Pflegefachkraft im Hospiz
Pflegefachkräfte im Hospiz pflegen und begleiten schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Im Mittelpunkt stehen Linderung von Beschwerden, Würde und die Begleitung der Angehörigen.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft im Hospiz verdient
3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 5.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.500 € | 3.800 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.200 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.500 € | 5.200 € | 54.000 € |
Die meisten Hospize zahlen nach TVöD-P oder nach kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien wie AVR Caritas und AVR Diakonie, private und kleine Träger teils nach Haustarif darunter. Spürbar mehr bringen Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste, die hier nicht eingerechnet sind, sowie Leitungsaufgaben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft im Hospiz?
Im Hospiz leben Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung, deren Lebenserwartung meist nur noch Tage bis wenige Monate beträgt. Pflegefachkräfte übernehmen dort die Grund- und Behandlungspflege: waschen, lagern, Mundpflege, Wunden und Druckstellen versorgen, Schmerzpumpen und Portkatheter betreuen, Medikamente nach ärztlicher Anordnung verabreichen. Ein großer Teil der Arbeit ist Symptomkontrolle. Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Unruhe und Angst werden beobachtet, eingeschätzt und mit Hausärzten oder Palliativmedizinern abgestimmt. Anders als im Krankenhaus geht es nicht um Heilung, sondern um Lebensqualität. Deshalb richtet sich der Tagesablauf stärker nach den Wünschen der Gäste, wie Bewohner im Hospiz oft genannt werden. Dazu kommen Gespräche mit Angehörigen, die Begleitung in der Sterbephase, die Versorgung Verstorbener und die Dokumentation. Pflegefachkräfte arbeiten eng mit Ehrenamtlichen, Seelsorge, Sozialarbeit und Therapeuten zusammen.
Wie wird man Pflegefachkraft im Hospiz?
Grundlage ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz oder ein älterer Abschluss in Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Auch ein Pflegestudium führt zur Berufszulassung. Die meisten Hospize erwarten zusätzlich die Weiterbildung Palliative Care mit 160 Unterrichtsstunden oder bieten sie nach der Einstellung berufsbegleitend an. Berufserfahrung in Onkologie, Intensivpflege, ambulanter Pflege oder auf einer Palliativstation ist gern gesehen. Ein direkter Quereinstieg ohne Pflegeausbildung ist als Fachkraft nicht möglich; Pflegehilfskräfte und Ehrenamtliche können aber im Hospiz mitarbeiten und sich von dort aus weiterqualifizieren.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist emotional belastend. Fast alle Gäste sterben im Hospiz, oft mehrere in einer Woche, darunter auch junge Menschen. Trauer, Konflikte in Familien und Gespräche über Tod gehören zum Alltag. Wer hier arbeitet, braucht einen guten Umgang mit der eigenen Belastung; Supervision und Teamgespräche sind in den meisten Häusern fest eingeplant. Körperlich ist die Pflege bettlägeriger Menschen anstrengend, auch wenn Hilfsmittel vorhanden sind. Gearbeitet wird im Schichtdienst rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen. Der Personalschlüssel ist in Hospizen meist besser als im Krankenhaus oder Pflegeheim, was mehr Zeit für den einzelnen Menschen lässt. Dafür tragen Pflegefachkräfte viel Verantwortung, besonders im Nachtdienst, wenn oft keine Ärztin im Haus ist und Situationen selbstständig eingeschätzt werden müssen.
Aussichten
Die Zahl der stationären Hospize und der ambulanten Palliativdienste wächst seit Jahren, und der Bedarf steigt mit der alternden Bevölkerung weiter. Gleichzeitig herrscht in der Pflege insgesamt Fachkräftemangel, sodass ausgebildete Kräfte mit Palliative-Care-Weiterbildung gute Chancen haben. Hospize sind allerdings kleine Einrichtungen mit wenigen Stellen; Teilzeit ist weit verbreitet. Weiterentwicklung ist möglich in die Pflegedienstleitung oder Hospizleitung, in die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), in die Koordination ambulanter Hospizdienste, in die Praxisanleitung oder als Dozentin für Palliative Care. Auch ein Studium in Pflegewissenschaft oder Palliative Care steht offen.
Aufgaben
- Grund- und Behandlungspflege bei schwerstkranken Menschen durchführen
- Schmerzen, Atemnot und andere Symptome beobachten und lindern
- Medikamente verabreichen, Schmerzpumpen und Ports betreuen
- Angehörige beraten und in der Trauer begleiten
- Sterbende in der letzten Lebensphase begleiten und Verstorbene versorgen
- Mit Ärzten, Seelsorge und Ehrenamtlichen Maßnahmen abstimmen
- Pflegeverlauf und Symptome dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann oder vergleichbarer Pflegeabschluss
- Weiterbildung Palliative Care (160 Stunden) oder Bereitschaft, sie zu absolvieren
- Psychische Stabilität im Umgang mit Tod und Trauer
- Einfühlungsvermögen und Gesprächsfähigkeit gegenüber Gästen und Angehörigen
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
- Körperliche Belastbarkeit für die Pflege bettlägeriger Menschen
Wo man arbeitet
- Stationäres Hospiz
- Palliativstation im Krankenhaus
- Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst
- Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)
- Kinder- und Jugendhospiz
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung. Danach folgt meist die berufsbegleitende Weiterbildung Palliative Care mit 160 Stunden, die viele Hospize voraussetzen oder finanzieren.
Offene Stellen als Pflegefachkraft im Hospiz
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Verwandte Berufe
Altenpfleger
Pflegt und begleitet alte Menschen im Heim oder zu Hause – ein Abschluss, der seit der Pflegereform nicht mehr eigenständig begonnen wird.
- Offene Stellen
- 159
- Monatsbrutto
- 3.250 – 4.900 €
Gesundheits- und Krankenpfleger
Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen Patienten im Krankenhaus und in anderen Einrichtungen pflegerisch und medizinisch – ein Abschluss, der seit 2020 in der Pflegefachfrau und dem Pflegefachmann aufgeht.
- Offene Stellen
- 151
- Monatsbrutto
- 3.300 – 5.000 €
Pflegefachkraft in der ambulanten Pflege
Pflegefachkräfte in der ambulanten Pflege versorgen pflegebedürftige und kranke Menschen in deren eigener Wohnung. Sie fahren feste Touren, übernehmen medizinische Behandlungspflege und Grundpflege und arbeiten dabei meist allein vor Ort.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 3.300 – 5.300 €
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