Verwaltungsfachangestellte/r
Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, Bescheide und Vorgänge in Behörden von Kommune, Land und Bund und sind oft die erste Ansprechperson für Bürger.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verwaltungsfachangestellte/r verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.050 € | 3.300 € | 3.600 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.750 € | 4.100 € | 45.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.850 € | 4.250 € | 4.750 € | 51.000 € |
Grundlage ist der TVöD bei Bund und Kommunen bzw. der TV-L in den Ländern; ausgebildete Verwaltungsfachangestellte werden je nach Stelle meist in die Entgeltgruppen E5 bis E8 eingruppiert, nach dem Angestelltenlehrgang II bis E9b und darüber. Die Stufen spiegeln die Erfahrungsstufen der Tabelle; Jahressonderzahlung und Leistungsentgelt sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Verwaltungsfachangestellte/r ist der Ausbildungsberuf der öffentlichen Verwaltung für die Sachbearbeitung unterhalb des gehobenen Dienstes. Die Arbeit besteht darin, Recht anzuwenden: Ein Antrag geht ein, wird auf Vollständigkeit geprüft, nach den einschlägigen Vorschriften bewertet und mit einem Bescheid beantwortet, der im Streitfall vor dem Verwaltungsgericht halten muss. Das betrifft Wohngeld und Elterngeld ebenso wie Meldewesen, Gewerbeanmeldungen, Haushaltsmittel, Personalvorgänge oder Beschaffungen.
Die Ausbildung ist in Fachrichtungen gegliedert – Bundesverwaltung, Landesverwaltung, Kommunalverwaltung, Kirchenverwaltung sowie Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern – und die Fachrichtung prägt, was später auf dem Schreibtisch liegt. In der Kommune ist es häufig der Bürgerkontakt im Bürgerbüro, Sozialamt oder Ordnungsamt; beim Bund eher Personal-, Haushalts- und Beschaffungsvorgänge in einer Behörde ohne Publikumsverkehr. Hochschulen und Kammern beschäftigen Verwaltungsfachangestellte in Studierendenverwaltung, Drittmittelbewirtschaftung oder Prüfungswesen.
In diesem Bestand sind die meisten Anzeigen Ausbildungsplätze: Städte, eine Bundesbehörde und eine Universität suchen Nachwuchs, Teilzeit wird nicht ausgeschrieben. Das ist typisch, denn die Verwaltung bildet ihren Bedarf weitgehend selbst aus und übernimmt nach bestandener Prüfung in der Regel. Stellen für bereits Ausgebildete werden häufig über die Karriereseiten der Behörden und Stellenportale des öffentlichen Dienstes ausgeschrieben, meist mit Angabe der Entgeltgruppe.
Der Beruf bietet, was der öffentliche Dienst generell bietet: tarifliche Bezahlung mit Erfahrungsstufen, geregelte Arbeitszeit, häufig Gleitzeit und mobiles Arbeiten, eine Zusatzversorgung für das Alter und kaum Kündigungsrisiko. Die Kehrseite ist ein Aufstieg, der an Qualifikationen hängt. Der Angestelltenlehrgang II oder ein Verwaltungsfachwirt öffnet Stellen auf dem Niveau des gehobenen Dienstes, ohne diesen Lehrgang bleibt die Bezahlung in der Regel im mittleren Bereich der Entgelttabelle.
Aufgaben
- Anträge prüfen, Sachverhalte ermitteln und Bescheide erstellen
- Bürger und Antragsteller persönlich, telefonisch und schriftlich beraten
- Gebühren, Beiträge und Leistungen berechnen und anweisen
- Haushaltsmittel bewirtschaften und Zahlungsvorgänge buchen
- Personalvorgänge und Beschaffungen verwaltungsseitig bearbeiten
- Akten führen und Fachverfahren sowie E-Akte pflegen
- Widersprüche vorbereiten und Stellungnahmen entwerfen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten oder vergleichbare Verwaltungsqualifikation
- Sicherheit im Umgang mit Rechtsvorschriften und Verwaltungsverfahren
- Klare schriftliche Ausdrucksweise für Bescheide und Schreiben
- Freundlichkeit und Belastbarkeit im Publikumsverkehr
- Sichere Anwendung von Office-Programmen und Fachverfahren
- Für Bundesbehörden teils Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung
Wo man arbeitet
- Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen
- Landesbehörden und Ministerien
- Bundesbehörden und Bundespolizei
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern
- Kirchliche Verwaltungen
Der Weg in den Beruf
Dreijährige duale Ausbildung in einer Behörde mit Unterricht an der Berufsschule und dienstbegleitenden Lehrgängen am Studieninstitut oder der Verwaltungsschule; die Prüfung nimmt die jeweils zuständige Stelle ab. Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach dem TVAöD bei Bund und Kommunen beziehungsweise dem TVA-L in den Ländern. Nach einigen Jahren Berufspraxis führt der Angestelltenlehrgang II oder die Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt in höhere Entgeltgruppen; alternativ ist ein Studium zum Bachelor of Laws bzw. Arts in Public Administration möglich.
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