Gesundheits- und Krankenpfleger
Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen Patienten im Krankenhaus und in anderen Einrichtungen pflegerisch und medizinisch – ein Abschluss, der seit 2020 in der Pflegefachfrau und dem Pflegefachmann aufgeht.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Gesundheits- und Krankenpfleger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.600 € | 3.950 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.000 € | 4.400 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.450 € | 5.000 € | 53.400 € |
Grundlage ist die Entgeltgruppe P7 bis P8 der Pflegetabelle im TVöD, die für kommunale Kliniken gilt; Universitätskliniken zahlen nach TV-L bzw. eigenen Tarifen, kirchliche Häuser nach den AVR. Die Senior-Werte umfassen Fachweiterbildungen, Wechselschicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Gesundheits- und Krankenpfleger ist die bis 2019 erworbene Berufsbezeichnung für Pflegefachkräfte mit Schwerpunkt Akutversorgung. Seit dem Pflegeberufegesetz wird er nicht mehr neu ausgebildet; an seine Stelle ist die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann getreten. Der Abschluss bleibt voll gültig, und in Stellenanzeigen von Kliniken steht er weiterhin, oft neben der neuen Bezeichnung. Gemeint ist in der Praxis dieselbe Stelle.
Im Krankenhaus ist die Arbeit dichter und medizinischer als in der Langzeitpflege. Die Liegezeiten sind kurz, Patienten kommen zu Operationen, Untersuchungen und Akutbehandlungen, und der Pfleger ist die Person, die über die Schicht hinweg Veränderungen bemerkt: steigender Puls, nachlassende Urinausscheidung, Verwirrtheit nach einer Narkose. Dazu kommen Behandlungspflege, die Vorbereitung und Nachsorge von Eingriffen, das Management von Zugängen, Drainagen und Infusionen, Visitenbegleitung und eine umfangreiche Dokumentation. Die Station bestimmt den Charakter: Intensivstation, Notaufnahme, Geriatrie und Psychiatrie sind jeweils eigene Welten.
Im Bestand kommen die Anzeigen von kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken, psychiatrischen Krankenhäusern und einer Einrichtung der Behindertenhilfe; gesucht wird unter anderem für Geriatrie und Notaufnahme, nur wenige Stellen sind ausdrücklich in Teilzeit ausgeschrieben. Schichtdienst mit Nächten, Wochenenden und Feiertagen ist Standard.
Der Personalmangel in den Kliniken ist real und prägt Arbeitsbelastung und Verhandlungsposition gleichermaßen. Wer spezialisiert ist, hat die größte Auswahl: Die Fachweiterbildungen für Intensiv- und Anästhesiepflege, Notfallpflege, Onkologie oder Psychiatrie sind anerkannt, zulagefähig und führen häufig zu besseren Dienstplänen. Leitungsfunktionen, Praxisanleitung und ein berufsbegleitendes Pflegestudium sind weitere Wege.
Aufgaben
- Patienten grund- und behandlungspflegerisch versorgen
- Vitalzeichen überwachen und Veränderungen an Ärzte melden
- Medikamente und Infusionen nach ärztlicher Anordnung vorbereiten und verabreichen
- Patienten auf Operationen und Untersuchungen vorbereiten und nachsorgen
- Wunden, Zugänge und Drainagen versorgen
- Visiten begleiten und Pflegeplanung dokumentieren
- Angehörige informieren und die Entlassung mit vorbereiten
- Auszubildende und neue Kollegen anleiten
Voraussetzungen
- Examen als Gesundheits- und Krankenpfleger oder als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann
- Staatliche Anerkennung bei im Ausland erworbenem Abschluss
- Bereitschaft zu Schichtdienst mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Belastbarkeit und Entscheidungsfähigkeit in akuten Situationen
- Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau
- Nachweis der Masernimmunität
Wo man arbeitet
- Allgemein- und Universitätskliniken
- Fachkliniken, etwa für Psychiatrie oder Geriatrie
- Rehabilitationskliniken
- Ambulante Pflegedienste
- Einrichtungen der Behindertenhilfe
- Dialysezentren und Arztpraxen
Der Weg in den Beruf
Neu erworben wird der Abschluss nicht mehr: Wer heute in die Krankenpflege will, absolviert die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann und legt den Vertiefungseinsatz im Krankenhaus. Alternativ führt ein primärqualifizierendes Pflegestudium zur Berufszulassung. Die Ausbildung ist vergütet, im öffentlichen Dienst nach dem TVAöD-Pflege. Nach dem Examen folgen Fachweiterbildungen der Landeskrankenhausgesellschaften oder Kammern, etwa für Intensivpflege oder Notfallpflege, die meist zwei Jahre berufsbegleitend dauern.
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