Verpackerin Produktion
Verpackerinnen und Verpacker in der Produktion verpacken Waren am Ende der Fertigung von Hand oder an Maschinen, prüfen sie dabei auf Fehler und machen sie versandfertig. Der Beruf ist eine Helfertätigkeit ohne vorgeschriebene Ausbildung und wird meist im Schichtbetrieb ausgeübt.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verpackerin Produktion verdient
2.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.250 bis 3.400 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.250 € | 2.400 € | 2.700 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.350 € | 2.600 € | 3.000 € | 31.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.500 € | 2.850 € | 3.400 € | 34.200 € |
Das Gehalt hängt vor allem von Branche und Tarifbindung ab: In der Chemie- und Pharmaindustrie oder in tarifgebundenen Betrieben der Ernährungsindustrie (Tarifverträge der NGG) liegt es spürbar höher als in nicht tarifgebundenen Betrieben, wo oft nur wenig über dem Mindestlohn gezahlt wird. In der Zeitarbeit gilt der Tarifvertrag zwischen GVP und DGB-Tarifgemeinschaft, dessen unterste Entgeltgruppen nahe am Mindestlohn liegen; Schicht- und Nachtzuschläge erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Verpackerin in der Produktion?
Verpackerinnen und Verpacker arbeiten dort, wo ein Produkt die Fertigung verlässt: in der Lebensmittelindustrie, in Pharma- und Kosmetikbetrieben, bei Herstellern von Kunststoff- und Metallteilen oder bei Versanddienstleistern. Sie nehmen Ware vom Band, legen sie in Schachteln, Schalen oder Folien, kleben Kartons zu, bringen Etiketten an und stapeln die fertigen Einheiten auf Paletten. In vielen Betrieben übernehmen Maschinen das eigentliche Verpacken. Dann bestücken die Beschäftigten die Anlage mit Folie und Kartonzuschnitten, beobachten den Ablauf, beheben kleine Störungen wie verklemmte Packstücke und melden größere an die Schichtleitung. Zur Arbeit gehört eine Sichtkontrolle: beschädigte, falsch etikettierte oder unvollständige Teile werden aussortiert. Stückzahlen, Chargennummern und Ausschuss werden auf Listen oder am Terminal erfasst. Am Schichtende wird der Arbeitsplatz gereinigt, in der Lebensmittelproduktion nach festen Hygieneplänen.
Wie wird man Verpackerin?
Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen ohne Berufsabschluss ein und lernen neue Kräfte in wenigen Tagen bis Wochen am Arbeitsplatz an. Ein Schulabschluss wird oft nicht verlangt, Grundkenntnisse in Deutsch zum Lesen von Arbeitsanweisungen und Etiketten aber schon. Ein großer Teil der Stellen wird über Zeitarbeitsfirmen besetzt, was den Einstieg leicht macht, aber häufig mit befristeten Einsätzen verbunden ist. In der Lebensmittelbranche ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz nötig, die das Gesundheitsamt oder ein beauftragter Anbieter durchführt. Ein Staplerschein ist nützlich und verbessert die Chancen. Wer sich beruflich weiterentwickeln will, kann eine Ausbildung anschließen, etwa zur Maschinen- und Anlagenführerin oder zur Fachkraft für Lagerlogistik; Erfahrung aus der Verpackung erleichtert diesen Schritt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend und monoton. Gearbeitet wird meist im Stehen, oft über acht Stunden mit denselben Handgriffen im Takt der Maschine oder des Bandes. Das belastet Rücken, Schultern und Handgelenke. Kartons und Gebinde müssen gehoben werden, wobei technische Hilfen nicht überall vorhanden sind. In Kühlhäusern der Fleisch- und Molkereiindustrie herrschen niedrige Temperaturen, an anderen Anlagen Lärm, sodass Gehörschutz getragen wird. Schichtarbeit ist die Regel, häufig im Zwei- oder Dreischichtsystem, in manchen Betrieben auch am Wochenende und nachts. Gefordert sind Ausdauer, Sorgfalt trotz Wiederholung und Fingerfertigkeit. Der Verdienst liegt im unteren Bereich und bewegt sich vielerorts nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Über Zeitarbeit Beschäftigte verdienen oft weniger als die Stammbelegschaft und haben geringere Planungssicherheit.
Aussichten
Arbeitskräfte für Verpackung werden laufend gesucht, besonders in der Lebensmittelindustrie, im Versandhandel und vor Saisonspitzen wie dem Weihnachtsgeschäft. Gleichzeitig automatisieren viele Betriebe einfache Packvorgänge, sodass reine Handarbeit langfristig abnimmt. Gefragter werden Beschäftigte, die Verpackungsanlagen bedienen, umrüsten und kleinere Störungen selbst beheben können. Mit Erfahrung ist der Aufstieg zur Maschinenbedienerin oder zur Vorarbeiterin einer Packlinie möglich. Wer dauerhaft bessere Bezahlung und Sicherheit anstrebt, kommt an einer anerkannten Ausbildung kaum vorbei; Weiterbildungen der Arbeitsagentur oder Teilqualifizierungen können dafür ein Weg sein.
Aufgaben
- Produkte vom Band nehmen und in Kartons, Schalen oder Folien verpacken
- Verpackungsmaschinen mit Folie, Etiketten und Kartonzuschnitten bestücken
- Waren per Sichtkontrolle prüfen und fehlerhafte Teile aussortieren
- Etiketten, Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargennummern anbringen und kontrollieren
- Packstücke nach Packschema auf Paletten stapeln und mit Folie sichern
- Stückzahlen und Ausschuss auf Listen oder am Terminal erfassen
- Kleine Maschinenstörungen beheben und größere an die Schichtleitung melden
- Arbeitsplatz und Anlage nach Hygiene- und Reinigungsplan säubern
Voraussetzungen
- Kein Berufsabschluss erforderlich, Anlernen im Betrieb
- Grundkenntnisse in Deutsch zum Lesen von Arbeitsanweisungen und Etiketten
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, oft auch nachts und am Wochenende
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Heben von Kartons
- Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Arbeitsabläufen
- In der Lebensmittelbranche Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
- Von Vorteil: Staplerschein
Wo man arbeitet
- Betriebe der Lebensmittel- und Getränkeindustrie
- Pharma- und Kosmetikhersteller
- Industriebetriebe der Kunststoff-, Metall- und Elektrofertigung
- Versand- und Logistikzentren
- Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in Produktionsbetrieben
Der Weg in den Beruf
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht; neue Beschäftigte werden in wenigen Tagen bis Wochen direkt im Betrieb angelernt. Der Einstieg erfolgt häufig über Zeitarbeit. Wer sich weiterentwickeln will, kann eine zweijährige Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin oder zur Fachlageristin anschließen.
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