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Logistik & Verkehr

Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen planen und organisieren den Transport und die Lagerung von Gütern per Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug. Sie kalkulieren Preise, beauftragen Frachtführer, erstellen Frachtpapiere und kümmern sich um Kunden, wenn etwas schiefgeht.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen verdient

3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 5.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.950 € 3.300 € 35.400 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.500 € 5.600 € 54.000 €

In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Tarifverträge für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe, die ver.di mit den Landesverbänden abschließt; viele kleinere Speditionen zahlen jedoch frei verhandelt und darunter. Am meisten verdienen erfahrene Kräfte in See- und Luftfracht sowie bei großen internationalen Logistikkonzernen in Ballungsräumen, Leitungsfunktionen nach einer Fachwirt-Weiterbildung heben das Gehalt deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was machen Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen?

Sie sorgen dafür, dass Waren zum vereinbarten Zeitpunkt am richtigen Ort ankommen, ohne sie selbst zu fahren. Ein Kunde fragt an, ob zwölf Paletten Maschinenteile bis Donnerstag nach Mailand gebracht werden können. Die Kauffrau oder der Kaufmann prüft den passenden Verkehrsträger, holt Preise bei Frachtführern ein, kalkuliert ein Angebot und plant nach der Zusage die Tour. Dazu gehören Frachtbriefe, Lieferscheine und bei Sendungen außerhalb der EU Zollanmeldungen, Ursprungszeugnisse und Gefahrgutangaben. In der Disposition werden Fahrzeuge und Fahrer eingeteilt, Ladezeiten abgestimmt und Sendungen im Transportmanagementsystem verfolgt. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt auf Straßengüterverkehr, Seefracht, Luftfracht, Kontraktlogistik mit Lagerhaltung oder Sammelgutverkehr. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Telefonaten und E-Mails mit Kunden, Fahrern, Lagern und ausländischen Partnern, oft auf Englisch. Hinzu kommen Abrechnung, Kontrolle von Eingangsrechnungen und die Bearbeitung von Schadens- und Verlustfällen.

Wie wird man Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von drei Jahren in einer Spedition oder einem Logistikunternehmen mit Berufsschulunterricht. Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Ausbildung auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzen. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinstieg gelingt vor allem Menschen mit kaufmännischer Ausbildung oder Erfahrung als Berufskraftfahrer, die in die Disposition wechseln. Über die Externenprüfung kann der Abschluss nach mehrjähriger Berufspraxis nachgeholt werden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet am Schreibtisch statt, ist aber selten ruhig. Staus, defekte Fahrzeuge, kranke Fahrer, verspätete Schiffe oder fehlende Zollpapiere werfen Planungen um, und dann muss schnell eine Lösung her, während der Kunde am Telefon wartet. Wer Zeitdruck und ständige Unterbrechungen schlecht verträgt, wird in der Disposition wenig Freude haben. Gefragt sind Rechensicherheit bei Kalkulationen, Sorgfalt bei Dokumenten, Geografiekenntnisse und ein freundlicher, aber bestimmter Ton gegenüber Kunden und Subunternehmern. Viele Betriebe arbeiten mit frühem Dienstbeginn ab fünf oder sechs Uhr, späten Schichten oder Samstagsdiensten, im internationalen Verkehr auch mit Rufbereitschaft. Die Margen in der Branche sind knapp, entsprechend hoch ist der Kostendruck und der Anspruch an Tempo.

Aussichten

Fachkräfte in Spedition und Logistik werden bundesweit gesucht, besonders in der Disposition und an Logistikstandorten rund um Häfen, Flughäfen und Autobahnknoten. Die Digitalisierung verändert den Beruf: Frachtbörsen, Sendungsverfolgung und automatisierte Auftragserfassung übernehmen Routinearbeit, die Abstimmung bei Störungen und die Kundenbetreuung bleiben aber Aufgabe der Menschen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung führen Weiterbildungen zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik oder zum Verkehrsfachwirt in Leitungsfunktionen wie Niederlassungs- oder Abteilungsleitung. Wer sich spezialisieren möchte, kann Zusatzqualifikationen etwa als Zollfachkraft oder Gefahrgutbeauftragter erwerben oder ein Studium der Logistik anschließen. Auch der Wechsel in die Versandabteilung von Industrie- und Handelsunternehmen ist verbreitet.

Aufgaben

  • Transportanfragen prüfen und Angebote kalkulieren
  • Touren planen und Lkw, Fahrer oder Frachtführer disponieren
  • Frachtpapiere, Zoll- und Gefahrgutdokumente erstellen
  • Sendungen verfolgen und bei Verspätungen umplanen
  • mit Kunden, Fahrern und ausländischen Partnern telefonieren und schreiben
  • Lagerbewegungen und Umschlag koordinieren
  • Rechnungen erstellen und Eingangsrechnungen prüfen
  • Schadens- und Reklamationsfälle bearbeiten

Voraussetzungen

  • meist mittlerer Schulabschluss oder Abitur
  • sicherer Umgang mit Zahlen und kaufmännischem Rechnen
  • gute Englischkenntnisse, weitere Fremdsprachen von Vorteil
  • Belastbarkeit bei Zeitdruck und häufigen Unterbrechungen
  • Sorgfalt im Umgang mit Dokumenten und Vorschriften
  • Kommunikationsstärke am Telefon
  • Bereitschaft zu frühem Dienstbeginn und gelegentlichen Samstagsdiensten

Wo man arbeitet

  • Speditionen
  • Logistikdienstleister und Kontraktlogistiker
  • See- und Luftfrachtspeditionen
  • Paket- und Kurierdienste
  • Versandabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Reedereien und Hafenbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer Spedition oder einem Logistikunternehmen, die mit Abitur oder guten Leistungen auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzt werden kann. Den Abschluss bildet die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Nach mehrjähriger einschlägiger Praxis ist auch eine Externenprüfung möglich.

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