Was macht ein Pflegehelfer in der ambulanten Pflege?
Der Arbeitstag besteht aus einer Tour: Mit dem Dienstwagen des Pflegedienstes geht es von Wohnung zu Wohnung, oft zehn bis fünfzehn Einsätze pro Schicht. Bei den Klientinnen und Klienten wird gewaschen, geduscht, beim Anziehen und beim Toilettengang geholfen, das Frühstück vorbereitet oder angereicht, jemand im Bett umgelagert oder in den Rollstuhl gesetzt. Mit entsprechender Qualifikation kommen einfache Aufgaben der Behandlungspflege hinzu, etwa Kompressionsstrümpfe anziehen, Blutdruck messen oder bereits gestellte Medikamente verabreichen. Viele Einsätze umfassen auch Hauswirtschaft: einkaufen, Wäsche waschen, die Wohnung sauber halten. Jeder Besuch wird dokumentiert, meist per Smartphone oder Tablet. Wer Veränderungen bemerkt, etwa eine gerötete Hautstelle, Verwirrtheit oder einen Sturz, gibt das an die verantwortliche Pflegefachkraft weiter. Für viele allein lebende Menschen ist der Pflegedienst der einzige regelmäßige Kontakt am Tag.
Wie wird man Pflegehelfer in der ambulanten Pflege?
Der übliche Weg ist eine ein- bis zweijährige Ausbildung zur Pflegehelferin, Pflegeassistentin oder Altenpflegehelferin an einer Berufsfachschule. Die Regelungen unterscheiden sich bisher von Bundesland zu Bundesland; ab 2027 soll eine bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung von 18 Monaten sie ablösen. Ein Quereinstieg ist verbreitet: Viele Pflegedienste stellen ungelernte Kräfte ein, die einen Basiskurs Pflege von einigen hundert Stunden absolvieren. Für Behandlungspflege wird zusätzlich ein Nachweis wie der Kurs für die Leistungsgruppen 1 und 2 verlangt. Fast immer ist ein Führerschein der Klasse B Voraussetzung. Mit Helferabschluss ist später eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachkraft möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Menschen werden angehoben, gestützt und gedreht, oft in engen Bädern ohne Hilfsmittel und ohne zweite Person. Typisch sind geteilte Dienste: eine Frühtour ab etwa sechs Uhr, eine lange Pause am Mittag und eine Spättour bis in den Abend. Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu. Die Touren sind eng getaktet, weil Pflegekassen einzelne Leistungen mit festen Zeiten abrechnen; Verkehr, Parkplatzsuche und ein Klient, dem es schlechter geht als sonst, bringen den Plan schnell durcheinander. Allein in fremden Wohnungen muss man Entscheidungen treffen, mit Demenz, Einsamkeit, Verwahrlosung und dem Tod von Menschen umgehen, die man über Monate betreut hat. Belastend ist auch, dass für Gespräche oft kaum Zeit bleibt. Viele Stellen werden in Teilzeit angeboten, was das Einkommen weiter schmälert.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst, die meisten von ihnen werden zu Hause versorgt, und viele ambulante Dienste müssen Neuaufnahmen ablehnen, weil Personal fehlt. Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf kaum ein Thema, auch für Menschen nach einer Familienpause oder mit Brüchen im Lebenslauf. Die wichtigste Entwicklung ist die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die deutlich mehr Verantwortung und ein höheres Gehalt bringt. Daneben gibt es Fortbildungen etwa in Palliativpflege, Demenzbetreuung oder Wundversorgung sowie den Wechsel in stationäre Einrichtungen, Tagespflege oder Betreuungsdienste.