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Gesundheit & Pflege

Oberarzt/-ärztin für Onkologie

Oberärztinnen und Oberärzte für Onkologie leiten als erfahrene Fachärzte die Behandlung von Krebspatienten auf Station, in der Ambulanz oder Tagesklinik und tragen Verantwortung für Assistenzärzte und Therapieentscheidungen. Sie stehen zwischen Chefarzt und Stationsteam.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt/-ärztin für Onkologie verdient

9.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.800 bis 13.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 8.800 € 9.100 € 9.600 € 109.200 €
Mit Berufserfahrung 9.300 € 9.800 € 10.400 € 117.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.200 € 11.000 € 13.000 € 132.000 €

An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte (TdL), jeweils Entgeltgruppe Ä3, für leitende Oberärzte Ä4; private Klinikketten haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund auf ähnlichem Niveau. Deutlich mehr bringen Vergütungen für Bereitschafts- und Hintergrunddienste, außertarifliche Verträge sowie eine Beteiligung an Privatliquidation, die nicht in den Werten enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt oder eine Oberärztin für Onkologie?

Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Krebserkrankungen, von Leukämien und Lymphomen bis zu Tumoren von Lunge, Darm oder Brust. Oberärztinnen und Oberärzte legen auf Grundlage von Bildgebung, Laborwerten und Gewebebefunden fest, welche Chemotherapie, Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie infrage kommt. In der Tumorkonferenz besprechen sie die Fälle mit Chirurgie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie und vertreten dort die internistisch-onkologische Sicht. Auf Station führen sie die Visite, prüfen Therapiepläne der Assistenzärzte, behandeln Komplikationen wie Infektionen bei Neutropenie und führen Knochenmarkpunktionen durch. Ein großer Teil der Arbeit sind Gespräche: Diagnosen mitteilen, über Nebenwirkungen aufklären, mit Patienten und Angehörigen über das Ende einer tumorgerichteten Therapie und den Übergang in die Palliativversorgung sprechen. Dazu kommen Arztbriefe, Dokumentation, Studienarbeit, Anleitung des Nachwuchses und Aufgaben im Qualitätsmanagement, etwa für die Zertifizierung als Krebszentrum.

Wie wird man Oberarzt oder Oberärztin für Onkologie?

Der Weg ist lang und lässt keinen Quereinstieg zu. Nach einem sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, die mindestens sechs Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Ärztekammer endet. Viele erwerben zusätzlich die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Eine Oberarztstelle wird in der Regel erst nach einigen Jahren als Facharzt vergeben, oft nach interner Bewährung. An Universitätskliniken werden Promotion, Publikationen und zunehmend eine Habilitation erwartet. Insgesamt liegen zwischen Studienbeginn und Oberarztposition meist 13 bis 16 Jahre.

Was der Beruf verlangt

Die Onkologie ist fachlich anspruchsvoll und verändert sich schnell. Neue Medikamente und Studienergebnisse erscheinen laufend, wer nicht ständig liest und Kongresse besucht, fällt zurück. Die emotionale Belastung ist erheblich: Viele Patienten sterben trotz Behandlung, darunter auch junge Menschen, und die Gespräche darüber gehören zum Alltag. Zur regulären Arbeitszeit kommen Hintergrunddienste an Wochenenden und in der Nacht, in denen telefonische Erreichbarkeit und bei Bedarf das Kommen in die Klinik verlangt werden. Überstunden sind verbreitet. Hinzu kommt die Sandwichposition: Oberärzte setzen Vorgaben von Chefarzt und Verwaltung um, tragen Verantwortung für Fehler im Team und sind mit Personalmangel, Bettenknappheit und Dokumentationspflichten konfrontiert. Die Arbeit verlangt Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit und die Fähigkeit, mit Leid umzugehen, ohne abzustumpfen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst. Mit der alternden Bevölkerung steigt die Zahl der Krebserkrankungen, und Patienten leben dank neuer Therapien länger mit ihrer Erkrankung, was mehr Behandlungsjahre bedeutet. Fachärzte für Hämatologie und Onkologie sind in vielen Regionen knapp, besonders außerhalb der Großstädte. Entwicklungswege führen zum leitenden Oberarzt und Chefarzt, in die Leitung eines zertifizierten Organkrebszentrums oder in eine Professur. Viele wechseln in eine onkologische Schwerpunktpraxis oder ein medizinisches Versorgungszentrum, wo die Arbeitszeiten planbarer sind. Weitere Möglichkeiten bieten die klinische Forschung und die pharmazeutische Industrie.

Aufgaben

  • Therapiepläne für Chemo-, Immun- und zielgerichtete Therapien festlegen und überprüfen
  • Oberarztvisiten auf Station und in der Tagesklinik führen
  • Fälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen vorstellen und mitentscheiden
  • Diagnose- und Aufklärungsgespräche mit Patienten und Angehörigen führen
  • Komplikationen wie Infektionen, Blutungen oder Therapienebenwirkungen behandeln
  • Knochenmarkpunktionen und weitere Eingriffe durchführen
  • Assistenzärzte anleiten, Arztbriefe freigeben und Hintergrunddienste übernehmen
  • Patienten in klinische Studien einschließen und betreuen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
  • Mehrjährige Berufserfahrung als Facharzt
  • Sicherheit in schwierigen Gesprächen über Prognose, Therapieende und Tod
  • Psychische Belastbarkeit und Bereitschaft zu Hintergrunddiensten
  • Führungsfähigkeit und Erfahrung in der Anleitung von Assistenzärzten
  • An Universitätskliniken Promotion und wissenschaftliche Tätigkeit

Wo man arbeitet

  • Universitätskliniken
  • Kommunale und konfessionelle Krankenhäuser
  • Private Klinikketten
  • Zertifizierte Krebszentren
  • Onkologische Tageskliniken und Ambulanzen

Der Weg in den Beruf

Nach einem sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine mindestens sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie mit Prüfung vor der Landesärztekammer. Die Ernennung zum Oberarzt erfolgt durch die Klinik, meist nach weiteren zwei bis fünf Jahren Facharzterfahrung.

Offene Stellen als Oberarzt/-ärztin für Onkologie

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7.000 – 16.000 €

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