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Handwerk & Produktion

Postdoc

Postdocs sind promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die befristet an Hochschulen, Forschungsinstituten oder in Industrielaboren forschen, publizieren und oft auch lehren. Die Stelle gilt als Qualifikationsphase auf dem Weg zur Professur oder in eine Forschungsposition außerhalb der Hochschule.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Postdoc verdient

5.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.600 bis 7.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.600 € 4.900 € 5.300 € 58.800 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 5.500 € 6.000 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 6.500 € 7.500 € 78.000 €

An Hochschulen und den meisten Forschungsinstituten wird nach TV-L oder TVöD bezahlt, meist in Entgeltgruppe 13, als Gruppenleitung auch E14 oder E15. Das tatsächliche Einkommen hängt stark davon ab, ob die Stelle Vollzeit oder nur Teilzeit ist und ob statt eines Arbeitsvertrags ein Stipendium ohne Sozialversicherung gezahlt wird; Postdocs in der Industrie verdienen in der Regel mehr.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Postdoc?

Ein Postdoc arbeitet nach der Promotion eigenständig an Forschungsprojekten, meist in einer Arbeitsgruppe unter Leitung einer Professorin oder eines Professors. In technischen Fächern wie Maschinenbau, Werkstoffwissenschaft oder Produktionstechnik heißt das zum Beispiel: Versuchsreihen an Prüfständen planen, Proben herstellen und auswerten, Fertigungsprozesse simulieren, Messdaten statistisch aufbereiten. In allen Fächern gehört das Schreiben dazu: Fachartikel für Zeitschriften, Konferenzbeiträge, Zwischenberichte für Geldgeber und Anträge für neue Drittmittelprojekte. Viele Postdocs betreuen Doktorandinnen, Master- und Bachelorarbeiten, halten Lehrveranstaltungen oder Übungen und übernehmen organisatorische Aufgaben wie Laborverwaltung, Gerätebeschaffung oder die Abstimmung mit Industriepartnern in gemeinsamen Projekten.

Wie wird man Postdoc?

Voraussetzung ist eine abgeschlossene Promotion, also in der Regel ein Masterstudium mit anschließend drei bis sechs Jahren Doktorarbeit. Eine Ausbildung im engeren Sinn gibt es nicht. Stellen werden über Ausschreibungen von Hochschulen und Instituten vergeben, häufig auch direkt über Kontakte aus der Promotionszeit. Entscheidend sind die eigenen Veröffentlichungen, das Forschungsprofil und Empfehlungen. Ein Quereinstieg ohne Promotion ist nicht möglich. Wer nach einigen Jahren in der Industrie zurück in die Forschung will, kann mit Promotion jedoch durchaus eine Postdoc-Stelle bekommen, vor allem in anwendungsnahen Projekten. Auslandsaufenthalte werden in vielen Fächern erwartet oder zumindest gern gesehen.

Was der Beruf verlangt

Die größte Belastung ist die Unsicherheit. Postdoc-Stellen sind fast immer befristet, oft auf ein bis drei Jahre und an die Laufzeit eines Projekts gebunden. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz begrenzt die Zeit, in der Hochschulen befristet beschäftigen dürfen, danach muss eine Dauerstelle, eine Professur oder ein Wechsel folgen. Dauerstellen sind knapp, sodass viele nach Jahren der Qualifikation ohne Perspektive in der Wissenschaft dastehen. Hinzu kommen Umzüge, teils ins Ausland, die sich schwer mit Familie und Partnerschaft vereinbaren lassen. Der Druck, regelmäßig zu veröffentlichen und Drittmittel einzuwerben, ist hoch. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit wird häufig überschritten, Abende und Wochenenden vor Antragsfristen oder Konferenzen sind verbreitet. Viele Stellen sind zudem nur in Teilzeit ausgeschrieben, obwohl Vollzeitarbeit erwartet wird. Dafür bietet der Beruf große inhaltliche Freiheit, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, an eigenen Fragestellungen zu arbeiten.

Aussichten

Postdoc-Stellen gibt es reichlich, langfristige Stellen in der Wissenschaft dagegen wenig. Nur ein kleiner Teil erreicht eine Professur, etwa über eine Habilitation, eine Nachwuchsgruppenleitung oder eine Juniorprofessur. Weitere Wege führen auf Dauerstellen als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Mittelbau, ins Wissenschaftsmanagement oder in die Forschungsförderung. In technischen Fächern ist der Wechsel in die Industrie gut möglich und oft finanziell attraktiver: Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung, Prozessentwicklung oder technische Leitung in produzierenden Unternehmen suchen promovierte Fachleute. Je länger die Postdoc-Phase dauert, desto genauer prüfen Arbeitgeber außerhalb der Hochschule allerdings, ob praktische Erfahrung vorhanden ist.

Aufgaben

  • Forschungsprojekte planen, durchführen und auswerten
  • Versuche, Messreihen oder Simulationen aufsetzen und Daten analysieren
  • Fachartikel und Konferenzbeiträge schreiben
  • Drittmittelanträge und Projektberichte verfassen
  • Doktorandinnen und Studierende bei Abschlussarbeiten betreuen
  • Lehrveranstaltungen und Übungen halten
  • Mit Industriepartnern und anderen Forschungsgruppen zusammenarbeiten
  • Labor, Geräte und Projektbudgets organisieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Promotion im jeweiligen Fach
  • Eigene wissenschaftliche Veröffentlichungen
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Selbstständige Arbeitsweise und Frustrationstoleranz bei Rückschlägen
  • Bereitschaft zu befristeten Verträgen und häufig zum Ortswechsel
  • Fachspezifische Methodenkenntnisse, etwa in Messtechnik, Simulation oder Datenanalyse

Wo man arbeitet

  • Universitäten
  • Technische Hochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften
  • Außeruniversitäre Forschungsinstitute wie Fraunhofer, Max-Planck, Helmholtz oder Leibniz
  • Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen
  • Forschungseinrichtungen im Ausland

Der Weg in den Beruf

Üblich sind ein Masterstudium von insgesamt etwa fünf Jahren und eine anschließende Promotion von drei bis sechs Jahren. Mit dem Doktortitel bewirbt man sich auf befristete Postdoc-Stellen, die zusammen meist mehrere Jahre dauern und auf eine Professur, eine Dauerstelle oder den Wechsel in die Industrie vorbereiten.

Verwandte Berufe

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter

Forscht, lehrt und schreibt Drittmittelanträge an Hochschule oder Institut – fast immer befristet und oft auf halber Stelle.

Offene Stellen
23
Monatsbrutto
4.300 – 6.600 €

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