Was macht ein Zweiradmechaniker?
Der Arbeitstag spielt sich überwiegend in der Werkstatt ab. Zweiradmechaniker stellen Schaltungen ein, wechseln Bremsbeläge und Ketten, zentrieren Laufräder, entlüften hydraulische Bremsen und tauschen Lager. Bei E-Bikes kommen Fehlerdiagnose am Laptop, Software-Updates für Motorsteuerungen und die Prüfung von Akkus hinzu. In der Fachrichtung Motorradtechnik geht es um Inspektionen, Ölwechsel, Ventilspiel, Vergaser- und Einspritzanlagen sowie um die Vorbereitung zur Hauptuntersuchung. Neue Räder werden aus dem Karton montiert, verkaufsfertig eingestellt und an Kundinnen und Kunden übergeben. Weil viele Werkstätten an einen Laden angeschlossen sind, gehören Beratung, Kostenvoranschläge, Kassieren und das Erklären von Reparaturen zum Alltag. Leasingräder und Garantiefälle bringen außerdem Dokumentationsarbeit mit sich.
Wie wird man Zweiradmechaniker?
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Zweiradmechatroniker, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Gewählt wird die Fachrichtung Fahrradtechnik oder Motorradtechnik. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen Haupt- oder mittleren Schulabschluss. Daneben gibt es die zweijährige Ausbildung zum Fahrradmonteur, die auf die längere Ausbildung angerechnet werden kann. Quereinsteiger ohne Abschluss finden in Fahrradgeschäften oft Arbeit als Montagehelfer, besonders in der Saison. Wer später einen eigenen Betrieb führen oder ausbilden will, legt die Meisterprüfung ab.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet größtenteils im Stehen statt, oft gebückt, mit öligen und schmutzigen Teilen. Motorräder und schwere E-Bikes müssen bewegt und auf Montageständer gehoben werden. Das Geschäft ist stark saisonabhängig: Von März bis Juli stapeln sich die Aufträge, Überstunden und Samstagsarbeit sind dann üblich, während der Winter ruhiger ist. Kundenkontakt kann anstrengend sein, wenn Reparaturen sofort erledigt sein sollen. Die Technik ändert sich schnell, vor allem bei elektrischen Antrieben, sodass regelmäßige Herstellerschulungen nötig sind. Die Bezahlung liegt im Handwerk vergleichsweise niedrig, gerade im Fahrradbereich bewegen sich die Löhne oft nur knapp über dem Mindestlohn.
Aussichten
Durch den Boom bei E-Bikes, Lastenrädern und Dienstradleasing ist die Nachfrage nach Fachkräften hoch, viele Betriebe suchen dauerhaft Personal und haben lange Wartezeiten für Reparaturen. Arbeitsplätze gibt es in Fachgeschäften, bei Herstellern, bei Leasinganbietern mit mobilen Serviceteams und in Werkstätten von Verleihsystemen. Im Motorradbereich ist der Markt kleiner und stärker an Vertragshändler gebunden. Wege nach oben führen über die Meisterprüfung, über eine Weiterbildung zum Techniker oder zum Kundendienstberater oder in die Selbstständigkeit. Auch der Wechsel in den technischen Außendienst von Herstellern ist möglich und meist besser bezahlt.