Zum Inhalt springen
Bildung & Soziales

Pädagogische Fachkraft / Erzieher

Pädagogische Fachkräfte und Erzieher betreuen, fördern und begleiten Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten, Ganztagsschulen und Einrichtungen der Jugendhilfe. Sie planen den pädagogischen Alltag, beobachten die Entwicklung und arbeiten eng mit Eltern zusammen.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pädagogische Fachkraft / Erzieher verdient

3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 5.800 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.500 € 3.700 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.300 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.600 € 5.800 € 55.200 €

Bei kommunalen Trägern gilt der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (meist Entgeltgruppe S8a), bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie mit ähnlichen Werten; kleinere freie und private Träger ohne Tarifbindung zahlen oft deutlich weniger. Höher bezahlt werden vor allem Leitungsstellen, deren Eingruppierung von der Größe der Einrichtung abhängt, sowie Zulagen in der Jugendhilfe für Schicht- und Nachtdienste.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine pädagogische Fachkraft?

Der größte Teil der Fachkräfte arbeitet in Kindertagesstätten, viele auch in Horten, offenen Ganztagsschulen, Wohngruppen der Jugendhilfe oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. In der Kita sieht der Tag etwa so aus: Kinder in Empfang nehmen, Frühstück und Mittagessen begleiten, Wickeln und Schlafenszeit organisieren, Spiel- und Bastelangebote vorbereiten, mit der Gruppe in den Wald oder auf den Spielplatz gehen, Streit schlichten und trösten. Dazu kommt Arbeit, die Außenstehende selten sehen: Entwicklungsbeobachtungen dokumentieren, Portfolios führen, Elterngespräche vorbereiten, Teamsitzungen, Absprachen mit Logopäden, Jugendamt oder Grundschule. In der stationären Jugendhilfe gehören Hausaufgabenbetreuung, Krisengespräche, Hilfeplanung und Berichte an das Jugendamt zum Alltag.

Wie wird man Erzieherin oder Erzieher?

Der übliche Weg ist eine schulische Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik, die mit der staatlichen Anerkennung endet. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss und eine vorherige Ausbildung, etwa zur Sozialassistentin oder zum Kinderpfleger, oder mehrjährige einschlägige Praxis. Mit Abitur reicht in vielen Ländern ein Vorpraktikum. Insgesamt dauert der Weg drei bis fünf Jahre. Die klassische Vollzeitausbildung ist bis auf das Anerkennungsjahr meist unvergütet, die praxisintegrierte Variante (PiA) dagegen wird bezahlt und ist für Quereinsteiger und Menschen nach der Elternzeit oft die realistische Option. Als pädagogische Fachkraft gelten je nach Bundesland auch Kindheitspädagoginnen mit Bachelor, Sozialpädagogen oder Heilerziehungspfleger. Wer in einem verwandten Beruf arbeitet, kann über eine Externenprüfung oder berufsbegleitende Teilzeitausbildung einsteigen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengender, als viele erwarten: ständiges Bücken, Tragen von Kleinkindern, Sitzen auf kleinen Stühlen und ein hoher Lärmpegel belasten Rücken, Gehör und Nerven. Infekte gehen in Kitas ständig um. Viele Einrichtungen sind unterbesetzt, sodass Gruppen zusammengelegt werden, Vor- und Nachbereitungszeit wegfällt und Krankheitsvertretungen an der Tagesordnung sind. Die Arbeitszeit liegt in Kitas meist im Früh- oder Spätdienst zwischen etwa sechs und achtzehn Uhr, in der Jugendhilfe kommen Schicht-, Wochenend- und Nachtdienste hinzu. Gespräche mit Eltern können schwierig sein, etwa bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Gefragt sind Geduld, Belastbarkeit, klare Grenzen und die Fähigkeit, eigenes Handeln zu reflektieren. Teilzeit ist sehr verbreitet, was den Beruf vereinbar mit Familie macht, aber das Einkommen schmälert.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und wird es bleiben. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz und der ab 2026 schrittweise geltende Anspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter verschärfen den Fachkräftemangel, in vielen Regionen finden Absolventen sofort eine Stelle. Entwicklungswege führen in die stellvertretende oder volle Kitaleitung, in Fachberatung, in die Heilpädagogik oder über Weiterbildungen in Schwerpunkte wie Sprachförderung, Inklusion oder Praxisanleitung. Mit Hochschulzugang ist ein Studium der Sozialen Arbeit oder Kindheitspädagogik möglich, teils mit Anrechnung der Ausbildung.

Aufgaben

  • Kinder im Tagesablauf betreuen, beim Essen, Anziehen und Schlafen begleiten
  • Spiel-, Bewegungs- und Bildungsangebote planen und durchführen
  • Entwicklung der Kinder beobachten und dokumentieren
  • Entwicklungs- und Elterngespräche führen
  • Konflikte in der Gruppe begleiten und lösen
  • sich im Team abstimmen und mit Jugendamt, Schule und Therapeuten zusammenarbeiten
  • Auszubildende und Praktikanten anleiten

Voraussetzungen

  • staatliche Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher oder gleichwertiger pädagogischer Abschluss
  • erweitertes Führungszeugnis
  • Nachweis über Masernschutz
  • Geduld, Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Eltern und Team
  • körperliche Fitness für Heben, Bücken und Lärm

Wo man arbeitet

  • Kindertagesstätten und Krippen
  • Horte und offene Ganztagsschulen
  • Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Jugendzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine zwei- bis dreijährige Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik mit Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannter Erzieher, der meist eine Vorausbildung oder ein Praktikum vorausgeht, sodass insgesamt drei bis fünf Jahre zusammenkommen. Die praxisintegrierte Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird vergütet.

Verwandte Berufe

Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.

Offene Stellen
86
Monatsbrutto
3.050 – 4.700 €

Kinderpfleger

Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger betreuen, pflegen und fördern Kinder, meist im Alter bis sechs Jahre, in Krippen, Kindergärten und anderen Einrichtungen. Sie arbeiten in der Regel als Ergänzungs- oder Zweitkraft an der Seite von Erzieherinnen und Erziehern.

Offene Stellen
21
Monatsbrutto
2.500 – 3.900 €

Sozialarbeiter

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, etwa bei Armut, Sucht, Gewalt oder familiären Krisen. Sie vermitteln Hilfen, stellen Anträge und arbeiten mit Ämtern, Schulen und Gerichten zusammen.

Offene Stellen
19
Monatsbrutto
3.300 – 5.900 €

Sozialassistent

Sozialassistentinnen und Sozialassistenten unterstützen Fachkräfte bei der Betreuung, Pflege und Förderung von Kindern, Menschen mit Behinderung und älteren Menschen. Die schulische Ausbildung ist zugleich ein häufiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Erzieherin oder zum Heilerziehungspfleger.

Offene Stellen
36
Monatsbrutto
2.400 – 3.800 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz