Pflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie
Pflegefachkräfte mit Vertiefung Pädiatrie pflegen Frühgeborene, Kinder und Jugendliche im Krankenhaus oder zu Hause und beziehen die Eltern eng in die Versorgung ein. Sie haben die generalistische Pflegeausbildung mit Schwerpunkt Kinderkrankenpflege abgeschlossen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie verdient
3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.100 bis 5.400 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.400 € | 3.700 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.300 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TVöD (Pflegetabelle P, meist Entgeltgruppe P7, mit Fachweiterbildung P8 oder höher), an Unikliniken der TV-L und bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie. Private Träger und ambulante Dienste zahlen oft weniger, während Schicht-, Nacht- und Intensivzulagen das tatsächliche Einkommen deutlich über die hier genannten Grundwerte heben können.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie?
Sie versorgt kranke Kinder vom Frühgeborenen mit wenigen hundert Gramm bis zum Jugendlichen kurz vor dem 18. Geburtstag. Zum Alltag gehört es, Vitalzeichen zu überwachen, Infusionen vorzubereiten, Medikamente nach Körpergewicht zu dosieren und zu verabreichen, Wunden und Zugänge zu versorgen, Sonden zu legen und Kinder zu wiegen, zu waschen und zu ernähren. Auf der Frühgeborenen- und Kinderintensivstation kommen Beatmung, Monitoring und die Arbeit im Inkubator hinzu. Ein großer Teil der Arbeit gilt den Eltern: Sie werden angeleitet, beruhigt, in die Pflege einbezogen und auf die Entlassung vorbereitet. Kinder können Schmerzen oder Beschwerden oft nicht benennen, deshalb kommt es auf genaues Beobachten an. Dokumentation, Übergaben im Schichtwechsel und Visiten mit den Kinderärztinnen und -ärzten nehmen viel Zeit ein.
Wie wird man Pflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie?
Der übliche Weg ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen im Krankenhaus, in der Altenpflege und in der ambulanten Pflege. Wer im Ausbildungsvertrag den Vertiefungseinsatz in der pädiatrischen Versorgung wählt, verbringt einen größeren Teil der Praxiszeit in der Kinderklinik. Alternativ lässt sich nach zwei Jahren entscheiden, das letzte Drittel gesondert als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder -pfleger abzuschließen. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss. Die Ausbildung wird vergütet. Daneben gibt es das primärqualifizierende Pflegestudium mit Bachelorabschluss. Bereits examinierte Pflegefachkräfte aus der Erwachsenenpflege können über Einarbeitung und Weiterbildung in die Kinderkrankenpflege wechseln.
Was der Beruf verlangt
Gearbeitet wird im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, an Wochenenden und Feiertagen. Viele Kinderkliniken sind knapp besetzt, kurzfristiges Einspringen ist häufig. Die Arbeit ist körperlich weniger schwer als in der Erwachsenenpflege, dafür verlangt sie hohe Konzentration: Dosierfehler wirken sich bei kleinen Körpern schnell aus. Belastend sind schwere Krankheitsverläufe, Kinder mit Krebs oder Behinderungen und Todesfälle, ebenso der Umgang mit verängstigten oder fordernden Eltern. Auch Anzeichen von Vernachlässigung oder Misshandlung zu erkennen und zu melden, gehört zur Aufgabe. Geduld, eine ruhige Hand und die Fähigkeit, sich nach belastenden Diensten abzugrenzen, sind nötig.
Aussichten
Pflegefachkräfte werden bundesweit gesucht, in der Kinderkrankenpflege ist der Mangel besonders spürbar. Kinderkliniken schließen teils Betten, weil Personal fehlt, und die ambulante Kinderintensivpflege sucht dauerhaft Fachkräfte. Weiterbildungen führen in die pädiatrische Intensiv- und Anästhesiepflege, die Neonatologie, die Kinderonkologie oder die Palliativversorgung. Mit Erfahrung sind Praxisanleitung, Stations- oder Pflegedienstleitung möglich. Ein Studium in Pflegewissenschaft, Pflegepädagogik oder Pflegemanagement öffnet Wege in Lehre und Leitung. Durch den generalistischen Abschluss ist zudem ein Wechsel in andere Pflegebereiche ohne neue Ausbildung möglich.
Aufgaben
- Vitalzeichen überwachen und Beobachtungen dokumentieren
- Medikamente nach Körpergewicht berechnen, richten und verabreichen
- Infusionen, Sonden und venöse Zugänge versorgen
- Frühgeborene im Inkubator pflegen und ernähren
- Kinder bei Untersuchungen und Eingriffen begleiten und beruhigen
- Eltern in Pflege, Ernährung und Medikamentengabe anleiten
- Entlassungen vorbereiten und mit Ärzten und Sozialdienst abstimmen
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
- Staatlich anerkannter Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann mit pädiatrischer Vertiefung
- Sicherheit im Rechnen für Dosierungen und Infusionsraten
- Genaue Beobachtungsgabe und Geduld im Umgang mit Kindern
- Gesprächsfähigkeit gegenüber besorgten Eltern
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
- Psychische Belastbarkeit bei schweren Krankheitsverläufen
Wo man arbeitet
- Kinderkliniken und Kinderabteilungen von Krankenhäusern
- Frühgeborenen- und Kinderintensivstationen
- Ambulante Kinderkrankenpflege und Kinderintensivpflegedienste
- Kinderhospize
- Sozialpädiatrische Zentren und Rehakliniken für Kinder
- Kinderarztpraxen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung mit Vertiefungseinsatz in der pädiatrischen Versorgung, die mit der staatlichen Prüfung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann endet. Alternativ kann das dritte Jahr als Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder zum -pfleger abgeschlossen werden. Daneben führt ein drei- bis vierjähriges Pflegestudium zum Bachelor mit Berufszulassung.
Offene Stellen als Pflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie
In der Suche fortsetzenPflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie (m/w/d)
Ausbildung zur Pflegefachkraft mit Vertiefung Pädiatrie (w/m/d)
Verwandte Berufe
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger versorgen Frühgeborene, Kinder und Jugendliche im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege oder in Spezialeinrichtungen. Sie pflegen, überwachen, führen ärztliche Anordnungen aus und beziehen die Eltern eng in die Versorgung ein.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.400 €
Hebamme
Hebammen begleiten Frauen und Familien durch Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie leiten Geburten eigenverantwortlich, erkennen Komplikationen und ziehen bei Bedarf ärztliche Hilfe hinzu.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 3.200 – 5.600 €
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.
- Offene Stellen
- 86
- Monatsbrutto
- 3.050 – 4.700 €
Medizinischer Fachangestellter
Medizinische Fachangestellte organisieren den Ablauf in Arztpraxen und Ambulanzen, betreuen Patientinnen und Patienten am Empfang und assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen. Der Beruf verbindet Verwaltung, Abrechnung und medizinische Assistenz.
- Offene Stellen
- 18
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.200 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...