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Recht & Beratung

Rechtsanwaltsfachangestellte/r

Führt Akten und Fristen in der Kanzlei, rechnet nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab und betreibt die Zwangsvollstreckung.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Rechtsanwaltsfachangestellte/r verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.750 € 3.000 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.150 € 3.600 € 37.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.850 € 4.600 € 46.200 €

Große Wirtschaftskanzleien in Ballungsräumen zahlen deutlich über kleinen Kanzleien, verlangen dafür oft Englisch und höheres Tempo. Der Rechtsfachwirt hebt die Spanne merklich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Rechtsanwaltsfachangestellte halten den Betrieb einer Kanzlei zusammen. Der sichtbare Teil ist Mandantenkontakt und Schriftverkehr; der Teil, an dem es ernst wird, ist die Fristenkontrolle. Eine versäumte Berufungsfrist ist ein Haftungsfall, und die Eintragung, Berechnung und Überwachung der Fristen liegt in aller Regel im Sekretariat.

Fachlich stehen drei Gebiete im Vordergrund. Das Kostenrecht nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, in dem sich der Gegenstandswert und die anfallenden Gebühren aus dem Verfahrensverlauf ergeben – eine Rechnung, die kaum jemand außerhalb des Berufs nachvollziehen kann. Die Zwangsvollstreckung, also alles nach dem Urteil: Titel, Klausel, Zustellung, Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, Vermögensauskunft. Und der elektronische Rechtsverkehr, der die Einreichung bei Gericht seit einigen Jahren vollständig verändert hat.

Der Beruf wird bundesweit stark gesucht. Wer Fristen sicher führt und das Kostenrecht beherrscht, hat auf dem Arbeitsmarkt eine gute Position – auch für einen Wechsel in Rechtsabteilungen oder zu Inkassodienstleistern.

Aufgaben

  • Akten anlegen, führen und Wiedervorlagen organisieren
  • Fristen berechnen, eintragen und überwachen
  • Schriftsätze und Schreiben nach Diktat erstellen
  • Kostenrechnungen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz erstellen
  • Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einleiten und verfolgen
  • Schriftverkehr mit Gerichten über das elektronische Anwaltspostfach
  • Mandanten empfangen und Termine koordinieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte
  • Sicherheit in der Fristenberechnung
  • Kenntnisse im Kosten- und Zwangsvollstreckungsrecht
  • Schnelles und fehlerfreies Schreiben
  • Sorgfalt und Verschwiegenheit
  • Erfahrung mit Kanzleisoftware und elektronischem Rechtsverkehr

Wo man arbeitet

  • Anwaltskanzleien jeder Größe
  • Wirtschaftskanzleien
  • Rechtsabteilungen von Unternehmen
  • Inkassodienstleister und Rechtsschutzversicherer
  • Verbände und Kammern

Der Weg in den Beruf

Dreijährige duale Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten vor der Rechtsanwaltskammer. Darauf baut der Rechtsfachwirt auf, der Bürovorsteher- und Leitungsaufgaben eröffnet und in Kanzleien deutlich vergütet wird. Spezialisierungen in Zwangsvollstreckung, Kostenrecht oder Insolvenzrecht werden in Wirtschaftskanzleien gesucht. Der Quereinstieg über eine kaufmännische Ausbildung kommt vor, verlangt aber, das Kostenrecht nachzuholen.

Offene Stellen als Rechtsanwaltsfachangestellte/r

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