Verkäufer
Verkäufer bedienen Kasse und Bedientheke, verräumen Ware und beraten Kunden, in diesem Bestand überwiegend in Teilzeit.
479 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.650 € | 2.850 € | 3.150 € | 34.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € |
Grundlage ist die Gehaltsgruppe G II des Einzelhandelstarifs nach Berufsjahren, dazu die übertariflichen Haustarife großer Filialisten. Alle Werte gelten für Vollzeit bei 37,5 bis 38 Wochenstunden; bei Teilzeit sinken sie anteilig.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Verkäufer sind im Einzelhandel für den Verkaufsraum zuständig: Kasse, Warenverräumung, Beratung, Bedientheke. Der Tag ist getaktet von der Anlieferung, dem Kundenstrom und den Öffnungszeiten. Frühschichten beginnen vor der Öffnung mit dem Verräumen der Lieferung, Spätschichten enden mit Kassenabschluss und Reinigung. Dazwischen liegt die Arbeit, die den Beruf tatsächlich ausmacht und in Anzeigen selten benannt wird: Regale auffüllen, Mindesthaltbarkeit prüfen, Abschriften erfassen, Leergut annehmen, Obst und Gemüse durchsehen, an der Theke aufschneiden, abwiegen und einpacken.
Auffällig an diesem Bestand ist der Stundenumfang. Die meisten Anzeigen suchen ausdrücklich Teilzeit und nennen die Wochenstunden bereits im Titel, oft zwischen zehn und dreißig. Das hat eine Folge, die man mitrechnen muss: Gehaltsangaben in Stellenanzeigen und auch die Zahlen weiter unten gelten für Vollzeit. Bei zwanzig Wochenstunden bleibt davon etwa die Hälfte. Wer auf ein volles Monatseinkommen angewiesen ist, muss gezielt nach Vollzeitstellen suchen oder zwei Verträge kombinieren, was sich mit wechselnden Dienstplänen schwer vereinbaren lässt.
Körperlich ist der Beruf anstrengender als sein Ruf: Stehen über die ganze Schicht, Heben von Kisten und Getränkekästen, Ziehen von Rollcontainern, Kälte im Frischebereich. Samstagsarbeit ist die Regel, in vielen Häusern auch der Spätdienst bis zweiundzwanzig Uhr. Dafür ist der Einstieg niedrigschwellig, die Einarbeitung kurz, und Stellen gibt es praktisch überall, auch in kleinen Orten. Wer bleibt, kann zur Ersten Kraft und weiter in die Stellvertretung der Filialleitung aufsteigen; das ist im Einzelhandel ein üblicher und gut begangener Weg.
Aufgaben
- Kasse bedienen, abrechnen und den Kassenabschluss erstellen
- Warenlieferung annehmen, prüfen und in die Regale verräumen
- Mindesthaltbarkeit kontrollieren und Abschriften erfassen
- Obst, Gemüse und Frischeware sichten und nachlegen
- An der Bedientheke aufschneiden, abwiegen und verpacken
- Kunden zu Sortiment, Aktionen und Reklamationen beraten
- Verkaufsraum, Leergutannahme und Sozialräume sauber halten
- Bei der Inventur zählen und Differenzen melden
Voraussetzungen
- Abgeschlossene zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder vergleichbare Verkaufserfahrung
- Bereitschaft zu Früh- und Spätschicht sowie zu Samstagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für Stehen, Heben und Arbeiten im Kühlbereich
- Sicheres Rechnen und Zuverlässigkeit im Umgang mit Bargeld
- Freundlichkeit auch bei Andrang und bei Beschwerden
- Bei Arbeit an der Bedientheke eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
Wo man arbeitet
- Discountfilialen und Supermärkte
- Bedienabteilungen für Fleisch, Käse und Backwaren
- Drogerie-, Textil- und Schuhfilialen
- Bäckereien, Getränkemärkte und Tankstellenshops
- Fachgeschäfte, Hofläden und Kioske
Der Weg in den Beruf
Verkäufer ist ein zweijähriger dualer Ausbildungsberuf, nicht dreijährig. Darin liegt der praktische Kern: Die beiden Jahre werden auf die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel angerechnet, sodass sich der Abschluss mit einem dritten Lehrjahr aufstocken lässt. Viele gehen diesen Weg erst nach einigen Jahren im Beruf, weil der Kaufmannsabschluss Voraussetzung für die Erste Kraft und die Filialleitung ist. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist verbreitet und wird mit einer betrieblichen Einweisung von wenigen Wochen begleitet, führt aber dauerhaft zu einer niedrigeren Einstufung im Tarif.
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