PE- Schweißer
PE-Schweißer verbinden Rohre und Formteile aus Polyethylen durch Heizelementstumpf- oder Heizwendelschweißen, vor allem beim Bau von Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen. Die Arbeit findet überwiegend auf Baustellen und in Leitungsgräben statt.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als PE- Schweißer verdient
3.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 4.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 3.900 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.000 € | 4.600 € | 48.000 € |
In Baubetrieben gilt meist der Rahmentarifvertrag und Lohntarifvertrag für das Baugewerbe, bei Stadtwerken häufig der TV-V; entscheidend ist die Eingruppierung als Fachwerker oder Facharbeiter. Auslösungen bei Montage und Zuschläge für Bereitschaft können das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen, nicht tarifgebundene Kleinbetriebe zahlen dagegen oft weniger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein PE-Schweißer?
PE-Schweißer stellen dauerhafte, dichte Verbindungen zwischen Kunststoffrohren aus Polyethylen her. Solche Rohre liegen in der Trinkwasser- und Gasversorgung, in Abwasserdruckleitungen, in Kabelschutzrohren und in Industrieanlagen. Die beiden wichtigsten Verfahren sind das Heizelementstumpfschweißen, bei dem die Rohrenden auf einer Heizplatte erwärmt und unter Druck zusammengefügt werden, und das Heizwendelschweißen mit Elektroschweißmuffen, die über ein Schweißgerät mit Strom erhitzt werden. Zur täglichen Arbeit gehört, Rohre abzulängen, die Oberflächen zu schälen und zu reinigen, die Schweißmaschine einzurichten und die vorgegebenen Parameter für Temperatur, Druck und Abkühlzeit einzuhalten. Jede Naht wird protokolliert, meist automatisch über das Schweißgerät, und vor der Inbetriebnahme folgen Druckprüfungen. Oft arbeiten PE-Schweißer in einer Kolonne im Leitungsbau und übernehmen neben dem Schweißen auch Verlege-, Graben- und Montagearbeiten.
Wie wird man PE-Schweißer?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Die Qualifikation wird über einen Lehrgang mit Prüfung erworben, in der Regel nach dem DVS-Regelwerk 2212 und für die Gas- und Wasserversorgung nach dem DVGW-Arbeitsblatt GW 330. Der Grundlehrgang dauert je nach Umfang etwa eine bis zwei Wochen. Das Prüfungszeugnis muss regelmäßig durch Arbeitsproben oder eine Verlängerungsprüfung bestätigt werden, sonst verfällt es. Die meisten PE-Schweißer haben vorher eine Ausbildung als Rohrleitungsbauer, Tiefbaufacharbeiter, Kanalbauer oder Anlagenmechaniker abgeschlossen. Quereinsteiger ohne Berufsabschluss werden ebenfalls geschult, vor allem bei Personalmangel, arbeiten dann aber häufig in niedrigeren Lohngruppen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Es wird im Freien bei Hitze, Kälte und Regen gearbeitet, oft kniend oder gebückt im Graben. Rohre, Maschinen und Generatoren müssen bewegt werden. Gleichzeitig verlangt das Schweißen Sorgfalt: Schon Schmutz auf der Schweißfläche oder eine verkürzte Abkühlzeit kann eine Naht unbrauchbar machen, und bei Gasleitungen hat ein Fehler ernste Folgen. Wer gern schnell arbeitet, muss sich an feste Abläufe halten können. Viele Stellen sind mit Montage verbunden, also mit wechselnden Baustellen, langen Anfahrten und Übernachtungen unter der Woche. Bei Netzbetreibern kommen Bereitschaftsdienste für Rohrbrüche hinzu, auch nachts und am Wochenende.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Alte Grauguss- und Stahlleitungen werden in vielen Kommunen durch PE-Rohre ersetzt, der Breitbandausbau braucht Kabelschutzrohre, und Wasserstoff- sowie Wärmenetze bringen neue Projekte. Fachkräfte mit gültigem Schweißzeugnis sind im Leitungsbau gesucht. Wer sich weiterbilden will, kann zusätzliche Verfahren oder größere Rohrdimensionen erlernen, eine Qualifikation als Schweißaufsicht anstreben oder über Vorarbeiter und Polier in die Bauleitung wechseln. Auch eine Stelle bei einem Stadtwerk oder Netzbetreiber ist ein üblicher Weg, der weniger Montage und geregeltere Arbeitszeiten bietet.
Aufgaben
- Rohre aus Polyethylen ablängen, schälen und reinigen
- Schweißmaschinen einrichten und Parameter einstellen
- Heizelementstumpfschweißungen durchführen
- Elektroschweißmuffen und Formteile verschweißen
- Schweißprotokolle führen und auslesen
- Druck- und Dichtheitsprüfungen an Leitungen begleiten
- Rohrleitungen im Graben verlegen und anschließen
- Hausanschlüsse an Gas- und Wasserleitungen herstellen
Voraussetzungen
- Prüfungszeugnis als Kunststoffschweißer nach DVS 2212 oder DVGW GW 330
- Meist abgeschlossene Ausbildung im Rohrleitungs-, Tief- oder Kanalbau
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien und im Graben
- Sorgfalt und Bereitschaft, Arbeitsabläufe genau einzuhalten
- Führerschein Klasse B, häufig auch BE oder C1
- Bereitschaft zu Montage und wechselnden Einsatzorten
Wo man arbeitet
- Rohrleitungsbaufirmen
- Tiefbau- und Kanalbauunternehmen
- Stadtwerke und Netzbetreiber
- Unternehmen für Breitband- und Kabelbau
- Industrieanlagenbau
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Rohrleitungsbauer oder Tiefbaufacharbeiter mit anschließendem Schweißlehrgang nach DVS 2212 oder DVGW GW 330, der etwa ein bis zwei Wochen dauert. Das Prüfungszeugnis muss in festen Abständen verlängert werden. Quereinsteiger können den Lehrgang auch ohne Berufsabschluss absolvieren, wenn der Betrieb sie einarbeitet.
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