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Gesundheit & Pflege

Oberarzt Gynäkologie

Oberärztinnen und Oberärzte der Gynäkologie sind Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die in einer Klinik Verantwortung für einen Bereich, für Operationen und für die Anleitung jüngerer Ärzte tragen. Sie sind die entscheidende Instanz im Hintergrund, wenn es im Kreißsaal oder auf Station kritisch wird.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Oberarzt Gynäkologie verdient

9.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 8.500 bis 13.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 8.500 € 8.900 € 9.300 € 106.800 €
Mit Berufserfahrung 9.000 € 9.600 € 10.300 € 115.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.000 € 11.000 € 13.000 € 132.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte TdL, in privaten Ketten wie Helios oder Asklepios meist eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund; Oberärzte werden dort in der Entgeltgruppe Ä3, leitende Oberärzte in Ä4 eingruppiert. Spürbar mehr bringen vor allem Bereitschafts- und Rufdienstvergütungen sowie bei leitenden Positionen Beteiligungen an Privatliquidation, die in den Werten nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Oberarzt in der Gynäkologie?

Ein Oberarzt oder eine Oberärztin steht in der Klinikhierarchie zwischen den Assistenz- und Fachärzten und dem Chefarzt. Der Alltag teilt sich zwischen eigener ärztlicher Arbeit und Verantwortung für andere. Im OP stehen Eingriffe wie Kaiserschnitte, Gebärmutterentfernungen, laparoskopische Operationen bei Endometriose oder Zysten und brustchirurgische Eingriffe bei Brustkrebs an. Im Kreißsaal übernehmen Oberärzte schwierige Geburten, entscheiden über Notfallkaiserschnitte und betreuen Risikoschwangerschaften. Dazu kommen Oberarztvisiten, Ultraschall- und Spezialsprechstunden, Aufklärungsgespräche, Tumorkonferenzen und die Überprüfung von Arztbriefen. Häufig leiten sie einen Schwerpunkt wie das Brustzentrum, die Geburtshilfe oder die gynäkologische Onkologie. Ein großer Teil der Arbeit ist Anleitung: Assistenzärzte werden im OP angelernt, im Dienst beraten und in ihrer Weiterbildung begleitet.

Wie wird man Oberarzt in der Gynäkologie?

Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation. Darauf folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an einer dafür zugelassenen Klinik, abgeschlossen mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Oberarzt wird man in der Regel nach einigen weiteren Jahren als Facharzt, wenn die Klinik eine Stelle besetzt und die nötige operative Erfahrung vorhanden ist. Viele erwerben vorher eine Schwerpunktbezeichnung, etwa in gynäkologischer Onkologie, spezieller Geburtshilfe und Perinatalmedizin oder gynäkologischer Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, die jeweils weitere Weiterbildungszeit erfordert. Ein Quereinstieg ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Geburten richten sich nach keiner Uhrzeit. Oberärzte leisten Hintergrund- und Rufdienste in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen und müssen dann binnen kurzer Zeit in der Klinik sein. Entscheidungen fallen oft unter Zeitdruck, etwa bei einem kindlichen Herztonabfall oder einer starken Blutung nach der Geburt. Die Geburtshilfe gilt als haftungsrechtlich besonders heikles Fach, Fehler können lebenslange Folgen für Mutter und Kind haben. Belastend sind auch Gespräche über Krebsdiagnosen, Fehlgeburten oder Totgeburten. Lange Operationen verlangen körperliche Ausdauer. Hinzu kommen Dokumentation, Qualitätssicherung, Zertifizierungen und in vielen Häusern Personalmangel, der Dienstpläne eng macht. Die Doppelrolle zwischen Patientenversorgung, Führung und Verwaltung empfinden viele als den eigentlichen Kraftakt.

Aussichten

Erfahrene Gynäkologinnen und Gynäkologen werden gesucht, besonders in ländlichen Regionen und in Kliniken mit Geburtshilfe. Gleichzeitig schließen Geburtsstationen, und die Krankenhausreform bündelt Leistungen in größeren Zentren, was Stellen an manchen Orten wegfallen und an anderen entstehen lässt. Mögliche nächste Schritte sind die Position des leitenden Oberarztes oder Chefarztes, eine akademische Laufbahn mit Habilitation an einer Universitätsklinik oder der Wechsel in die eigene Praxis, ein medizinisches Versorgungszentrum oder eine belegärztliche Tätigkeit. Spezialisierungen wie Reproduktionsmedizin oder Pränataldiagnostik eröffnen zusätzlich Wege außerhalb der Klinik.

Aufgaben

  • Kaiserschnitte, Hysterektomien und laparoskopische Eingriffe durchführen
  • Risikogeburten im Kreißsaal leiten und über Notfalleingriffe entscheiden
  • Oberarztvisiten auf Station und Spezialsprechstunden abhalten
  • Hintergrund- und Rufdienste übernehmen
  • Assistenzärzte im OP und im Dienst anleiten
  • Behandlungspläne in Tumorkonferenzen abstimmen
  • Arztbriefe prüfen und Qualitätssicherung betreuen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
  • Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Mehrjährige operative Erfahrung, oft mit Schwerpunktbezeichnung
  • Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
  • Führungs- und Lehrkompetenz
  • Körperliche Belastbarkeit für lange Operationen und Nachtdienste
  • Einfühlungsvermögen in schwierigen Gesprächen

Wo man arbeitet

  • Kommunale Krankenhäuser
  • Universitätskliniken
  • Private Klinikketten
  • Kirchliche Krankenhäuser
  • Perinatalzentren
  • Brustzentren

Der Weg in den Beruf

Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren folgt eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Prüfung vor der Ärztekammer. Die Oberarztposition wird meist nach weiteren zwei bis fünf Jahren Facharzttätigkeit erreicht, oft nach Erwerb einer Schwerpunktbezeichnung.

Offene Stellen als Oberarzt Gynäkologie

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