Kalkulator
Ermittelt vor der Auftragsvergabe die Kosten eines Bauprojekts oder Produkts, erstellt Angebote und vergleicht nach Abschluss Plan und Ist.
12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kalkulator verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.500 € | 3.900 € | 4.400 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.300 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 5.600 € | 6.500 € | 67.200 € |
Im Bauhauptgewerbe gelten die Gehaltstabellen des Tarifvertrags für Angestellte und Poliere im Baugewerbe; Techniker und Ingenieure in der Kalkulation liegen dort in den oberen Gehaltsgruppen, große Baukonzerne zahlen oft außertariflich. Ausbaugewerbe und Anlagenbau haben eigene Tarife oder sind tariffrei, Dienstwagen und Boni sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Kalkulator entscheidet mit, ob ein Unternehmen einen Auftrag bekommt und ob es daran verdient. Im Bau, wo die meisten Kalkulatoren arbeiten, beginnt alles mit einem Leistungsverzeichnis: Hunderte Positionen, von der Baustelleneinrichtung über Beton und Bewehrung bis zur Fassade. Für jede Position schätzt der Kalkulator Lohnstunden, Material, Geräte und Nachunternehmerleistungen, fragt Preise bei Lieferanten und Subunternehmern an und rechnet Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn ein. Am Ende steht ein Angebotspreis, der im Wettbewerb bestehen muss und trotzdem nicht unter die Kosten fallen darf.
Die Arbeit verlangt technisches Verständnis und kaufmännische Disziplin zugleich. Wer einen Bauablauf nicht vor Augen hat, unterschätzt Aufwandswerte; wer Verträge und Vergaberegeln nicht kennt, übersieht Risiken in den Bedingungen. Die Kalkulation läuft heute in spezialisierter Software mit Anbindung an Mengenermittlung und digitale Bauwerksmodelle, die Arbeit am eigentlichen Preis bleibt aber Urteilssache. Nach Auftragserteilung begleitet der Kalkulator oft die Arbeitskalkulation, bewertet Nachträge und vergleicht nach Abschluss Soll und Ist, damit die nächsten Angebote besser werden.
In diesem Bestand kommen die Anzeigen aus dem Hoch- und Schlüsselfertigbau, dem Brandschutz und dem Anlagenbau, von großen Baukonzernen ebenso wie von mittelständischen Fachfirmen; die meisten bieten eine feste Anstellung, einzelne auch Teilzeit, und einige sind ausdrücklich für erfahrene Senior-Kalkulatoren ausgeschrieben. Das Spektrum zeigt, dass der Titel über den Bau hinaus verbreitet ist: Auch im Maschinen- und Metallbau kalkulieren Fachleute Herstell- und Angebotspreise, dort meist näher an Fertigung und Arbeitsvorbereitung.
Gerade weil die Aufgabe Erfahrung verlangt, suchen viele Unternehmen seit Jahren vergeblich. Der typische Kalkulator kommt aus einem technischen Beruf oder Studium und hat einige Jahre auf der Baustelle oder in der Bauleitung hinter sich. Von der Kalkulation aus führen Wege in die Leitung der Kalkulationsabteilung, ins Vertrags- und Nachtragsmanagement oder in die Niederlassungsleitung.
Aufgaben
- Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse prüfen und bewerten
- Mengen ermitteln und Aufwandswerte für Lohn, Material und Geräte ansetzen
- Preise bei Lieferanten und Nachunternehmern anfragen und vergleichen
- Angebote kalkulieren und mit der Geschäftsleitung abstimmen
- Vertragsbedingungen und Risiken in Ausschreibungen erkennen
- Arbeitskalkulation und Nachträge während der Ausführung bewerten
- Nachkalkulation erstellen und Kennwerte für künftige Angebote pflegen
Voraussetzungen
- Studium im Bauingenieurwesen oder staatlich geprüfter Techniker oder Meister
- Erfahrung in Bauausführung, Bauleitung oder Arbeitsvorbereitung
- Sicherer Umgang mit Kalkulations- und AVA-Software
- Kenntnisse der VOB und des Vergaberechts
- Zahlenverständnis und sorgfältige Arbeitsweise
- Entscheidungsfähigkeit unter Termindruck bei Abgabefristen
Wo man arbeitet
- Bauunternehmen im Hoch-, Tief- und Schlüsselfertigbau
- Ausbau- und Brandschutzfachbetriebe
- Unternehmen der technischen Gebäudeausrüstung
- Maschinen-, Anlagen- und Metallbau
- Ingenieur- und Projektsteuerungsbüros
Der Weg in den Beruf
Die meisten Kalkulatoren haben ein Studium im Bauingenieurwesen oder Wirtschaftsingenieurwesen Bau oder sind staatlich geprüfte Bautechniker oder Meister nach einer Ausbildung im Bauhandwerk. Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht; das Kalkulieren wird im Betrieb gelernt, häufig nach einigen Jahren in Bauleitung oder Arbeitsvorbereitung, und durch Lehrgänge der Bauverbände und Softwarehersteller ergänzt.
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