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Orthopädieschuhmacher

Orthopädieschuhmacher fertigen und ändern Schuhe, Einlagen und Fußorthesen für Menschen mit Fehlstellungen, Verletzungen oder Erkrankungen wie Diabetes. Sie verbinden Handwerk mit medizinischem Wissen und arbeiten meist auf ärztliche Verordnung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Orthopädieschuhmacher verdient

2.950 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.300 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 2.950 € 3.400 € 35.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.500 € 4.300 € 42.000 €

Einen bundesweit geltenden Tarifvertrag gibt es nicht; viele kleine Handwerksbetriebe zahlen frei verhandelte Löhne, wo Tarife gelten, sind es regionale Abschlüsse über die Innungen. Am stärksten hängt das Gehalt vom Meistertitel, von der Betriebsgröße und der Region ab, Sanitätshäuser und größere Versorger zahlen meist mehr als Kleinbetriebe.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Orthopädieschuhmacher?

Orthopädieschuhmacherinnen und Orthopädieschuhmacher versorgen Menschen, deren Füße nicht in handelsübliche Schuhe passen oder die besondere Entlastung brauchen. Am Anfang steht die Untersuchung: Fuß vermessen, Trittspur und Druckverteilung aufnehmen, Gangbild beobachten, heute oft mit 3D-Scanner und Druckmessplatte. Daraus entstehen Einlagen, Schuhzurichtungen wie Abrollsohlen oder Verkürzungsausgleiche, Bettungen für Diabetiker und im aufwendigsten Fall ein orthopädischer Maßschuh mit eigens gebautem Leisten. In der Werkstatt wird geschliffen, geklebt, gefräst, genäht und anprobiert, häufig mehrmals, bis der Schuh sitzt. Dazu kommen Beratung im Laden, Reparaturen und die Abrechnung mit Krankenkassen, für die Kostenvoranschläge und Dokumentation nötig sind. Die Kundschaft ist überwiegend älter, viele haben Diabetes, Rheuma, Lähmungen oder Amputationen.

Wie wird man Orthopädieschuhmacher?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung im Handwerk, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Gelernt wird im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen. Wer bereits Schuhmacher, Orthopädietechniker oder in einem verwandten Handwerk ausgebildet ist, kann die Ausbildung unter Umständen verkürzen. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist kaum möglich, da die Versorgung auf Rezept fachlich verantwortetes Personal voraussetzt. Nach einigen Gesellenjahren führt die Meisterprüfung weiter; sie ist Voraussetzung, um einen eigenen Betrieb zu führen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Werkstattarbeit im Stehen. Schleifmaschinen erzeugen Lärm und Staub, Klebstoffe und Lösungsmittel riechen stark, auch wenn Absaugungen die Belastung mindern. Feinmotorik, räumliches Vorstellungsvermögen und Geduld sind gefragt, denn ein Maßschuh entsteht in vielen Einzelschritten. Gleichzeitig ist der Beruf nah am Menschen: Füße mit Wunden, Druckstellen oder Deformationen gehören zum Alltag, und gerade bei Diabetikern kann eine schlecht sitzende Versorgung ernste Folgen haben. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt und tagsüber, in Betrieben mit Ladengeschäft auch samstags. Der Papieraufwand mit Krankenkassen ist erheblich und wird von vielen als lästig empfunden. Die Bezahlung liegt gerade in den ersten Jahren im unteren Bereich vergleichbarer Handwerksberufe.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend, weil die Bevölkerung älter wird und die Zahl der Diabeteserkrankungen zunimmt. Zugleich gibt es wenige Auszubildende, sodass Betriebe Fachkräfte suchen und viele Inhaber in den kommenden Jahren eine Nachfolge brauchen. Wer den Meister macht, hat gute Chancen auf eine Werkstattleitung oder die Übernahme eines Betriebs. Die Digitalisierung verändert den Beruf spürbar: Scans, CAD-Konstruktion und gefräste oder gedruckte Einlagen ersetzen Teile der Handarbeit, das Gespür für Material und Passform bleibt aber gefragt. Weitere Wege führen in die Fachberatung für Hersteller, in Sanitätshäuser oder über ein Studium der Orthopädie- und Rehabilitationstechnik in technische Funktionen.

Aufgaben

  • Füße vermessen, scannen und Trittspuren auswerten
  • Einlagen und diabetische Fußbettungen anfertigen
  • Konfektionsschuhe orthopädisch zurichten, etwa mit Abrollsohlen oder Erhöhungen
  • Leisten bauen und orthopädische Maßschuhe herstellen
  • Anproben durchführen und Versorgungen nachpassen
  • Kunden mit Fußerkrankungen beraten
  • Kostenvoranschläge erstellen und mit Krankenkassen abrechnen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Orthopädieschuhmacher, für Betriebsführung die Meisterprüfung
  • Handwerkliches Geschick und gute Feinmotorik
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Grundkenntnisse in Anatomie und Interesse an medizinischen Fragen
  • Einfühlungsvermögen im Umgang mit kranken und älteren Menschen
  • Belastbarkeit für Arbeit im Stehen, bei Staub, Lärm und Klebstoffgerüchen

Wo man arbeitet

  • Betriebe der Orthopädieschuhtechnik
  • Sanitätshäuser
  • Rehabilitationskliniken und orthopädische Fachkliniken
  • Hersteller von Einlagen und orthopädischen Hilfsmitteln
  • Diabetes-Fußambulanzen in Kooperation mit Fachbetrieben

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung im Handwerk über dreieinhalb Jahre, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer abschließt. Nach Berufserfahrung kann die Meisterprüfung abgelegt werden, die zur Führung eines eigenen Betriebs berechtigt.

Offene Stellen als Orthopädieschuhmacher

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