Sicherheitstechniker
Sicherheitstechniker sorgen als Fachkräfte für Arbeitssicherheit dafür, dass Beschäftigte im Betrieb nicht verunglücken oder krank werden. Sie beurteilen Gefährdungen, beraten die Unternehmensleitung und prüfen Arbeitsplätze, Maschinen und Abläufe.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sicherheitstechniker verdient
4.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.500 bis 6.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.500 € | 4.000 € | 4.500 € | 48.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.100 € | 4.700 € | 5.400 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 5.700 € | 6.800 € | 68.400 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche und der Tarifbindung ab: In der Metall- und Elektroindustrie nach den Tarifverträgen der IG Metall oder in der Chemie nach dem Tarif der IG BCE wird deutlich mehr gezahlt als bei vielen überbetrieblichen Diensten, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L. Leitungsfunktionen und zusätzliche Qualifikationen wie SiGeKo oder Brandschutz heben das Gehalt spürbar an.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sicherheitstechniker?
Sicherheitstechniker arbeiten meist als Fachkraft für Arbeitssicherheit nach dem Arbeitssicherheitsgesetz. Jeder Betrieb mit Beschäftigten muss eine solche Fachkraft bestellen, intern oder über einen externen Dienst. Im Alltag gehen Sicherheitstechniker durch Werkhallen, Lager, Büros und Baustellen, schauen sich Maschinen, Fluchtwege und Gefahrstofflager an und halten fest, wo Unfälle drohen. Daraus entstehen Gefährdungsbeurteilungen, die sie gemeinsam mit den Verantwortlichen erstellen und fortschreiben, inzwischen auch für psychische Belastungen. Sie untersuchen Arbeitsunfälle, schlagen Schutzmaßnahmen vor, wählen mit aus, welche Schutzausrüstung angeschafft wird, schreiben Betriebsanweisungen und schulen Beschäftigte. Regelmäßig sitzen sie im Arbeitsschutzausschuss mit Betriebsarzt, Betriebsrat und Geschäftsleitung. Sie beraten, ordnen aber nichts an: Die Verantwortung für den Arbeitsschutz bleibt beim Arbeitgeber. Der Begriff wird im Stellenmarkt auch für Monteure von Alarm-, Video- und Zutrittsanlagen verwendet; das ist ein anderer Beruf aus dem Elektrohandwerk.
Wie wird man Sicherheitstechniker?
Der übliche Weg führt über eine technische Berufsausbildung, etwa als Industriemechaniker, Elektroniker oder Chemikant, und einige Jahre Berufspraxis. Danach folgt die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an einer Fachschule, zwei Jahre in Vollzeit oder rund vier Jahre berufsbegleitend. Wer anschließend mindestens ein Jahr als Techniker gearbeitet hat, kann die sicherheitstechnische Fachkunde erwerben. Diese Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit bieten Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und private Träger an; sie besteht aus Präsenzphasen, Selbstlernanteilen und einem Praktikum und dauert meist ein bis zwei Jahre neben dem Beruf. Mit einem Ingenieurstudium heißt die Funktion Sicherheitsingenieur, mit Meisterbrief Sicherheitsmeister.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend tagsüber statt, in externen Diensten aber mit viel Fahrerei zwischen wechselnden Kunden. Begehungen bedeuten Lärm, Staub, Kälte auf Baustellen und Termine in der Nachtschicht, wenn dort gearbeitet wird. Schwer fällt vielen die Rolle zwischen den Stühlen: Sicherheitstechniker müssen Führungskräfte von Investitionen überzeugen, die Geld kosten, und Beschäftigten Gewohnheiten abgewöhnen, etwa das Abschalten von Schutzeinrichtungen. Wer gern Recht behält, wird oft enttäuscht, weil Empfehlungen ignoriert werden können. Nach schweren Unfällen stehen Fragen nach dem eigenen Anteil im Raum. Hinzu kommen viel Dokumentation und ein Regelwerk aus Verordnungen, Technischen Regeln und DGUV-Vorschriften, das sich laufend ändert und ständige Fortbildung verlangt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend, weil die Bestellung gesetzlich vorgeschrieben ist und viele Fachkräfte in den kommenden Jahren in Rente gehen. Besonders gesucht sind Sicherheitstechniker in überbetrieblichen Diensten, in der Industrie und im Bau. Weiterentwickeln kann man sich zum Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator auf Baustellen, zum Brandschutz- oder Gefahrgutbeauftragten, in die Leitung einer Arbeitsschutzabteilung oder in kombinierte Stellen für Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit. Ein berufsbegleitendes Studium öffnet den Weg zum Sicherheitsingenieur, eine Laufbahn bei Berufsgenossenschaften den Weg zur Aufsichtsperson.
Aufgaben
- Arbeitsplätze, Maschinen und Anlagen begehen und auf Gefahren prüfen
- Gefährdungsbeurteilungen erstellen und aktualisieren
- Arbeitsunfälle untersuchen und Ursachen dokumentieren
- Schutzmaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung vorschlagen
- Betriebsanweisungen schreiben und Unterweisungen durchführen
- Geschäftsleitung und Führungskräfte zu Arbeitsschutzpflichten beraten
- im Arbeitsschutzausschuss mitarbeiten und Berichte vorlegen
Voraussetzungen
- abgeschlossene technische Berufsausbildung und Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Meister
- sicherheitstechnische Fachkunde nach DGUV Vorschrift 2 (Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit)
- praktische Berufserfahrung von mindestens einem Jahr als Techniker
- Kenntnis von Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheits- und Gefahrstoffverordnung
- Durchsetzungsvermögen und Geschick im Umgang mit Vorgesetzten und Beschäftigten
- Führerschein und Bereitschaft zu Dienstreisen, vor allem bei externen Diensten
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe in Metall, Chemie und Lebensmittelherstellung
- überbetriebliche sicherheitstechnische Dienste und Prüforganisationen
- Bauunternehmen
- Krankenhäuser und öffentliche Verwaltungen
- Logistik- und Versorgungsunternehmen
- Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
Der Weg in den Beruf
Nach einer technischen Berufsausbildung und Berufspraxis folgt die Fachschule zum staatlich geprüften Techniker (zwei Jahre Vollzeit oder etwa vier Jahre Teilzeit). Nach mindestens einem Jahr Tätigkeit als Techniker schließt sich die berufsbegleitende Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit bei einem Unfallversicherungsträger oder zugelassenen Anbieter an, die meist ein bis zwei Jahre dauert.
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Verwandte Berufe
Sicherheitsingenieur
Sicherheitsingenieure sorgen dafür, dass Menschen in Betrieben gesund bleiben und technische Anlagen sicher laufen. Sie beurteilen Gefährdungen, beraten die Unternehmensleitung und überwachen die Einhaltung von Arbeitsschutz- und Anlagensicherheitsvorschriften.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.900 – 8.000 €
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