. Quereinsteiger mit Erzieherausbildung werden manchmal eingestellt, wenn sie sich berufsbegleitend weiterqualifizieren.

Offene Stellen als Jugendreferent

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