Was macht ein Mitarbeiter in der Gebäudereinigung?
Die Arbeit besteht aus Unterhaltsreinigung: Böden wischen und saugen, Papierkörbe leeren, Tische und Türgriffe abwischen, Toiletten, Waschbecken und Duschen reinigen und desinfizieren, Seife und Papierhandtücher nachfüllen. Grundlage ist ein Leistungsverzeichnis, das festlegt, welcher Raum wie oft und wie gründlich gereinigt wird. Dafür steht meist eine knapp bemessene Zeit zur Verfügung. Gearbeitet wird mit Reinigungswagen, Mopps, Staubsaugern und Scheuersaugmaschinen sowie mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, die richtig dosiert werden müssen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen gelten strenge Hygienevorgaben, in Industriebetrieben kommen Hallenböden und Maschinenumfelder hinzu. Manche Beschäftigte übernehmen auch Grundreinigungen, Glasreinigung im erreichbaren Bereich oder Bauendreinigung nach Renovierungen.
Wie wird man Mitarbeiter in der Gebäudereinigung?
Eine Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die Einarbeitung erfolgt im Betrieb, oft durch Vorarbeiterinnen direkt im Objekt, ergänzt durch Unterweisungen zu Arbeitsschutz, Gefahrstoffen und Hygiene. Gute Deutschkenntnisse sind nicht immer Voraussetzung, deshalb ist der Beruf ein häufiger Einstieg für Zugewanderte, Wiedereinsteigerinnen und Menschen ohne Abschluss. Wer sich weiterentwickeln will, kann über Lehrgänge der Innung zur Vorarbeiterin aufsteigen oder als Externe die Gesellenprüfung im Gebäudereiniger-Handwerk ablegen. Die reguläre Ausbildung zum Gebäudereiniger dauert drei Jahre.
Was der Beruf verlangt
Die Tätigkeit ist körperlich anstrengend. Stundenlanges Gehen und Stehen, Bücken, Heben von Eimern und Müllsäcken sowie wiederholte Wischbewegungen belasten Rücken, Schultern und Handgelenke. Der Kontakt mit Reinigungsmitteln und Feuchtigkeit kann die Haut schädigen, Handschuhe und Hautschutz sind deshalb Pflicht. Hoher Zeitdruck ist verbreitet, weil Aufträge über Preise vergeben werden und die Reinigungsfläche pro Stunde hoch angesetzt ist. Gearbeitet wird meist dann, wenn die Gebäude leer sind: früh am Morgen, am Abend, teils am Wochenende. Viele Stellen sind Teilzeit oder Minijobs, oft verteilt auf mehrere Objekte mit Wegezeiten dazwischen. Eine Vollzeitstelle bei einem Arbeitgeber zu finden, ist nicht überall einfach. Die Arbeit wird von Nutzern der Gebäude häufig wenig wahrgenommen, Wertschätzung ist nicht selbstverständlich. Zuverlässigkeit und Sorgfalt sind wichtig, weil Beschäftigte oft allein und mit Schlüssel in fremden Räumen arbeiten.
Aussichten
Die Gebäudereinigung gehört zu den beschäftigungsstärksten Handwerksbranchen in Deutschland, und die Nachfrage ist stabil. Büros, Schulen, Kliniken und Industrie lassen ihre Reinigung fast immer von Dienstleistern erledigen. Betriebe suchen laufend Personal, besonders für Vollzeit und für Kliniken. Durch den allgemeinverbindlichen Tarifvertrag liegt die Bezahlung über dem gesetzlichen Mindestlohn, bleibt aber im unteren Bereich. Mehr verdienen lässt sich mit Spezialaufgaben wie Glas- und Fassadenreinigung oder mit Verantwortung als Vorarbeiterin oder Objektleiter. Der Weg zur Gesellen- und später zur Meisterprüfung steht offen und ermöglicht auch die Selbstständigkeit. Reinigungsroboter übernehmen in großen Flächen einfache Bodenarbeiten, ersetzen die Handarbeit in Sanitärräumen und Büros aber bislang kaum.