Pflegefachfrau / -mann mit Schwerpunkt Pädiatrie
Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner mit Schwerpunkt Pädiatrie pflegen kranke Früh- und Neugeborene, Kinder und Jugendliche im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege oder im Hospiz. Sie überwachen, versorgen und begleiten die jungen Patienten und beziehen die Eltern eng in die Pflege ein.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachfrau / -mann mit Schwerpunkt Pädiatrie verdient
3.850 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 5.300 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.450 € | 3.700 € | 41.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.850 € | 4.200 € | 46.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.500 € | 5.300 € | 54.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt meist der TVöD mit der Pflegetabelle (P7 für Pflegefachkräfte, höher mit Fachweiterbildung oder Leitung), in Unikliniken der TV-L oder Haustarife, in kirchlichen Häusern die AVR von Caritas oder Diakonie; private Träger und ambulante Dienste zahlen teils deutlich weniger. Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge sowie die Intensivzulage erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Pflegefachfrau mit Schwerpunkt Pädiatrie?
Die Arbeit reicht vom Frühgeborenen mit 600 Gramm bis zum Jugendlichen nach einer Knieoperation. Pflegefachkräfte in der Kinderkrankenpflege messen Vitalzeichen, beobachten Atmung, Hautfarbe und Trinkverhalten, verabreichen Medikamente und Infusionen, deren Dosis genau nach Körpergewicht berechnet wird, versorgen Wunden und legen Magensonden. Sie lagern Säuglinge, wechseln Windeln, helfen beim Füttern und Stillen und bereiten Kinder auf Untersuchungen und Eingriffe vor. Ein großer Teil der Arbeit gilt den Eltern: Sie werden angeleitet, beruhigt, informiert und oft bis zur Entlassung geschult, etwa im Umgang mit Sonde, Inhalation oder Insulin. Hinzu kommen Dokumentation, Übergaben und Visiten mit dem ärztlichen Team. Kinder können Beschwerden oft nicht benennen, deshalb verlangt die Krankenbeobachtung besondere Aufmerksamkeit.
Wie wird man Pflegefachfrau mit Schwerpunkt Pädiatrie?
Seit 2020 gibt es die generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz. Sie dauert in Vollzeit drei Jahre und wechselt zwischen Pflegeschule und praktischen Einsätzen. Wer sich für die Kinderkrankenpflege interessiert, wählt einen Ausbildungsbetrieb mit pädiatrischem Vertiefungseinsatz, meist eine Kinderklinik. Vor dem dritten Jahr besteht das Wahlrecht, statt des generalistischen Abschlusses den gesonderten Abschluss Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder -pfleger zu erwerben; der generalistische Abschluss ist dagegen EU-weit anerkannt und lässt den Wechsel in andere Pflegebereiche offen. Die Ausbildung wird vergütet. Daneben gibt es ein primärqualifizierendes Pflegestudium mit Bachelorabschluss. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss; mit Hauptschulabschluss ist der Zugang über eine abgeschlossene Ausbildung, etwa in der Pflegehilfe, möglich. Für Umsteiger gibt es Teilzeitmodelle, und Pflegehilfskräfte können die Ausbildung teilweise verkürzen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf läuft im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, an Wochenenden und Feiertagen. Personalmangel ist in vielen Kinderkliniken Alltag; Betten werden gesperrt, Dienste kurzfristig getauscht, Pausen fallen aus. Körperlich ist die Arbeit weniger schwer als in der Erwachsenenpflege, verlangt aber langes Stehen und konzentriertes Arbeiten, denn ein Dosierfehler wiegt bei einem Säugling schwerer. Seelisch belastend sind schwer kranke, misshandelte oder sterbende Kinder und Eltern in Angst und Wut. Wer hier arbeitet, muss Geduld mit weinenden Kindern haben, Konflikte mit Angehörigen aushalten und lernen, Erlebtes nicht mit nach Hause zu nehmen.
Aussichten
Pflegefachkräfte werden bundesweit gesucht, in der Kinderkrankenpflege gilt das besonders für Intensivstationen und Neonatologie. Gleichzeitig stehen Kinderkliniken wirtschaftlich unter Druck, einzelne Abteilungen werden zusammengelegt oder geschlossen, was längere Arbeitswege bedeuten kann. Wachsende Bereiche sind die außerklinische Intensivpflege und die ambulante Kinderkrankenpflege. Zur Weiterentwicklung gibt es Fachweiterbildungen in pädiatrischer Intensiv- und Anästhesiepflege, Palliativpflege oder Onkologie, Weiterbildungen zur Praxisanleitung und Stationsleitung sowie Studiengänge in Pflegepädagogik, Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft.
Aufgaben
- Vitalzeichen messen und Kinder an Monitoren überwachen
- Medikamente nach Körpergewicht berechnen, vorbereiten und verabreichen
- Infusionen, Sonden und Zugänge versorgen
- Säuglinge lagern, wickeln, füttern und beim Stillen unterstützen
- Kinder auf Untersuchungen und Operationen vorbereiten
- Eltern anleiten, beraten und auf die Entlassung vorbereiten
- Pflegemaßnahmen dokumentieren und an Visiten teilnehmen
- Im Notfall bei der Reanimation und Erstversorgung mitwirken
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
- Gesundheitliche Eignung und Masernschutznachweis
- Erweitertes Führungszeugnis
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten
- Sorgfalt und sicheres Rechnen bei Dosierungen
- Geduld im Umgang mit Kindern und Belastbarkeit im Kontakt mit besorgten Eltern
- Psychische Stabilität bei schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen
Wo man arbeitet
- Kinderkliniken und Kinderabteilungen von Krankenhäusern
- Neonatologische und pädiatrische Intensivstationen
- Ambulante Kinderkrankenpflegedienste
- Außerklinische Intensivpflege und Kinder-Wohngruppen
- Kinderhospize und Palliativteams
- Kinderarztpraxen und sozialpädiatrische Zentren
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung mit pädiatrischem Vertiefungseinsatz, die mit dem staatlichen Examen als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann endet; alternativ kann im dritten Jahr der gesonderte Abschluss in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege gewählt werden. Daneben führt ein drei- bis vierjähriges Pflegestudium zum Bachelor mit Berufszulassung.
Offene Stellen als Pflegefachfrau / -mann mit Schwerpunkt Pädiatrie
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Verwandte Berufe
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger versorgen Frühgeborene, Kinder und Jugendliche im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege oder in Spezialeinrichtungen. Sie pflegen, überwachen, führen ärztliche Anordnungen aus und beziehen die Eltern eng in die Versorgung ein.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.400 €
Hebamme
Hebammen begleiten Frauen und Familien durch Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie leiten Geburten eigenverantwortlich, erkennen Komplikationen und ziehen bei Bedarf ärztliche Hilfe hinzu.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 3.200 – 5.600 €
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.
- Offene Stellen
- 86
- Monatsbrutto
- 3.050 – 4.700 €
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