Konservativer Facharzt Augenheilkunde
Konservativ tätige Fachärztinnen und Fachärzte für Augenheilkunde untersuchen, diagnostizieren und behandeln Erkrankungen der Augen ohne große Operationen, etwa Glaukom, Makuladegeneration oder Sehstörungen bei Kindern. Sie arbeiten überwiegend in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren und Augenkliniken.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Konservativer Facharzt Augenheilkunde verdient
8.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 17.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.500 € | 7.000 € | 7.800 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.300 € | 8.200 € | 10.000 € | 98.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 11.000 € | 17.000 € | 132.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, beide mit festen Stufen und engen Spannen; in Praxen und MVZ wird frei verhandelt, oft mit Umsatzbeteiligung. Das Einkommen niedergelassener Augenärzte hängt stark von Patientenzahl, Privatpatientenanteil, Injektionen und Selbstzahlerleistungen ab und streut deshalb deutlich weiter.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein konservativer Facharzt für Augenheilkunde?
Der Arbeitstag besteht zu großen Teilen aus Untersuchungen an der Spaltlampe: Hornhaut, Linse und Netzhaut ansehen, Augeninnendruck messen, Pupillen weit tropfen und den Augenhintergrund beurteilen. Hinzu kommen Sehtests, Gesichtsfeldmessungen und Aufnahmen mit der optischen Kohärenztomografie (OCT), die meist von Medizinischen Fachangestellten oder Orthoptistinnen vorbereitet und von der Ärztin ausgewertet werden. Typische Patienten haben grauen Star, Glaukom, altersbedingte Makuladegeneration, diabetische Netzhautschäden, trockene Augen, Entzündungen oder brauchen eine Brillen- und Kontaktlinsenverordnung. Konservativ heißt: Behandelt wird mit Augentropfen, Medikamenten, Laserverfahren und Kontrollterminen, nicht mit größeren Eingriffen wie der Katarakt-Operation. Diese werden an operativ tätige Kolleginnen überwiesen. Viele konservativ arbeitende Augenärzte führen aber Injektionen in den Glaskörper durch, die bei feuchter Makuladegeneration regelmäßig nötig sind. Dazu gehören Gutachten, etwa für Führerschein oder Berufsgenossenschaft, Sehschulen für Kinder und die Dokumentation jeder Untersuchung.
Wie wird man konservativer Facharzt für Augenheilkunde?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation. Die Studienplätze sind knapp, der Zugang läuft über Abiturnote, Auswahltests und Wartezeitquoten der Hochschulen. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten an zugelassenen Weiterbildungsstätten, meist zunächst in einer Augenklinik, später oft in einer Praxis. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht. Wer aus einem anderen Fachgebiet wechselt, kann sich bereits absolvierte Weiterbildungszeiten nur in engen Grenzen anrechnen lassen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich weniger belastend als in operativen Fächern, aber eintönig in der Haltung: Stundenlang sitzt man vorgebeugt an der Spaltlampe, oft im abgedunkelten Raum. In Praxen ist der Takt hoch, viele Patientinnen pro Tag sind die Regel, und die Wartelisten sind lang. Das erzeugt Zeitdruck und Unmut bei Patienten, die monatelang auf einen Termin gewartet haben. Viele Fälle sind chronisch und wiederholen sich, was manche als ermüdend erleben. Feinmotorik, gutes Sehvermögen und Sorgfalt bei der Befundung sind nötig, denn übersehene Netzhautablösungen oder Druckanstiege können zur Erblindung führen. In Kliniken fallen Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste an, in der Praxis dagegen sind die Arbeitszeiten meist planbar. Wer sich niederlässt, trägt hohe Investitionskosten für Geräte und muss sich um Personal, Abrechnung und Kassenzulassung kümmern.
Aussichten
Die Nachfrage steigt, weil die Bevölkerung altert und Erkrankungen wie Makuladegeneration, Glaukom und diabetische Netzhautschäden zunehmen. In ländlichen Regionen fehlen Augenärzte bereits deutlich, in Städten sind Kassensitze dagegen begehrt und teuer. Ein wachsender Teil der Stellen entsteht in Medizinischen Versorgungszentren, die teils von Investoren betrieben werden und Anstellung ohne unternehmerisches Risiko bieten, aber oft Vorgaben zu Patientenzahlen machen. Entwicklungswege sind die eigene Praxis, eine Oberarztstelle in der Klinik, Schwerpunkte wie Kinderaugenheilkunde, Netzhaut- oder Glaukomsprechstunden sowie die Gutachtertätigkeit.
Aufgaben
- Augen an der Spaltlampe untersuchen und den Augenhintergrund beurteilen
- Augeninnendruck messen und Glaukom-Verläufe kontrollieren
- OCT-Aufnahmen und Gesichtsfeldmessungen auswerten
- Medikamente in den Glaskörper injizieren
- Augentropfen, Brillen und Sehhilfen verordnen
- Kinder auf Schielen und Fehlsichtigkeit untersuchen
- Patienten für Operationen an Fachkliniken überweisen
- Befunde dokumentieren und Gutachten erstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Fünfjährige Weiterbildung und bestandene Facharztprüfung Augenheilkunde
- Gutes Sehvermögen und ruhige, präzise Hand
- Sorgfalt und Ausdauer bei vielen ähnlichen Untersuchungen
- Fähigkeit, Befunde verständlich zu erklären, auch älteren Menschen
- Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen
Wo man arbeitet
- Augenarztpraxis
- Medizinisches Versorgungszentrum
- Augenklinik oder Augenabteilung eines Krankenhauses
- Universitätsklinikum
- Gutachterstelle oder Berufsgenossenschaft
Der Weg in den Beruf
Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung in Augenkliniken und Praxen. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer, insgesamt dauert der Weg also mindestens elf Jahre.
Offene Stellen als Konservativer Facharzt Augenheilkunde
In der Suche fortsetzenKonservativer Facharzt (m/w/d) Augenheilkunde
Konservativer Facharzt (m/w/d) Augenheilkunde
Konservativer Facharzt (m/w/d) Augenheilkunde
Konservativer Facharzt (m/w/d) Augenheilkunde
Verwandte Berufe
Augenoptiker
Bestimmt Sehstärken, berät zur Brille und fertigt sie in der Werkstatt an – ein Beruf zwischen Handwerk, Gesundheit und Verkauf.
- Offene Stellen
- 218
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.400 €
Facharzt für Neurologie
Erkennt und behandelt Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln, vom akuten Schlaganfall bis zum jahrzehntelangen Verlauf.
- Offene Stellen
- 32
- Monatsbrutto
- 6.600 – 11.500 €
Orthoptist
Untersucht und behandelt Schielen, Sehschwäche und Augenbewegungsstörungen – vor allem bei Kindern, in der Augenheilkunde.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.800 – 4.700 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...