Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Logopäde / Sprachtherapeut

Logopädinnen und Logopäden untersuchen und behandeln Menschen mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Schluckens und des Hörens. Sie arbeiten mit Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen, meist auf ärztliche Verordnung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Logopäde / Sprachtherapeut verdient

3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob die Stelle in einer Klinik mit Tarifbindung (TVöD bzw. TV-L) oder in einer privaten Praxis liegt, wo frei verhandelt wird und oft weniger gezahlt wird. In Praxen bestimmen zudem die Zahl der Behandlungen pro Woche und eine mögliche Umsatzbeteiligung das Einkommen, Selbstständige sind direkt von den Vergütungssätzen der Krankenkassen abhängig.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Logopäde / Sprachtherapeut?

Im Mittelpunkt steht die Einzeltherapie. Ein Vorschulkind, das Laute vertauscht, übt mit Bildkarten und Spielen das korrekte Bilden von „k“ und „t“. Ein Erwachsener nach einem Schlaganfall sucht nach Wörtern, weil eine Aphasie vorliegt, und trainiert Benennen, Lesen und Verstehen. Eine Lehrerin mit chronischer Heiserkeit lernt Atem- und Stimmtechniken, ein Patient mit Parkinson übt lautes Sprechen, ein Mensch nach einer Kopf-Hals-Operation das sichere Schlucken. Vor der Behandlung steht die Diagnostik mit standardisierten Tests, danach ein Therapieplan. Eine Sitzung dauert meist 30 bis 60 Minuten. Dazu kommen Gespräche mit Angehörigen, Anleitung für Übungen zu Hause, Berichte an die verordnende Ärztin und die Abrechnung mit den Krankenkassen. In Praxen gehören Hausbesuche in Pflegeheimen oder Privatwohnungen oft dazu.

Wie wird man Logopäde / Sprachtherapeut?

Der klassische Weg ist eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Logopädie mit staatlicher Abschlussprüfung. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss, viele Schulen nehmen bevorzugt Bewerber mit Abitur. Schulgeld fällt in den meisten Bundesländern inzwischen nicht mehr an, an einigen privaten Schulen aber noch. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge in Logopädie oder Sprachtherapie, teils ausbildungsbegleitend, teils primärqualifizierend. Eine Reform, die die Ausbildung vollständig an Hochschulen verlagert, wird seit Jahren diskutiert. Verwandte Abschlüsse wie Klinische Linguistik, Sprechwissenschaft oder Sprachheilpädagogik berechtigen unter Bedingungen ebenfalls zur Kassentherapie. Ein Quereinstieg ohne diese Abschlüsse ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich leicht, aber stimmlich und geistig anstrengend. Wer acht Termine am Tag hintereinander führt, muss jede Stunde neu konzentriert, geduldig und motivierend sein, auch wenn Fortschritte über Wochen ausbleiben. Bei Kindern verlagern sich viele Termine auf den Nachmittag und frühen Abend, weil Schule und Kita vorgehen. Absagen sind häufig und bedeuten in Praxen Einnahmeausfälle. Dokumentation und Verordnungsprüfung kosten Zeit, die nicht immer bezahlt wird. Die Arbeit mit schwer erkrankten Menschen, etwa nach Schlaganfall, mit Demenz oder in der Palliativversorgung, ist emotional belastend. Die eigene Stimme ist Arbeitsmittel und muss gepflegt werden. Die Bezahlung liegt, gemessen an der Ausbildungsdauer und Verantwortung, eher niedrig, vor allem in kleinen Praxen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt. Eine älter werdende Bevölkerung bedeutet mehr Schlaganfälle, neurologische Erkrankungen und Schluckstörungen, gleichzeitig ist die Sprachförderung von Kindern ein Dauerthema. Viele Praxen haben Wartelisten und suchen lange nach Personal. Wer Erfahrung gesammelt hat, kann sich auf Bereiche wie Neurologie, Stimme, Stottern oder Dysphagie spezialisieren, eine Praxisleitung übernehmen oder sich mit eigener Kassenzulassung selbstständig machen. Mit einem Studium öffnen sich Lehrtätigkeit an Fachschulen, Forschung und leitende Stellen in Kliniken.

Aufgaben

  • Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen mit Tests untersuchen
  • Therapiepläne erstellen und Einzelsitzungen durchführen
  • Aussprache, Wortschatz und Satzbau mit Kindern üben
  • Wortfindung und Sprachverständnis nach Schlaganfall trainieren
  • Schlucktechniken mit Patienten einüben und Kostformen beraten
  • Angehörige und Eltern anleiten und beraten
  • Therapieverläufe dokumentieren und Berichte an Ärzte schreiben
  • Hausbesuche in Pflegeheimen und Privatwohnungen machen

Voraussetzungen

  • Staatliche Prüfung als Logopäde oder anerkannter Studienabschluss
  • Mittlerer Schulabschluss oder Abitur für die Ausbildung
  • Belastbare, gesunde Stimme und gutes Gehör
  • Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern und Kranken
  • Sehr gute Deutschkenntnisse und klare Aussprache
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Abrechnung

Wo man arbeitet

  • Logopädische Praxen
  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationskliniken
  • Pflegeheime
  • Frühförderstellen und Förderschulen
  • Sozialpädiatrische Zentren

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Logopädie, die mit der staatlichen Prüfung und der Berufsbezeichnung Logopäde abschließt. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Logopädie oder Sprachtherapie von meist drei bis vier Jahren in den Beruf.

Offene Stellen als Logopäde / Sprachtherapeut

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Ergotherapeut

Ergotherapeuten üben mit Patienten alltägliche Handlungen wieder ein: vom Anziehen und Kochen bis zur Rückkehr in den Beruf.

Offene Stellen
263
Monatsbrutto
2.700 – 4.700 €

Physiotherapeut

Behandelt Bewegungs- und Funktionsstörungen mit Bewegungstherapie und manuellen Techniken, in Praxis, Klinik, Reha und beim Hausbesuch.

Offene Stellen
480
Monatsbrutto
2.550 – 4.600 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz