Medizinische Fachangestellte / Pflegefachkraft
Zwei verwandte, aber getrennte Berufe im Gesundheitswesen: Medizinische Fachangestellte organisieren und unterstützen die Behandlung in Arztpraxen, Pflegefachkräfte versorgen kranke und pflegebedürftige Menschen in Kliniken, Heimen und zu Hause.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Medizinische Fachangestellte / Pflegefachkraft verdient
3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 4.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 3.000 € | 3.600 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.400 € | 4.100 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € |
Die Spanne entsteht vor allem durch den Unterschied der beiden Berufe: MFA liegen meist im unteren Bereich und werden, falls tarifgebunden, nach dem Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte bezahlt, an den sich viele Praxen aber nicht halten. Pflegefachkräfte im öffentlichen Dienst erhalten Gehalt nach TVöD-P oder TV-L, in kirchlichen Häusern nach AVR Caritas oder Diakonie, dazu kommen Schicht- und Nachtzuschläge, die das tatsächliche Einkommen spürbar erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Medizinische Fachangestellte oder Pflegefachkraft?
Beide Berufe arbeiten nah am Patienten, unterscheiden sich aber im Alltag deutlich. Medizinische Fachangestellte (MFA) sind das Rückgrat einer Arztpraxis. Sie empfangen Patienten, vergeben Termine, nehmen Blut ab, schreiben EKGs, messen Blutdruck, bereiten Untersuchungen vor, sterilisieren Instrumente und rechnen Leistungen mit den Krankenkassen ab. Ein großer Teil der Arbeit ist Verwaltung und Telefon, oft unter Zeitdruck bei vollem Wartezimmer.
Pflegefachkräfte übernehmen die Versorgung von Menschen, die krank, alt oder pflegebedürftig sind. Sie waschen und mobilisieren Patienten, stellen und verabreichen Medikamente, versorgen Wunden, legen Infusionen an, beobachten den Zustand, dokumentieren und sprechen sich mit Ärztinnen, Therapeuten und Angehörigen ab. Seit der Pflegereform ist die Planung und Steuerung des Pflegeprozesses ihre vorbehaltene Aufgabe.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte oder Pflegefachkraft?
Die Ausbildung zur MFA ist dual und dauert drei Jahre. Sie findet in einer Praxis und in der Berufsschule statt, die Prüfung nimmt die Ärztekammer ab. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Azubis haben einen mittleren Abschluss.
Die Pflegeausbildung ist seit 2020 generalistisch und dauert in Vollzeit drei Jahre. Sie verbindet theoretischen Unterricht an einer Pflegeschule mit Einsätzen im Krankenhaus, in der Altenpflege und in der ambulanten Pflege. Abschluss ist die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Daneben gibt es ein primärqualifizierendes Pflegestudium. Für Quereinsteiger existieren Teilzeitmodelle und verkürzte Wege über eine vorherige Pflegehelferausbildung. Ausländische Abschlüsse können anerkannt werden.
Was der Beruf verlangt
In der Praxis sind die Arbeitszeiten meist planbar, Nacht- und Wochenenddienste selten. Belastend sind die hohe Arbeitsdichte, ungeduldige oder schwierige Patienten und eine Bezahlung, die für die Verantwortung als niedrig gilt. Viele MFA wechseln deshalb nach einigen Jahren in Kliniken, Krankenkassen oder die Verwaltung.
Die Pflege ist körperlich und seelisch fordernd. Heben, Lagern und langes Stehen belasten Rücken und Gelenke. Gearbeitet wird im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, an Wochenenden und Feiertagen. Personalmangel führt auf vielen Stationen dazu, dass Dienste kurzfristig getauscht werden müssen und für Zuwendung wenig Zeit bleibt. Der Umgang mit Leid, Sterben und Angehörigen gehört dazu. Wer in diesem Beruf bleibt, braucht Belastbarkeit und ein Team, das trägt.
