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Finanzen & Controlling

Versicherungsberater

Versicherungsberater analysieren den Versicherungsbedarf von Privat- und Firmenkunden, vergleichen Tarife, schließen Verträge ab und helfen im Schadenfall. Gearbeitet wird angestellt bei Versicherern und Maklern, als Vertreter oder als unabhängiger, auf Honorar tätiger Berater.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Versicherungsberater verdient

4.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 7.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.400 € 4.200 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.300 € 5.500 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.600 € 7.500 € 67.200 €

Angestellte bei tarifgebundenen Versicherern werden nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe bezahlt, was im Innendienst zu engen und verlässlichen Spannen führt. Im Außendienst, in Agenturen und bei Maklern kommen Provisionen hinzu, sodass das tatsächliche Einkommen je nach Abschlusszahlen weit über oder unter diesen Werten liegen kann; bei Selbstständigen hängt es fast vollständig vom eigenen Kundenbestand ab.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Versicherungsberater?

Im Mittelpunkt steht das Gespräch mit Kunden: Welche Risiken bestehen, was ist bereits abgesichert, wo gibt es Lücken oder doppelte Verträge? Versicherungsberater erfassen Einkommen, Familiensituation, Wohnverhältnisse oder bei Firmenkunden Betriebsabläufe und Haftungsrisiken. Daraus entsteht ein Vorschlag, etwa für Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Gebäudeversicherung, oft auch für Altersvorsorge. Sie vergleichen Tarife, erklären Bedingungen und Ausschlüsse, dokumentieren die Beratung im gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsprotokoll und reichen Anträge ein. Später passen sie Verträge an, kündigen überflüssige Policen und unterstützen bei Schadenmeldungen. Ein großer Teil der Zeit geht in Verwaltung, Kundensoftware, Telefonate und das Gewinnen neuer Kunden.

Die Bezeichnung wird uneinheitlich verwendet. In Stellenanzeigen meint sie meist Beraterinnen und Berater im Außen- oder Innendienst von Versicherern, Agenturen und Maklerbüros, die über Provisionen mitfinanziert werden. Rechtlich ist der Versicherungsberater nach § 34d Abs. 2 Gewerbeordnung dagegen ein unabhängiger Berater, der ausschließlich gegen Honorar arbeitet und keine Provisionen von Versicherern annehmen darf.

Wie wird man Versicherungsberater?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss. Ein mittlerer Schulabschluss reicht formal, viele Betriebe stellen bevorzugt Bewerber mit Abitur ein. Alternativ führen ein duales Studium oder ein Studium der Versicherungswirtschaft in den Beruf. Quereinsteiger, etwa aus Bank, Vertrieb oder Handel, legen die Sachkundeprüfung zur Geprüften Fachfrau oder zum Geprüften Fachmann für Versicherungsvermittlung bei der IHK ab; Versicherer bieten dafür eigene Vorbereitungskurse an. Wer selbstständig berät, braucht eine Erlaubnis der IHK, eine Berufshaftpflichtversicherung und den Eintrag ins Vermittlerregister. Gesetzlich vorgeschrieben sind außerdem 15 Stunden Weiterbildung pro Jahr.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist Vertrieb, auch wenn er Beratung heißt. Im Außendienst und in Agenturen hängen Einkommen und Ansehen beim Arbeitgeber oft an Abschlusszahlen, und der Druck, Ziele zu erreichen, ist spürbar. Kundentermine liegen häufig am Abend oder am Samstag, weil Berufstätige tagsüber keine Zeit haben. Viele Gespräche führen zu keinem Abschluss, Absagen gehören zum Alltag. Gleichzeitig verlangt die Dokumentationspflicht Sorgfalt, denn Beratungsfehler können haftungsrechtliche Folgen haben. Versicherungsbedingungen und Steuerregeln ändern sich laufend. Schwierig sind auch Schadenfälle, in denen der Versicherer nicht zahlt und der Berater zwischen Kunde und Gesellschaft steht. Im Innendienst sind die Arbeitszeiten geregelter, dafür prägen Bildschirmarbeit und Telefon den Tag.

Aussichten

Die Nachfrage nach Beratung ist stabil, weil Altersvorsorge, Pflege- und Berufsunfähigkeitsabsicherung an Bedeutung gewinnen und viele Vermittler in den nächsten Jahren in Rente gehen. Zugleich verlagern Versicherer einfache Produkte auf Onlineportale und automatisieren den Innendienst, sodass vor allem komplexe Beratung gefragt bleibt. Weiterbildungen zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder zum Versicherungsbetriebswirt öffnen den Weg zu Spezialisierungen wie Gewerbe- oder betriebliche Altersversorgung, zur Leitung einer Agentur, zu Führungsaufgaben im Vertrieb oder in die Selbstständigkeit als Makler oder Honorarberater.

Aufgaben

  • Versicherungsbedarf von Privat- und Firmenkunden im Gespräch ermitteln
  • Tarife und Bedingungen verschiedener Anbieter vergleichen
  • Beratungsgespräche protokollieren und Anträge einreichen
  • Bestehende Verträge prüfen, anpassen oder kündigen
  • Kunden bei Schadenmeldungen unterstützen und mit dem Versicherer verhandeln
  • Neue Kunden über Empfehlungen, Telefonate und Veranstaltungen gewinnen
  • Kundendaten und Termine in der Vertriebssoftware pflegen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder IHK-Sachkundeprüfung Versicherungsvermittlung
  • Für Selbstständige: Erlaubnis nach § 34d GewO, Berufshaftpflicht und Eintrag ins Vermittlerregister
  • Jährlich 15 Stunden nachgewiesene Weiterbildung
  • Sicherheit im Umgang mit Zahlen, Vertragstexten und rechtlichen Bedingungen
  • Kommunikationsstärke und Belastbarkeit bei Absagen und Zielvorgaben
  • Führerschein und Bereitschaft zu Abend- und Wochenendterminen im Außendienst

Wo man arbeitet

  • Versicherungsunternehmen im Innen- und Außendienst
  • Versicherungsagenturen
  • Maklerbüros
  • Banken und Sparkassen
  • Unabhängige Beratungskanzleien auf Honorarbasis
  • Vergleichsportale und Direktversicherer

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit Abschluss vor der IHK. Quereinsteiger können nach einigen Monaten Vorbereitung die IHK-Sachkundeprüfung zum Geprüften Fachmann für Versicherungsvermittlung ablegen. Für die rechtlich geschützte unabhängige Tätigkeit als Versicherungsberater ist zusätzlich eine Erlaubnis nach § 34d Abs. 2 GewO nötig.

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