Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen
Kaufleute im Gesundheitswesen erledigen die kaufmännische und verwaltende Arbeit in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Praxen. Sie nehmen Patientinnen und Patienten auf, rechnen Leistungen ab, kaufen ein und verwalten Personal und Verträge.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen verdient
3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 5.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.200 € | 5.200 € | 50.400 € |
Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgeber ab: Kommunale Kliniken zahlen nach TVöD (Besonderer Teil Krankenhäuser), Unikliniken nach TV-L, kirchliche Häuser nach AVR Caritas oder Diakonie, Krankenkassen nach eigenen Tarifverträgen wie dem TV AOK, die oft über dem Kliniknivau liegen. Private Klinikketten haben Haustarife, kleinere Pflegeeinrichtungen und Praxen zahlen häufig ohne Tarif und deutlich weniger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kaufmann oder eine Kauffrau im Gesundheitswesen?
Der Beruf verbindet Büroarbeit mit den Regeln des Gesundheitssystems. In einem Krankenhaus nehmen Kaufleute Patientinnen und Patienten auf, erfassen Versichertendaten, prüfen Kostenübernahmen und legen Fälle im Krankenhausinformationssystem an. Ein großer Teil der Arbeit ist die Abrechnung: Behandlungen werden nach Fallpauschalen, Pflegesätzen oder Gebührenordnungen an Krankenkassen, Pflegekassen oder Selbstzahler abgerechnet. Dazu kommen Rückfragen der Kassen und Prüfungen durch den Medizinischen Dienst, bei denen Unterlagen zusammengestellt und Fristen eingehalten werden müssen. Je nach Abteilung bestellen Kaufleute Verbrauchsmaterial und Medizinprodukte, vergleichen Angebote, pflegen Lieferantendaten, bearbeiten Personalakten, Dienstplandaten und Arbeitsverträge oder arbeiten im Controlling und Qualitätsmanagement mit. Bei Krankenkassen beraten sie Versicherte, bearbeiten Anträge auf Leistungen und prüfen Rechnungen von Leistungserbringern. In Pflegeheimen sind sie oft für Heimverträge, Bewohnerabrechnung und Kontakt zu Angehörigen und Sozialämtern zuständig.
Wie wird man Kaufmann oder Kauffrau im Gesundheitswesen?
Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von drei Jahren, die mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule, Inhalte sind unter anderem Rechnungswesen, Sozialversicherungsrecht, Leistungsabrechnung, Personalwirtschaft und Gesundheitsmarketing. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Ausbildung häufig auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzen. Quereinstieg ist möglich, etwa für Medizinische Fachangestellte oder Pflegekräfte, die in die Verwaltung wechseln; sie arbeiten sich dann in Abrechnung und Verwaltung ein oder legen die Prüfung als Externe ab.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast ausschließlich am Bildschirm statt und verlangt Genauigkeit. Fehler in der Abrechnung kosten den Arbeitgeber Geld, und Kassen kürzen Rechnungen bei kleinsten formalen Mängeln. Gesetze, Abrechnungsregeln und Kataloge ändern sich häufig, wer im Beruf bleibt, muss sich laufend einarbeiten. In der Patientenaufnahme, vor allem an Notaufnahmen, trifft man auf kranke, verängstigte oder gereizte Menschen, und dort gibt es teils Früh-, Spät- und Wochenenddienste. Zum Monats- und Quartalsende sowie bei Budgetverhandlungen steigt der Zeitdruck. Wer lieber direkt mit Patienten arbeiten möchte, ist in diesem Beruf falsch: Der Kontakt ist meist kurz und organisatorisch. Datenschutz und Schweigepflicht gelten auch für die Verwaltung.
Aussichten
Kaufleute im Gesundheitswesen werden in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und bei Kassen dauerhaft gebraucht, die Nachfrage ist stabil. Gleichzeitig verändert sich das Arbeitsfeld: Die Digitalisierung automatisiert einfache Erfassungsarbeit, und die Krankenhausreform führt zu Zusammenlegungen und Schließungen kleinerer Häuser. Gefragt sind deshalb vor allem Fachkräfte, die sich in Abrechnung, Medizincontrolling oder Prozessen gut auskennen. Weiterbildungen führen zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen, zum Betriebswirt oder zur Kodierfachkraft, ein berufsbegleitendes Studium im Gesundheitsmanagement öffnet den Weg in Abteilungs- und Verwaltungsleitungen.
Aufgaben
- Patientinnen und Patienten aufnehmen und Versichertendaten erfassen
- Krankenhaus- und Pflegeleistungen mit Kranken- und Pflegekassen abrechnen
- Anfragen der Kassen und Prüfungen des Medizinischen Dienstes bearbeiten
- Medizinprodukte und Verbrauchsmaterial bestellen und Angebote vergleichen
- Personalakten, Verträge und Dienstplandaten verwalten
- Zahlen für Controlling und Budgetverhandlungen aufbereiten
- Versicherte bei Krankenkassen zu Leistungen beraten und Anträge prüfen
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Abitur, rechtlich nicht vorgeschrieben, aber üblich
- Sicherer Umgang mit Zahlen und Tabellenkalkulation
- Sorgfalt und Ausdauer bei Routinearbeit am Bildschirm
- Gutes schriftliches und mündliches Deutsch
- Freundlicher und ruhiger Umgang mit Patienten, Angehörigen und Kassen
- Bereitschaft, sich laufend in neue Gesetze und Abrechnungsregeln einzuarbeiten
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser und Universitätskliniken
- Rehabilitationskliniken
- Pflegeheime und ambulante Pflegedienste
- Gesetzliche und private Krankenkassen
- Medizinische Versorgungszentren und große Arztpraxen
- Verbände und Dienstleister für Abrechnung im Gesundheitswesen
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über eine duale Ausbildung von drei Jahren im Betrieb und in der Berufsschule, die mit der Abschlussprüfung vor der IHK endet. Mit Abitur oder guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zwei bis zweieinhalb Jahre möglich. Danach sind Weiterbildungen zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen oder ein Studium im Gesundheitsmanagement verbreitet.
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