Professional Services
Professional-Services-Beraterinnen und -Berater führen bei Hotels, Restaurants und Reiseunternehmen Branchensoftware ein, etwa Hotelverwaltungs-, Kassen- oder Buchungssysteme. Sie richten die Systeme ein, schulen das Personal und begleiten die Umstellung bis zum laufenden Betrieb.
12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Professional Services verdient
4.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 7.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.600 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.200 € | 6.100 € | 7.500 € | 73.200 € |
Einen Tarifvertrag gibt es in der Regel nicht, die Gehälter werden frei verhandelt. Am stärksten wirken Größe und Internationalität des Softwareanbieters, die Vorerfahrung (Quereinstieg aus dem Hotel oder Studium mit IT-Bezug) sowie die Frage, ob Reisetage, Dienstwagen oder variable Anteile gezahlt werden.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Professional Services Consultant in Hotellerie und Gastronomie?
In Gastronomie und Tourismus meint Professional Services meist die Einführungs- und Beratungsabteilung eines Softwareanbieters. Die Beschäftigten bringen ein Property-Management-System, eine Kassenlösung, einen Channel Manager oder eine Reservierungsplattform in den Betrieb des Kunden. Konkret heißt das: Zimmerkategorien, Raten und Steuersätze anlegen, Gästedaten aus dem Altsystem übernehmen, Schnittstellen zu Türschließsystem, Telefonanlage, Buchungsportalen und Buchhaltung einrichten und testen. Danach folgen Schulungen für Rezeption, Reservierung, Service und Küche, häufig vor Ort im Hotel. Am Umstellungstag, dem Go-live, ist der Consultant dabei, prüft den ersten Tagesabschluss und behebt Fehler. Ein Teil der Arbeit läuft remote: Projektpläne abstimmen, Workshops per Video, Dokumentation schreiben, Anfragen an Entwicklung und Support weitergeben.
Wie wird man Professional Services Consultant?
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Viele kommen aus der Praxis: Hotelfachleute, Front-Office- oder Reservierungsleitungen und Restaurantfachleute, die die Abläufe eines Betriebs kennen und sich in Software einarbeiten. Andere haben Hotelmanagement, Tourismusmanagement, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik studiert. Die Produktkenntnis vermitteln die Anbieter selbst in einer Einarbeitung von einigen Wochen bis Monaten. Programmierkenntnisse sind selten Pflicht, ein Verständnis von Datenbanken, Schnittstellen und Excel aber hilfreich. Gute Englischkenntnisse werden fast immer verlangt, da viele Anbieter international arbeiten.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist mit viel Reisetätigkeit verbunden. Je nach Arbeitgeber sind zwei bis vier Tage pro Woche im Hotel beim Kunden üblich, mit Übernachtungen in wechselnden Städten. Umstellungen werden oft in ruhige Zeiten gelegt, also nachts, früh morgens, am Wochenende oder in der Nebensaison, was die Arbeitszeiten unregelmäßig macht. Am Go-live-Tag stehen Rezeption und Gäste unter Druck, und der Consultant muss Probleme schnell lösen, während das Personal nervös ist. Hinzu kommen enge Projektpläne, mehrere parallele Kunden und gelegentlich Erwartungen, die das Produkt nicht erfüllt. Gefragt sind Geduld beim Schulen von Menschen mit sehr unterschiedlicher Technikerfahrung, sauberes Arbeiten bei Daten und Steuereinstellungen sowie die Fähigkeit, Kundenwünsche gegenüber dem eigenen Unternehmen zu vertreten, ohne zu viel zu versprechen.
Aussichten
Die Digitalisierung in Hotellerie und Gastronomie schreitet voran: Cloud-Systeme ersetzen ältere Installationen, Kassen müssen die Vorgaben zur technischen Sicherheitseinrichtung erfüllen, Online-Check-in und digitale Gästemappen verbreiten sich. Entsprechend suchen Softwareanbieter laufend Leute, die Branche und Technik verbinden. Wer aus dem Hotel kommt, findet hier einen Weg aus dem Schichtbetrieb an der Rezeption, tauscht ihn aber gegen Reisen. Weiterentwicklung ist möglich zum Senior Consultant für große Hotelketten, zur Projekt- oder Teamleitung, ins Solution Engineering im Vertrieb, ins Produktmanagement oder in die IT-Leitung einer Hotelgruppe. Der Markt der Anbieter ist allerdings in Bewegung, Übernahmen und Umstrukturierungen kommen vor.
Aufgaben
- Hotel- und Kassensoftware nach den Abläufen des Kunden konfigurieren
- Zimmerkategorien, Raten, Artikel und Steuersätze anlegen
- Gäste- und Buchungsdaten aus Altsystemen übernehmen
- Schnittstellen zu Buchungsportalen, Schließsystemen und Buchhaltung einrichten und testen
- Rezeptions-, Service- und Küchenpersonal schulen
- Go-live vor Ort begleiten und den ersten Tagesabschluss prüfen
- Projektpläne abstimmen und Konfigurationen dokumentieren
- Fehlermeldungen an Support und Entwicklung weitergeben
Voraussetzungen
- Ausbildung oder Berufserfahrung in Hotellerie oder Gastronomie oder ein passendes Studium
- Verständnis für Abläufe an Rezeption, in Reservierung, Service und Buchhaltung
- Sicherer Umgang mit Software, Grundwissen zu Datenbanken und Schnittstellen
- Gute Deutsch- und Englischkenntnisse
- Bereitschaft zu häufigen Dienstreisen, meist Führerschein
- Geduld und Klarheit beim Schulen von Menschen
Wo man arbeitet
- Anbieter von Hotel- und Gastronomiesoftware
- Kassensystemhersteller und ihre Fachhändler
- Buchungs- und Reisetechnologieunternehmen
- IT-Abteilungen von Hotelketten
- Beratungsfirmen für Hotellerie
Der Weg in den Beruf
Ein fester Ausbildungsweg existiert nicht. Üblich sind eine dreijährige Ausbildung etwa zur Hotelfachfrau oder zum Hotelfachmann mit einigen Jahren Praxis oder ein Bachelorstudium in Hotel- oder Tourismusmanagement beziehungsweise Wirtschaftsinformatik, jeweils gefolgt von einer mehrwöchigen bis mehrmonatigen Produkteinarbeitung beim Softwareanbieter.
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