Was macht man im Campus-Marketing?
Die Arbeit dreht sich um eine Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler vor der Studienwahl, Studierende und junge Absolventen. An Hochschulen geht es meist darum, Bewerbungen für Studiengänge zu gewinnen. In Unternehmen heißt der Bereich oft Hochschulmarketing oder Employer Branding und soll Praktikanten, Werkstudenten und Berufseinsteiger anwerben. Am Campus bedeutet das: Infotage und Tage der offenen Tür planen, Stände auf Studien- und Karrieremessen betreuen, Führungen organisieren, mit Fachschaften und Career Services zusammenarbeiten. Virtuell heißt es: Online-Infoabende und Webinare moderieren, Instagram-, TikTok- oder LinkedIn-Kanäle bespielen, Newsletter verschicken, Kampagnen schalten und deren Zahlen auswerten. Dazu kommen Texte für Websites und Broschüren, Abstimmungen mit Fakultäten oder Fachabteilungen, Budgetplanung und das Briefing von Agenturen. Ein großer Teil des Tages besteht aus E-Mails, Meetings und Organisation, weniger aus kreativer Arbeit.
Wie wird man Campus-Marketer?
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Bachelor in Kommunikations-, Medien- oder Wirtschaftswissenschaften, häufig mit Schwerpunkt Marketing. Für Referentenstellen an staatlichen Hochschulen wird oft ein Master verlangt. Möglich ist auch eine Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau für Marketingkommunikation mit anschließender Weiterbildung, etwa zum Fachwirt. Viele steigen über ein Volontariat, ein Traineeprogramm oder eine Werkstudentenstelle im Hochschulmarketing ein. Quereinsteiger aus Studienberatung, Journalismus, Eventmanagement oder Personalwesen haben Chancen, wenn sie Erfahrung mit Social Media und Veranstaltungen nachweisen können.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist saisonal stark verdichtet. Vor Bewerbungsfristen und in der Messesaison im Herbst und Frühjahr häufen sich Termine, Reisen und Wochenendeinsätze. Infotage finden oft samstags statt, Online-Formate für Berufstätige abends. Messen bedeuten stundenlanges Stehen, Auf- und Abbau und viele kurze Gespräche. Social-Media-Kanäle verlangen regelmäßige Inhalte und eine schnelle Reaktion auf Kommentare, auch auf kritische. An Hochschulen kommen langsame Abstimmungswege, knappe Budgets und viele Beteiligte mit eigenen Vorstellungen hinzu. Stellen im öffentlichen Dienst sind häufig befristet, weil sie an Projekte oder Drittmittel gebunden sind. Wer im Unternehmen arbeitet, muss den Erfolg der Maßnahmen an Bewerberzahlen messen lassen.
Aussichten
Der Wettbewerb um Studierende nimmt zu, weil die Zahl der Schulabgänger in vielen Regionen sinkt und private Hochschulen sowie Fernhochschulen stark wachsen. Gleichzeitig suchen Unternehmen wegen des Fachkräftemangels früher nach Nachwuchs. Das sorgt für eine stabile Nachfrage, allerdings mit vielen Bewerbungen auf attraktive Stellen in Universitätsstädten. Digitale Formate haben seit der Pandemie an Gewicht gewonnen, wer Datenauswertung, Performance-Marketing und Videoproduktion beherrscht, ist im Vorteil. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Marketing- oder Kommunikationsbereichs, ins Employer Branding und Recruiting, in die Hochschulkommunikation oder in Agenturen, die auf Bildungsmarketing spezialisiert sind.