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Handwerk & Produktion

Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik

Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik warten, prüfen und reparieren Lkw, Busse, Transporter, Anhänger und Sattelauflieger. Sie arbeiten an Motoren, Druckluftbremsen, Hydraulik und an der Fahrzeugelektronik.

11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik verdient

3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.200 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €

Im Kfz-Handwerk gelten regionale Tarifverträge zwischen IG Metall und den Landesinnungsverbänden, viele Betriebe sind aber nicht tarifgebunden und zahlen deutlich darunter. Vertragswerkstätten großer Lkw-Hersteller und Verkehrsbetriebe mit TV-N oder TVöD zahlen meist mehr als kleine freie Werkstätten, dazu kommen Schicht- und Bereitschaftszulagen, die das Einkommen spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik?

Die Arbeit dreht sich um schwere Fahrzeuge: Sattelzugmaschinen, Linienbusse, Kipper, Müllfahrzeuge und Transporter. Ein großer Teil des Alltags besteht aus Wartung und Inspektion, also Öl- und Filterwechsel, Bremsen prüfen und Fahrwerk kontrollieren. Dazu kommen Reparaturen an Dieselmotoren, Getrieben, Achsen und Druckluftbremsanlagen. Immer mehr Zeit geht in die Fehlersuche mit dem Diagnosegerät, denn moderne Lkw stecken voller Steuergeräte, Sensoren und Assistenzsysteme. Abgasnachbehandlung mit AdBlue-Systemen, Fahrtenschreiber, Hydraulik von Ladekränen und Hebebühnen sowie Elektro- und Hochvoltantriebe bei Bussen und Verteilerfahrzeugen gehören ebenfalls dazu. Mechatroniker bereiten Fahrzeuge auf Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung vor, montieren Aufbauten und Zubehör, dokumentieren die Arbeiten und sprechen mit Fahrern und Disponenten über Schäden und Termine. In manchen Betrieben gehört der Pannendienst an der Autobahn zum Aufgabenbereich.

Wie wird man Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung im Handwerk. Sie dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerber mit mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Ein Führerschein der Klasse B wird oft erwartet, die Klasse C oder CE wird häufig während oder nach der Ausbildung vom Betrieb gefördert. Quereinsteiger mit Erfahrung aus dem Pkw-Bereich, der Landmaschinentechnik oder der Industrie können über Umschulungen oder eine Externenprüfung zum Gesellenbrief kommen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Räder, Bremstrommeln und Bauteile sind schwer, gearbeitet wird in der Grube, unter dem Fahrzeug, über Kopf und oft in ungünstiger Haltung. Lärm, Öl, Schmutz und im Winter kalte, zugige Hallen gehören dazu, beim Pannendienst auch Arbeit bei Regen und Dunkelheit neben laufendem Verkehr. Weil Speditionen und Verkehrsbetriebe ihre Fahrzeuge möglichst schnell wieder auf der Straße brauchen, herrscht häufig Zeitdruck. Viele Nutzfahrzeugwerkstätten arbeiten im Schichtbetrieb, mit Spätdienst, Samstagsarbeit und Rufbereitschaft. Gleichzeitig verlangt die Elektronik ein gutes technisches Verständnis, sorgfältiges Arbeiten und die Bereitschaft, sich ständig in neue Systeme und Herstellerunterlagen einzulesen, oft auf Englisch.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Werkstätten für Lkw und Busse suchen seit Jahren Fachkräfte, viele Stellen bleiben lange unbesetzt. Der Güterverkehr auf der Straße bleibt umfangreich, und die Umstellung auf Elektro- und Wasserstoffantriebe schafft Bedarf an Fachleuten mit Hochvolt-Qualifikation. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Meisterprüfung im Kfz-Techniker-Handwerk ablegen, sich zum Kfz-Servicetechniker oder Techniker für Fahrzeugtechnik weiterbilden oder Serviceberater und Werkstattleiter werden. Mit dem Meister ist eine eigene Werkstatt möglich, mit Hochschulreife auch ein Studium der Fahrzeugtechnik. Wechsel in Verkehrsbetriebe, Fuhrparks von Kommunen oder zu Prüforganisationen sind verbreitet.

Aufgaben

  • Inspektionen und Wartungen an Lkw, Bussen und Anhängern durchführen
  • Druckluftbremsanlagen prüfen, einstellen und instand setzen
  • Fehler an Motorsteuerung, Abgasnachbehandlung und Assistenzsystemen mit Diagnosegeräten suchen
  • Motoren, Getriebe, Achsen und Kupplungen reparieren oder tauschen
  • Hydraulik von Ladekränen, Kippern und Hubladebühnen warten
  • Fahrzeuge für Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung vorbereiten
  • Fahrtenschreiber und elektrische Anlagen prüfen und nachrüsten
  • Arbeitsaufträge dokumentieren und Schäden mit Kunden besprechen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss, in der Praxis meist erwartet
  • Technisches Verständnis und solide Kenntnisse in Mathematik und Physik
  • Körperliche Belastbarkeit für schweres Heben und Arbeiten in Zwangshaltungen
  • Führerschein Klasse B, Klasse C oder CE wird oft erwartet oder im Betrieb erworben
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit, Samstagsdiensten und Rufbereitschaft
  • Sorgfalt bei sicherheitsrelevanten Arbeiten wie Bremsen und Lenkung
  • Grundkenntnisse in Englisch für technische Unterlagen

Wo man arbeitet

  • Vertragswerkstätten von Lkw- und Bus-Herstellern
  • Freie Nutzfahrzeugwerkstätten
  • Werkstätten von Speditionen und Logistikunternehmen
  • Betriebshöfe von Verkehrsbetrieben
  • Fuhrparks von Kommunen, Entsorgern und Bundeswehr
  • Mobile Pannen- und Servicedienste

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung im Handwerk von dreieinhalb Jahren, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer abschließt. Eine Verkürzung ist bei guten Leistungen oder Abitur möglich. Quereinsteiger mit einschlägiger Berufserfahrung können über Umschulung oder Externenprüfung zum Abschluss kommen.

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