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Naturwissenschaft & Forschung

Sportwissenschaftler

Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler untersuchen, wie Bewegung, Training und Sport auf den Körper und die Psyche wirken, und setzen dieses Wissen in Forschung, Leistungssport, Prävention, Rehabilitation oder Gesundheitsmanagement um.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sportwissenschaftler verdient

3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 6.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.300 € 4.400 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.900 € 5.000 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.700 € 6.500 € 56.400 €

Das Gehalt hängt vor allem vom Arbeitsfeld ab: An Hochschulen und Forschungsinstituten wird nach TV-L oder TVöD bezahlt, meist in Entgeltgruppe 13, allerdings oft nur auf Teilzeitstellen, während Fitnessstudios und private Reha-Anbieter häufig ohne Tarif und deutlich niedriger zahlen. Leitungsfunktionen im Gesundheitsmanagement, bei Krankenkassen oder in der Industrie liegen am oberen Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sportwissenschaftler?

Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler beschäftigen sich damit, wie Bewegung den Menschen beeinflusst. Je nach Arbeitsfeld sieht der Alltag sehr unterschiedlich aus. In der Forschung an Hochschulen oder Instituten planen sie Studien, messen Laktatwerte, Sauerstoffaufnahme oder Kraftverläufe, werten Bewegungsanalysen mit Videotechnik und Sensoren aus und schreiben Fachartikel sowie Förderanträge. Im Leistungssport, etwa an Olympiastützpunkten oder in Profivereinen, führen sie Leistungsdiagnostik durch, erstellen Trainingspläne und überwachen Belastung und Erholung von Athletinnen und Athleten. In Rehabilitationskliniken und ambulanten Reha-Zentren leiten sie medizinische Trainingstherapie an, oft zusammen mit Physiotherapie und Ärzteschaft. Andere arbeiten im betrieblichen Gesundheitsmanagement, in Krankenkassen, bei Sportverbänden oder in Fitnessstudios, wo sie Kurse konzipieren, Mitglieder beraten und Personal schulen.

Wie wird man Sportwissenschaftler?

Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium der Sportwissenschaft, das an vielen Universitäten und einigen Hochschulen angeboten wird und meist sechs Semester dauert. Vor der Zulassung steht an den meisten Standorten eine praktische Sporteignungsprüfung, die Ausdauer, Schwimmen, Turnen und Ballsportarten abprüft. Im Studium kommen Trainingswissenschaft, Biomechanik, Sportmedizin, Sportpsychologie, Statistik und Didaktik zusammen. Viele spezialisieren sich im Master auf Prävention und Rehabilitation, Leistungssport, Sportmanagement oder Sportinformatik. Wer in die Forschung will, braucht in der Regel eine Promotion. Zusatzqualifikationen wie Trainerlizenzen oder eine Übungsleiterlizenz für Rehabilitationssport erhöhen die Chancen. Ein Quereinstieg ohne Studium ist kaum möglich, wer aber eine Ausbildung als Physiotherapeut oder Sport- und Fitnesskaufmann hat, kann im Studium darauf aufbauen.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verlangt naturwissenschaftliches Denken und einen sicheren Umgang mit Messtechnik, Statistik und Fachliteratur, oft auch auf Englisch. Wer mit Menschen trainiert, muss erklären, motivieren und Grenzen erkennen können, gerade bei älteren oder kranken Menschen. Die Arbeitszeiten hängen stark vom Feld ab: Im Leistungssport fallen Abend- und Wochenendtermine, Trainingslager und Reisen an, in Fitnessstudios Spätschichten. An Hochschulen sind befristete Verträge und Teilzeitstellen für Promovierende die Regel, was die Lebensplanung erschwert. Ein häufiges Ärgernis ist, dass viele Arbeitgeber außerhalb der Forschung den Abschluss nicht angemessen vergüten und Stellen ausschreiben, die auch mit einer kürzeren Ausbildung besetzt werden könnten.

Aussichten

Der Bedarf an Prävention, Bewegungstherapie und betrieblicher Gesundheitsförderung wächst, auch weil die Bevölkerung altert und Krankenkassen sowie Unternehmen in Gesundheit investieren. Gleichzeitig verlassen jedes Jahr viele Absolventinnen und Absolventen die Hochschulen, und die Stellen im Profisport und in der Wissenschaft sind knapp und begehrt. Gute Chancen haben Bewerberinnen und Bewerber mit klarer Spezialisierung, etwa in Reha und Trainingstherapie, Datenanalyse im Leistungssport oder Gesundheitsmanagement. Entwicklungswege führen zur Leitung einer Therapie- oder Diagnostikabteilung, in die Geschäftsführung von Gesundheitszentren, in die Selbstständigkeit als Trainer oder Berater oder über Promotion und Habilitation zu einer Professur.

Aufgaben

  • Leistungsdiagnostik mit Laktat-, Spiroergometrie- und Kraftmessungen durchführen
  • Trainingspläne für Sportler, Patienten oder Kursteilnehmende erstellen
  • medizinische Trainingstherapie in der Rehabilitation anleiten
  • Bewegungsabläufe mit Video- und Sensortechnik analysieren
  • Studien planen, Daten statistisch auswerten und Ergebnisse veröffentlichen
  • Gesundheitsprogramme für Unternehmen oder Krankenkassen konzipieren
  • Trainer, Übungsleiter und Mitarbeitende fachlich schulen

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium der Sportwissenschaft, für Forschung meist Master und Promotion
  • bestandene Sporteignungsprüfung vor Studienbeginn
  • gute Kenntnisse in Statistik, Anatomie und Physiologie
  • körperliche Fitness und eigene Sportpraxis
  • Fähigkeit, Menschen anzuleiten und zu motivieren
  • gute Englischkenntnisse für Fachliteratur
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Reisetätigkeit je nach Arbeitsfeld

Wo man arbeitet

  • Hochschulen und Forschungsinstitute
  • Olympiastützpunkte, Sportverbände und Profivereine
  • Rehabilitationskliniken und ambulante Reha-Zentren
  • Krankenkassen und Anbieter von betrieblichem Gesundheitsmanagement
  • Fitness- und Gesundheitsstudios
  • Hersteller von Sportartikeln und Messtechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein sechssemestriges Bachelorstudium der Sportwissenschaft mit vorgeschalteter Sporteignungsprüfung, abgeschlossen als Bachelor of Arts oder Bachelor of Science. Viele hängen einen zwei- bis viersemestrigen Master mit Spezialisierung an; für eine Laufbahn in der Forschung folgt eine Promotion von meist drei bis fünf Jahren.

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