Notfallsanitäter
Notfallsanitäter versorgen Patienten im Rettungsdienst, führen lebensrettende Maßnahmen durch und transportieren sie sicher ins Krankenhaus.
52 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Notfallsanitäter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.650 € | 3.950 € | 43.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.050 € | 4.400 € | 48.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.400 € | 4.900 € | 52.800 € |
Grundlage ist der TVöD mit der für Notfallsanitäter vorgesehenen Entgeltgruppe sowie die Tarife der Hilfsorganisationen, die sich daran anlehnen; private Anbieter zahlen oft darunter. Angegeben ist das Grundentgelt bei Vollzeit, Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sind nicht eingerechnet und machen im Rettungsdienst einen merklichen Anteil aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Notfallsanitäter ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst und hat 2014 den Rettungsassistenten abgelöst. Er fährt auf dem Rettungswagen, ist bei einem Notfall oft als Erster beim Patienten und entscheidet, was sofort zu tun ist: Atemweg sichern, Blutung stillen, Kreislauf stabilisieren, Schmerzen lindern, eine Reanimation einleiten. Er beurteilt, ob ein Notarzt nachgefordert werden muss, und bringt den Patienten in eine geeignete Klinik, deren Aufnahme er vorab informiert.
Die Verantwortung ist mit der Zeit gewachsen. Nach dem Notfallsanitätergesetz führen Notfallsanitäter ärztlich delegierte Maßnahmen nach den Vorgaben des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst durch, und seit einer Gesetzesänderung dürfen sie in lebensbedrohlichen Situationen bis zum Eintreffen des Notarztes auch eigenverantwortlich heilkundliche Maßnahmen ergreifen, einschließlich bestimmter Medikamente. Ein großer Teil der Einsätze ist dennoch kein Lebensrettungsdrama, sondern Stürze älterer Menschen, internistische Beschwerden, psychische Krisen und soziale Notlagen, bei denen der Rettungsdienst aufgefangen wird, weil andere Hilfe fehlt.
In diesem Bestand kommen die Anzeigen überwiegend von Kreisverbänden einer großen Hilfsorganisation, die Rettungswachen im Auftrag der Landkreise betreiben. Gut ein Viertel sind Ausbildungsplätze, und fast die Hälfte aller Anzeigen nennt ausdrücklich auch Teilzeit. Das hat mit dem Dienstmodell zu tun: Schichten von zwölf oder vierundzwanzig Stunden mit Bereitschaftsanteilen lassen sich in Teilzeit gut kombinieren, und viele Rettungsdienstler reduzieren Stunden, um die Belastung zu begrenzen.
Die Belastung ist real: Nacht- und Wochenenddienste, körperlich schwere Tragearbeit, belastende Einsätze mit Kindern oder Verstorbenen, zunehmend auch Übergriffe auf Einsatzkräfte. Träger bieten Nachsorge nach belastenden Einsätzen an, und Supervision gewinnt an Bedeutung. Weiterentwicklung gibt es als Praxisanleiter, Wachenleiter, Disponent in der Integrierten Leitstelle, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst oder über ein Studium im Bereich Rettungswesen.
Aufgaben
- Patienten am Einsatzort untersuchen und Zustand einschätzen
- Lebensrettende Sofortmaßnahmen und Reanimation durchführen
- Delegierte ärztliche Maßnahmen und Medikamentengabe nach Vorgabe umsetzen
- Notarzt nachfordern und mit ihm zusammenarbeiten
- Patienten transportfähig machen und sicher transportieren
- Übergabe in der Klinik und Einsatzdokumentation erstellen
- Fahrzeug, Medizinprodukte und Material prüfen und desinfizieren
- Auszubildende auf der Wache anleiten
Voraussetzungen
- Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Notfallsanitäter
- Fahrerlaubnis der Klasse C1 oder Bereitschaft, sie zu erwerben
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten
- Körperliche und psychische Belastbarkeit
- Regelmäßige Fortbildung nach den Vorgaben des Landes
- Teamfähigkeit und Ruhe in Stresssituationen
Wo man arbeitet
- Rettungswachen von Hilfsorganisationen
- Kommunale Rettungsdienste und Berufsfeuerwehren
- Private Rettungsdienstunternehmen
- Integrierte Leitstellen
- Luftrettung und Intensivtransport
- Werkfeuerwehren und Sanitätsdienste großer Betriebe
Der Weg in den Beruf
Dreijährige Ausbildung nach dem Notfallsanitätergesetz an einer staatlich anerkannten Schule mit Praxisphasen auf der Rettungswache und im Krankenhaus, abgeschlossen mit staatlicher Prüfung. Voraussetzung ist der Mittlere Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Ausbildung ist vergütet, bei öffentlichen Trägern nach dem TVAöD, bei Hilfsorganisationen nach deren eigenen Tarifen. Rettungssanitäter und frühere Rettungsassistenten können unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt ausgebildet werden.
Offene Stellen als Notfallsanitäter
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