Was macht ein Berufskraftfahrer Klasse CE?
Berufskraftfahrer mit dem Führerschein CE fahren Sattelzüge und Lastzüge mit bis zu 40 Tonnen Gesamtgewicht. Vor der Abfahrt prüfen sie Reifen, Bremsen, Beleuchtung und Kupplung, kontrollieren die Papiere und sichern die Ladung mit Spanngurten, Antirutschmatten oder Kantenschutz. Unterwegs planen sie die Route nach Lenk- und Ruhezeiten, Mautstrecken und Fahrverboten. Beim Kunden docken sie an Rampen an, bedienen teils selbst Ladebordwand oder Hubwagen, lassen Lieferscheine quittieren und melden Schäden oder Verspätungen an die Disposition. Je nach Einsatz sieht der Alltag sehr verschieden aus: Im Nahverkehr stehen viele Stopps am Tag an, im Fernverkehr lange Autobahnstrecken und mehrere Nächte in der Fahrerkabine. Dazu kommen Spezialbereiche wie Gefahrgut, Kühltransporte, Containerverkehr oder Tankwagen.
Wie wird man Berufskraftfahrer Klasse CE?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer, in der der Führerschein C/CE meist vom Betrieb bezahlt wird. Viele kommen aber als Quereinsteiger: Sie erwerben den Führerschein CE in einer Fahrschule und legen die beschleunigte Grundqualifikation vor der IHK ab, die mit 140 Unterrichtsstunden einige Wochen dauert. Häufig übernehmen Arbeitsagentur oder Jobcenter die Kosten, die sonst mehrere tausend Euro betragen. Für den Führerschein ist eine ärztliche Untersuchung mit Sehtest nötig, die regelmäßig wiederholt werden muss. Alle fünf Jahre steht eine Weiterbildung von 35 Stunden an, sonst erlischt die Berechtigung zum gewerblichen Fahren.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist anstrengender, als lange Autobahnfahrten vermuten lassen. Arbeitstage von zwölf Stunden und mehr sind üblich, wenn Wartezeiten an Rampen, Beladung und Staus dazukommen. Im Fernverkehr sind Fahrer oft die ganze Woche unterwegs, schlafen in der Kabine und finden abends häufig keinen Parkplatz. Das belastet Familie und Freundschaften. Langes Sitzen, unregelmäßiges Essen und Schichtbeginn mitten in der Nacht schaden auf Dauer Rücken und Gesundheit. Hinzu kommt Zeitdruck von Disposition und Kunden bei gleichzeitig strengen Vorgaben zu Lenkzeiten, die mit der Fahrerkarte überwacht werden. Verstöße kosten Bußgeld, Unfälle können Existenzen gefährden. Beim Be- und Entladen wird körperlich gearbeitet, bei jedem Wetter. Wer gern selbstständig arbeitet, Ruhe bewahrt und mit Alleinsein zurechtkommt, ist im Vorteil.
Aussichten
In Deutschland fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer, und ein großer Teil der Beschäftigten geht in den nächsten Jahren in Rente. Arbeitsplätze sind deshalb fast überall zu finden, auch für Ältere und Umsteiger. Der Mangel hat die Bezahlung in den letzten Jahren etwas verbessert, doch der Konkurrenzdruck durch ausländische Speditionen hält die Löhne im Fernverkehr niedrig. Bessere Bedingungen bieten oft Werkverkehr großer Unternehmen, Tankstellenbelieferung oder der regionale Verkehr mit festen Touren und Heimkehr am Abend. Mit Zusatzqualifikationen wie dem ADR-Schein für Gefahrgut, Kranschein oder Staplerschein steigen die Chancen. Weiterbildungen führen zum Disponenten, Fuhrparkleiter, Fahrlehrer oder zum Meister für Kraftverkehr, manche machen sich als Transportunternehmer selbstständig.