Aussichten
Beide Berufe werden dringend gesucht. In der Pflege ist der Mangel seit Jahren gravierend und wird durch die alternde Bevölkerung weiter wachsen, Arbeitslosigkeit ist praktisch kein Thema. Auch Praxen finden immer schwerer ausgebildetes Personal.
MFA können sich zur Praxismanagerin, zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung oder zur Versorgungsassistentin (VERAH) weiterbilden. Pflegefachkräfte spezialisieren sich etwa in Intensivpflege, Anästhesie, Onkologie oder Palliativpflege, übernehmen eine Stations- oder Wohnbereichsleitung oder studieren Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaft.
Aufgaben
- Patienten empfangen, Termine vergeben und Behandlungen abrechnen
- Blut abnehmen, EKGs schreiben und Blutdruck messen
- Instrumente reinigen, sterilisieren und Untersuchungen vorbereiten
- Patienten bei Körperpflege, Mobilisation und Nahrungsaufnahme unterstützen
- Medikamente stellen, verabreichen und Infusionen anlegen
- Wunden versorgen und Verbände wechseln
- Pflegeprozess planen und Zustand der Patienten dokumentieren
- Mit Ärzten, Therapeuten und Angehörigen Absprachen treffen
Voraussetzungen
- In der Regel mittlerer Schulabschluss
- Abgeschlossene Ausbildung zur MFA oder Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann mit staatlicher Erlaubnis
- Körperliche Belastbarkeit, besonders in der Pflege
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Nachtdiensten in der Pflege
- Sorgfalt im Umgang mit Medikamenten, Hygiene und Dokumentation
- Ruhe und Einfühlungsvermögen im Umgang mit kranken Menschen
- Gesundheitliche Eignung und Nachweis des Masernschutzes
Wo man arbeitet
- Arztpraxen und medizinische Versorgungszentren
- Krankenhäuser und Kliniken
- Pflegeheime und Einrichtungen der Altenpflege
- Ambulante Pflegedienste
- Reha-Kliniken
- Hospize
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten dauert drei Jahre dual in Praxis und Berufsschule und endet mit der Prüfung vor der Ärztekammer. Die generalistische Pflegeausbildung dauert ebenfalls drei Jahre in Vollzeit an Pflegeschule und Einsatzorten und endet mit der staatlichen Prüfung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann; alternativ führt ein Pflegestudium in etwa drei bis vier Jahren zum Bachelor mit Berufszulassung.
Offene Stellen als Medizinische Fachangestellte / Pflegefachkraft
In der Suche fortsetzenMedizinische Fachangestellte / Pflegefachkraft (m/w/d)
Medizinische Fachangestellte / Pflegefachkraft (w/m/d) – Endoskopie
Medizinische Fachangestellte / Pflegefachkraft (m/w/d)
Verwandte Berufe
Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik
Medizinische Technologen für Laboratoriumsanalytik untersuchen Blut, Urin, Gewebe und andere Proben von Patienten im Labor. Ihre Messergebnisse sind die Grundlage für viele ärztliche Diagnosen und Therapieentscheidungen.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.800 – 5.200 €
Notfallsanitäter
Notfallsanitäter versorgen Patienten im Rettungsdienst, führen lebensrettende Maßnahmen durch und transportieren sie sicher ins Krankenhaus.
- Offene Stellen
- 44
- Monatsbrutto
- 3.300 – 4.900 €
Operationstechnischer Assistent
Assistiert bei Operationen, bereitet den Saal vor und verantwortet Instrumente und Sterilität – ein eigener Ausbildungsberuf.
- Offene Stellen
- 16
- Monatsbrutto
- 3.150 – 5.300 €
Pflegefachassistent
Pflegefachassistentinnen und Pflegefachassistenten unterstützen Pflegefachkräfte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten. Sie übernehmen Grundpflege, einfache medizinische Aufgaben und die Beobachtung von pflegebedürftigen Menschen.
- Offene Stellen
- 29
- Monatsbrutto
- 2.700 – 3.800 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...