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Gesundheit & Pflege

Medizinischen Fachangestellten

Medizinische Fachangestellte organisieren die Arztpraxis, assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen und rechnen Leistungen mit den Kassen ab.

109 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Medizinischen Fachangestellten verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.700 € 2.950 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.850 € 3.150 € 3.450 € 37.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.250 € 3.650 € 4.100 € 43.800 €

Grundlage ist der Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte mit den Tätigkeitsgruppen I bis VI und Stufen nach Berufsjahren; höhere Gruppen setzen Fortbildungen oder Leitungsaufgaben voraus. Die Werte gelten für ausgebildete MFA in Vollzeit, nicht für Auszubildende; viele Praxen sind nicht tarifgebunden und zahlen darunter oder darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Die Medizinische Fachangestellte, kurz MFA, ist in der Arztpraxis die Person, an der kaum ein Patient vorbeikommt. Am Empfang nimmt sie die Versichertenkarte entgegen, vergibt Termine und entscheidet mit, wer dringend drankommt. Im Behandlungsbereich nimmt sie Blut ab, schreibt EKGs, misst Blutdruck, bereitet Injektionen und Verbände vor und assistiert bei kleinen Eingriffen. Im Hintergrund stehen Abrechnung, Dokumentation, Hygiene und die Pflege der Praxissoftware. Welche Seite überwiegt, hängt stark vom Fachgebiet ab: Eine hausärztliche Praxis verlangt Breite, eine orthopädische oder kardiologische mehr Diagnostik, eine Praxis mit ambulanten Operationen Sterilgutaufbereitung und OP-Assistenz.

Die Abrechnung wird oft unterschätzt. Gesetzlich Versicherte werden über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab abgerechnet, Privatpatienten über die Gebührenordnung für Ärzte, dazu kommen Berufsgenossenschaften und individuelle Gesundheitsleistungen. Fehler kosten die Praxis Geld, und wer die Abrechnung sicher beherrscht, ist entsprechend gefragt. Die Digitalisierung mit elektronischer Patientenakte, E-Rezept und Telematikinfrastruktur hat den Verwaltungsteil in den letzten Jahren eher vergrößert.

In diesem Bestand sind die Anzeigen ausschließlich Ausbildungsplätze für den Beginn 2027, und sie kommen überwiegend aus den Sanitätsversorgungszentren der Bundeswehr an Standorten im ganzen Land. Das ist eine Besonderheit dieses Bestands, nicht des Berufs: Die meisten MFA lernen und arbeiten in niedergelassenen Praxen und medizinischen Versorgungszentren. Ob eine Ausbildung bei der Bundeswehr zivil oder im Rahmen einer militärischen Laufbahn stattfindet und was danach folgt, regelt die jeweilige Ausschreibung und sollte vor der Bewerbung geklärt werden.

Der Beruf ist einer der größten Ausbildungsberufe in Deutschland, und fertig ausgebildete MFA werden dringend gesucht. Die Weiterentwicklung geht über Fortbildungen in einzelnen Bereichen wie Ambulantes Operieren, Onkologie oder Wundversorgung, über die Nichtärztliche Praxisassistentin für Hausbesuche in der Hausarztpraxis und über den Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung in die Praxisleitung.

Aufgaben

  • Patienten empfangen, Termine koordinieren und die Dringlichkeit einschätzen
  • Blut abnehmen, EKG schreiben, Vitalwerte messen und Proben vorbereiten
  • Bei Untersuchungen und kleinen Eingriffen assistieren
  • Leistungen nach EBM und GOÄ abrechnen
  • Patientendaten dokumentieren und Rezepte, Überweisungen und Bescheinigungen vorbereiten
  • Hygienepläne umsetzen, Instrumente aufbereiten und Medizinprodukte pflegen
  • Praxisbedarf und Arzneimittel bestellen und verwalten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten
  • Sicherer Umgang mit Praxissoftware und Abrechnung
  • Freundliches und bestimmtes Auftreten am Empfang
  • Diskretion im Umgang mit Patientendaten und Schweigepflicht
  • Sorgfalt bei Hygiene und Probenhandling
  • Masernimmunität nach dem Infektionsschutzgesetz

Wo man arbeitet

  • Haus- und Facharztpraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Ambulanzen und Aufnahmen von Krankenhäusern
  • Sanitätsversorgungszentren der Bundeswehr
  • Betriebsärztliche Dienste und Gesundheitsämter
  • Labore und Dialysezentren

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung dauert drei Jahre, dual in Praxis und Berufsschule, mit Abschlussprüfung vor der Landesärztekammer; mit guten Leistungen oder Abitur ist eine Verkürzung möglich. Die Ausbildungsvergütung ist im Tarifvertrag für MFA nach Ausbildungsjahren festgelegt, im öffentlichen Dienst gilt der Tarif für Auszubildende. Nach der Ausbildung folgen Fortbildungen der Ärztekammern mit festen Stundenumfängen, die Nichtärztliche Praxisassistentin und der Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung als Aufstiegsfortbildung.

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