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Handwerk & Produktion

Aushilfskraft PKW-Reifenmontage

Aushilfskräfte in der PKW-Reifenmontage wechseln in den Saisonspitzen im Frühjahr und Herbst Räder und Reifen an Autos, wuchten sie aus und lagern sie ein. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, zeitlich meist befristet und ohne Ausbildung zugänglich.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Aushilfskraft PKW-Reifenmontage verdient

2.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.100 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.350 € 2.600 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.300 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.450 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €

Die Bezahlung liegt meist auf oder knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn und wird als Stundenlohn vereinbart. Nur wenige Aushilfen fallen unter die regionalen Tarifverträge des Kfz-Handwerks, bei Einsätzen über Zeitarbeit gilt in der Regel der GVP-DGB-Tarifvertrag für die Zeitarbeit; Überstunden in der Saison erhöhen den Verdienst, Minijobs begrenzen ihn.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Aushilfskraft in der PKW-Reifenmontage?

Der Kern der Arbeit ist der saisonale Radwechsel. Im Frühjahr und Herbst kommen viele Kundinnen und Kunden gleichzeitig, um von Winter- auf Sommerreifen umzurüsten oder umgekehrt. Aushilfskräfte heben das Fahrzeug mit der Hebebühne an, lösen die Radschrauben mit dem Schlagschrauber, nehmen die Räder ab und setzen den anderen Satz auf. Anschließend werden die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgabe angezogen. Wo Reifen auf Felgen aufgezogen werden müssen, bedienen sie die Montiermaschine und danach die Wuchtmaschine, auf der Unwuchten mit Klebe- oder Schlaggewichten ausgeglichen werden. Dazu gehören Luftdruck prüfen und einstellen, Profiltiefe messen, sichtbare Schäden melden, Räder waschen, beschriften und ins Reifenlager tragen. Bei Fahrzeugen mit Reifendrucksensoren muss das System oft neu angelernt werden. Die Arbeit läuft im Takt, häufig sind mehrere Fahrzeuge parallel in Arbeit.

Wie wird man Aushilfskraft in der PKW-Reifenmontage?

Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die Betriebe lernen neue Kräfte in wenigen Tagen an, meist durch Mitlaufen bei erfahrenen Kollegen. Vorkenntnisse aus dem Schrauben am eigenen Auto, aus Kfz-Werkstätten oder anderen handwerklichen Tätigkeiten helfen deutlich. Viele Stellen werden als Minijob, kurzfristige Beschäftigung oder über Zeitarbeitsfirmen vergeben, oft an Studierende, Menschen im Übergang zwischen zwei Jobs oder Rentner. Ein Führerschein ist häufig erwünscht, weil Fahrzeuge auf dem Hof rangiert werden. Wer dauerhaft im Reifenservice bleiben will, kann eine Ausbildung zum Fachkraftbereich nachholen, etwa als Kfz-Mechatroniker oder als Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich hart. Ein Kompletträd wiegt je nach Größe 15 bis über 25 Kilogramm, an einem Tag werden Dutzende davon gehoben, getragen und gestapelt, oft aus Regalen über Kopfhöhe. Rücken, Knie und Handgelenke werden stark belastet, dazu kommen Lärm durch Schlagschrauber und Kompressoren, Schmutz und im Herbst kalte, zugige Werkstatthallen. In der Hochsaison sind lange Tage, Überstunden und Samstagsarbeit üblich, der Zeitdruck ist hoch. Gleichzeitig ist Sorgfalt gefordert: Ein falsch angezogenes Rad kann sich während der Fahrt lösen, deshalb sind Drehmomentvorgaben und Kontrollen nicht verhandelbar. Außerhalb der Saison gibt es kaum Arbeit, die Beschäftigung endet daher oft nach einigen Wochen.

Aussichten

Die Nachfrage ist verlässlich, aber saisonal. Jedes Jahr suchen Reifenhändler, Autohäuser und freie Werkstätten im März und April sowie im Oktober und November zusätzliche Kräfte. Ganzjahresreifen und Elektroautos verändern den Markt langsam, schwerere Räder und Sensorik machen die Arbeit eher anspruchsvoller. Eine dauerhafte Vollzeitstelle entsteht aus einer Aushilfstätigkeit nur selten direkt. Wer sich bewährt, wird aber oft in der nächsten Saison wieder angefragt, kann Aufgaben wie Reifenlager oder Annahme übernehmen oder den Einstieg in eine Ausbildung im Kfz-Bereich finden.

Aufgaben

  • Räder mit Schlagschrauber ab- und anmontieren
  • Radschrauben mit dem Drehmomentschlüssel nach Vorgabe anziehen
  • Reifen auf der Montiermaschine auf Felgen auf- und abziehen
  • Räder auf der Wuchtmaschine auswuchten
  • Luftdruck einstellen und Profiltiefe messen
  • Räder reinigen, beschriften und im Reifenlager einlagern
  • Reifendrucksensoren nach dem Wechsel neu anlernen
  • Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände rangieren

Voraussetzungen

  • Kein bestimmter Schulabschluss oder Ausbildung erforderlich
  • Körperliche Belastbarkeit, besonders für häufiges Heben und Tragen
  • Handwerkliches Geschick und sorgfältiges Arbeiten
  • Bereitschaft zu Überstunden und Samstagsarbeit in der Saison
  • Führerschein Klasse B häufig erwünscht
  • Grundlegende Deutschkenntnisse für Arbeitsanweisungen und Sicherheitsregeln

Wo man arbeitet

  • Reifenfachhandel und Reifenservice-Ketten
  • Autohäuser mit Werkstatt
  • Freie Kfz-Werkstätten
  • Werkstätten von Baumärkten und Autoteilehändlern
  • Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz im Kfz-Bereich

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt ohne Ausbildung über eine Einarbeitung im Betrieb, die meist wenige Tage dauert. Ein Abschluss wird dabei nicht erworben. Wer dauerhaft im Beruf bleiben will, kann eine dreijährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik anschließen.

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