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Handwerk & Produktion

Leitmonteur PV-Anlagen

Leitmonteure für PV-Anlagen führen ein kleines Montageteam auf der Baustelle und sind dafür verantwortlich, dass Photovoltaikanlagen samt Wechselrichter und Speicher fachgerecht, sicher und termingerecht installiert werden.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Leitmonteur PV-Anlagen verdient

3.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 5.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Viele PV-Installationsbetriebe sind nicht tarifgebunden und verhandeln frei; in Mitgliedsbetrieben der Innungen gelten die regionalen Tarifverträge des Elektrohandwerks, abgeschlossen von den Landesinnungsverbänden mit der IG Metall. Stark ins Gewicht fallen außerdem die Elektrofachkraft-Qualifikation, die Größe der Projekte sowie Auslösen und Montagezulagen bei auswärtigen Baustellen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Leitmonteur PV-Anlagen?

Ein Leitmonteur oder eine Leitmonteurin ist die verantwortliche Fachkraft vor Ort, wenn eine Photovoltaikanlage gebaut wird. Morgens wird das Material im Lager geprüft und verladen, dann geht es mit einem Team aus zwei bis vier Personen zur Baustelle, meist ein Einfamilienhaus, ein Gewerbedach oder eine Freifläche. Dort wird das Gerüst oder die Absturzsicherung kontrolliert, die Unterkonstruktion gesetzt, Dachhaken montiert und die Module verlegt. Anschließend folgen die DC-Verkabelung, das Setzen von Wechselrichter und Batteriespeicher, der Anschluss an den Zählerschrank und die Messung der Strings. Der Leitmonteur teilt die Arbeit ein, weist Helfer an, spricht mit Kundschaft und Bauleitung, dokumentiert den Fortschritt mit Fotos und Prüfprotokollen und meldet Mängel oder Mehraufwand zurück ins Büro. Zunehmend gehören auch Wallboxen, Energiemanagementsysteme und die Abstimmung mit Wärmepumpen-Installateuren dazu.

Wie wird man Leitmonteur PV-Anlagen?

Eine eigene Ausbildung mit diesem Titel gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, als Elektroniker für Betriebstechnik oder als Anlagenmechaniker SHK, jeweils dreieinhalb Jahre im dualen System. Seit 2025 gibt es zudem den Ausbildungsberuf Elektroniker für Gebäudesystemintegration mit Bezug zu erneuerbaren Energien. Wer auch den elektrischen Anschluss verantworten soll, muss Elektrofachkraft sein. Dachdecker und Zimmerer steigen häufig über die mechanische Montage ein und erwerben über Herstellerschulungen und Lehrgänge zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten die nötigen Zusatzqualifikationen. Zum Leitmonteur wird man in der Regel nach einigen Jahren Montageerfahrung, wenn der Betrieb einem die Verantwortung für ein Team überträgt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich hart. Module wiegen um die 20 Kilogramm und müssen aufs Dach, gearbeitet wird in der Höhe, bei Hitze im Sommer und bei Wind und Kälte im Winter. Knie, Rücken und Schultern werden stark beansprucht, Schwindelfreiheit ist Pflicht. Hinzu kommt die Verantwortung: Fehler bei der DC-Verkabelung können Brände verursachen, Unfälle auf dem Dach haben schwere Folgen. Der Leitmonteur steht zwischen Zeitdruck aus dem Büro, Wünschen der Kundschaft und der Sicherheit des Teams. Die Arbeitszeit beginnt oft früh, Anfahrten zu Baustellen können lang sein, bei größeren Projekten auch mit Übernachtungen unter der Woche. Im Hochsommer werden häufig Überstunden verlangt, im Winter ruht die Montage bei Schnee und Glätte teilweise.

Aussichten

Nach dem starken Zubau der Jahre 2022 und 2023 hat sich das Geschäft mit privaten Dachanlagen spürbar abgekühlt, einige Installationsbetriebe haben Personal abgebaut oder aufgegeben. Gewerbedächer, Freiflächenanlagen, Speichernachrüstungen und die Kopplung mit Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur wachsen dagegen weiter. Erfahrene Elektrofachkräfte mit Führungserfahrung bleiben gesucht, reine Modulmontage ohne elektrische Qualifikation ist anfälliger für Marktschwankungen. Weiterentwicklung ist über den Meister im Elektrotechniker-Handwerk, den staatlich geprüften Techniker oder Fortbildungen zur Fachkraft für Solartechnik möglich. Daraus ergeben sich Wege in die Bauleitung, Projektplanung, Inbetriebnahme und Wartung größerer Anlagen oder in die Selbstständigkeit.

Aufgaben

  • Montageteam einteilen und Helfer anleiten
  • Unterkonstruktion und Module auf Dach oder Freifläche montieren
  • DC-Strings verkabeln und Wechselrichter sowie Speicher installieren
  • Anschluss an Zählerschrank und Hausnetz vornehmen oder vorbereiten
  • Isolations- und Kennlinienmessungen durchführen und protokollieren
  • Absturzsicherung und Arbeitsschutz auf der Baustelle kontrollieren
  • Anlage an Kundschaft übergeben und Bedienung erklären
  • Material disponieren und Baustellendokumentation ans Büro melden

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Elektrohandwerk oder vergleichbare Qualifikation als Elektrofachkraft
  • Mehrjährige Erfahrung in der PV-Montage
  • Schwindelfreiheit und Eignung für Arbeiten mit Absturzgefahr
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben und Arbeiten im Freien
  • Führerschein Klasse B, oft auch BE für Anhänger
  • Fähigkeit, ein kleines Team zu führen und mit Kundschaft zu sprechen

Wo man arbeitet

  • Elektroinstallationsbetriebe
  • Spezialisierte Solarteur- und PV-Installationsbetriebe
  • Dachdeckerbetriebe mit PV-Sparte
  • Energieversorger und Stadtwerke
  • Generalunternehmer für Freiflächen-Solarparks

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder in einem verwandten Elektroberuf mit Abschluss vor der Handwerkskammer. Nach zwei bis fünf Jahren Montagepraxis übernimmt man die Leitung eines Teams, ergänzt durch Herstellerschulungen und gegebenenfalls einen Lehrgang zur Fachkraft für Solartechnik.

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