Augenoptiker / Optometrist
Augenoptiker messen die Sehstärke, beraten bei Brillen und Kontaktlinsen und fertigen Sehhilfen in der Werkstatt an. Optometristen sind akademisch oder mit Meisterqualifikation weitergebildet und übernehmen erweiterte Sehprüfungen und Screenings des Auges.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Augenoptiker / Optometrist verdient
2.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.550 € | 2.900 € | 30.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.500 € | 44.400 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von der Qualifikation ab: Meister, Staatlich geprüfte Augenoptiker und Optometristen mit Bachelor verdienen deutlich mehr als Gesellen, Filialleitungen mit Umsatzprämien am meisten. Tarifverträge im Augenoptikerhandwerk werden regional von den Landesinnungsverbänden geschlossen, viele Betriebe und Ketten sind jedoch nicht tarifgebunden und verhandeln frei.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Augenoptiker oder Optometrist?
Im Mittelpunkt steht die Sehhilfe vom ersten Gespräch bis zur Abholung. Augenoptiker ermitteln mit Phoropter und Sehtafel die Refraktion, prüfen das beidäugige Sehen und beraten bei Fassung und Glasart. In der Werkstatt zentrieren sie die Gläser, schleifen sie am Randschleifautomaten in die Fassung ein, bohren randlose Modelle und richten fertige Brillen an Nase und Ohren aus. Reparaturen, Lötarbeiten und das Austauschen von Bügeln gehören ebenso dazu wie Kasse, Warenpflege und Abrechnung mit Krankenkassen. Ein großer Teil des Tages ist Verkauf: Kundinnen beraten, Preise erklären, Zusatzleistungen anbieten. Optometristen arbeiten stärker messend. Sie passen formstabile und weiche Kontaktlinsen an, betreuen Kinder im Myopiemanagement, messen den Augeninnendruck, fotografieren den Augenhintergrund oder führen OCT-Aufnahmen durch. Eine Diagnose stellen dürfen sie in Deutschland nicht. Bei Auffälligkeiten verweisen sie an die Augenarztpraxis.
Wie wird man Augenoptiker oder Optometrist?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung im Augenoptikerhandwerk mit Gesellenprüfung. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein, weil Mathematik und Physik in der Berufsschule eine große Rolle spielen. Nach der Gesellenzeit führt die Meisterschule oder die zweijährige Fachschule zum Staatlich geprüften Augenoptiker. Beide Abschlüsse berechtigen zur Führung eines eigenen Betriebs. Alternativ gibt es Bachelorstudiengänge in Augenoptik und Optometrie, etwa in Aalen, Jena oder Berlin, die sechs bis sieben Semester dauern und oft eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzen oder empfehlen. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist nur als Verkaufshilfe möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit verbindet Feinmotorik mit Kundenkontakt. Gläser müssen auf Zehntelmillimeter genau sitzen, gleichzeitig wartet im Laden die nächste Beratung. Gearbeitet wird überwiegend im Stehen, zu Ladenöffnungszeiten und damit regelmäßig samstags, in Einkaufszentren auch bis in den Abend. In Filialketten gibt es häufig Umsatzziele, die als Druck empfunden werden. Wer sich mit Verkauf schwertut, hat es in diesem Beruf schwer. Hinzu kommt viel Geduld im Umgang mit unzufriedenen Kunden, mit Kindern und älteren Menschen, die sich an Gleitsichtgläser gewöhnen müssen. Die Bezahlung liegt im Vergleich zu anderen Gesundheitsberufen mit ähnlicher Ausbildungsdauer eher niedrig, besonders in den ersten Jahren als Geselle.
Aussichten
Ausgebildete Augenoptiker werden bundesweit gesucht, viele Betriebe finden kaum Nachwuchs. Die alternde Bevölkerung und die steigende Zahl kurzsichtiger Kinder sorgen für dauerhafte Nachfrage, zugleich wächst der Bedarf an Screenings, weil Augenarzttermine knapp sind. Der Markt verschiebt sich zu großen Ketten, Online-Anbieter drücken bei einfachen Brillen die Preise. Spürbar besser gestellt sind Meister, Staatlich geprüfte Augenoptiker und Optometristen mit Bachelor. Ihnen stehen Filialleitung, Spezialisierung auf Kontaktlinsen oder Low Vision, Tätigkeiten in Augenkliniken, in der Glas- und Geräteindustrie oder die Selbstständigkeit offen.
Aufgaben
- Sehstärke mit Phoropter und Sehtafel bestimmen
- Kundinnen bei Fassungen und Glasarten beraten
- Gläser zentrieren und am Randschleifautomaten einschleifen
- Brillen anpassen, ausrichten und reparieren
- Kontaktlinsen anpassen und Träger nachkontrollieren
- Augeninnendruck messen und Fundusaufnahmen erstellen
- Aufträge mit Krankenkassen abrechnen und Ware pflegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Augenoptiker, für erweiterte Aufgaben Meister, Staatlich geprüfter Augenoptiker oder Bachelor in Optometrie
- In der Regel mittlerer Schulabschluss oder Abitur
- Solide Kenntnisse in Mathematik und Physik
- Fingerfertigkeit und genaues Arbeiten
- Freude an Beratung und Verkauf
- Gutes eigenes Sehvermögen, auch Farbsehen
- Bereitschaft zu langem Stehen und Samstagsarbeit
Wo man arbeitet
- Inhabergeführte Augenoptikgeschäfte
- Filialen von Optikerketten
- Augenkliniken und Augenarztpraxen
- Kontaktlinseninstitute
- Hersteller von Brillengläsern und optischen Geräten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Augenoptiker mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Danach führen Meisterschule oder die zweijährige Fachschule zum Staatlich geprüften Augenoptiker; alternativ qualifiziert ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Augenoptik und Optometrie für die Arbeit als Optometrist.
Offene Stellen als Augenoptiker / Optometrist
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Augenoptiker / Optometrist (m/w/d) – Vollzeit
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