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Handwerk & Produktion

Brauer und Mälzer

Brauer und Mälzer stellen aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser Bier und Malz her und steuern dabei Maischen, Gärung, Lagerung, Filtration und Abfüllung. Sie arbeiten in Handwerksbrauereien, Großbrauereien und Mälzereien.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Brauer und Mälzer verdient

3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 5.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Betrieb an einen der regionalen Tarifverträge der Brauwirtschaft gebunden ist, die die Gewerkschaft NGG mit den Brauereiverbänden abschließt, etwa mit dem Verein Bayerischer Brauereien. Großbrauereien zahlen meist deutlich mehr als kleine, oft tariffreie Handwerks- und Craft-Brauereien, dazu kommen dort Schichtzulagen, die in den Werten nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Brauer und Mälzer?

Im Sudhaus wird geschrotetes Malz mit Wasser eingemaischt, nach festgelegten Temperaturstufen erhitzt, geläutert und die Würze mit Hopfen gekocht. Danach wird die Würze gekühlt, mit Hefe angestellt und in Gär- und Lagertanks gepumpt. Brauer und Mälzer messen Stammwürze, Temperatur, pH-Wert und Alkoholgehalt, ziehen Proben für das Labor, führen Protokolle und greifen ein, wenn die Gärung nicht nach Plan läuft. Ein großer Teil der Arbeit ist Reinigung: Tanks, Leitungen und Schläuche werden gespült, desinfiziert und kontrolliert, weil schon geringe Verunreinigungen ganze Sude verderben. Hinzu kommen Filtration, das Bedienen der Abfüllanlagen für Flaschen, Dosen und Fässer sowie die Wartung von Pumpen und Ventilen. In Mälzereien steht die Herstellung des Malzes im Mittelpunkt: Gerste oder Weizen weichen, keimen lassen und darren. In großen Betrieben laufen viele Schritte über Leitstände am Bildschirm, in kleinen Brauereien ist mehr Handarbeit gefragt, oft bis hin zu Verkauf, Brauereiführungen und Ausschank.

Wie wird man Brauer und Mälzer?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer Brauerei oder Mälzerei mit Unterricht an der Berufsschule, oft als Blockunterricht an wenigen zentralen Standorten, sodass Auszubildende wochenweise auswärts wohnen. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen mittleren Schulabschluss, weil Chemie, Biologie und Mathematik eine Rolle spielen. Eine Verkürzung ist mit Abitur oder Vorkenntnissen möglich. Quereinsteiger arbeiten in Großbrauereien teils als angelernte Kräfte an Abfüllanlagen, für die eigentliche Brautätigkeit ist der Gesellen- bzw. Facharbeiterbrief aber die Regel. Wer stärker in Technologie oder Führung will, kann Brauwesen oder Getränketechnologie studieren, etwa in Weihenstephan oder Berlin.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernder, als die Automatisierung vermuten lässt. Im Sudhaus ist es heiß und feucht, im Gär- und Lagerkeller kalt, die Böden sind nass, Säcke, Fässer und Schläuche müssen gehoben und gezogen werden. In Abfüllhallen ist es laut. Beim Reinigen wird mit Laugen und Säuren gearbeitet, und in Gärkellern besteht Erstickungsgefahr durch Kohlendioxid, was strikte Sicherheitsregeln verlangt. Großbrauereien produzieren im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, teils auch am Wochenende, in der Saison vor dem Sommer häufen sich Überstunden. Gefragt sind Sorgfalt bei Hygiene und Dokumentation, technisches Verständnis und die Bereitschaft, eintönige Reinigungs- und Kontrollarbeiten genauso gewissenhaft zu erledigen wie das Brauen selbst.

Aussichten

Der Bierkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren, Brauereien werden zusammengelegt oder schließen, und Arbeitsplätze in der Abfüllung fallen durch Automatisierung weg. Gleichzeitig suchen viele Betriebe ausgebildete Fachkräfte, weil wenige Nachwuchskräfte nachkommen, und kleine Brauereien sowie Craft-Bier-Hersteller bieten neue, wenn auch oft schlechter bezahlte Stellen. Wer flexibel beim Wohnort ist, findet in der Regel Arbeit. Aufstiegswege führen über den Braumeister im Handwerk oder Industriemeister, den staatlich geprüften Techniker für Brauwesen und Getränketechnik oder ein Studium. Mit dem Meistertitel ist auch die Gründung einer eigenen Brauerei möglich, ebenso Tätigkeiten in der Qualitätssicherung, im Anlagenbau oder in der Zulieferindustrie.

Aufgaben

  • Malz schroten, einmaischen und Würze im Sudhaus kochen
  • Gärung und Lagerung überwachen und Proben ziehen
  • Stammwürze, Temperatur und pH-Wert messen und protokollieren
  • Tanks, Leitungen und Anlagen reinigen und desinfizieren
  • Bier filtrieren und Abfüllanlagen bedienen
  • Pumpen, Ventile und Maschinen warten
  • Gerste weichen, keimen lassen und darren in der Mälzerei
  • Rohstoffe annehmen und Lagerbestände kontrollieren

Voraussetzungen

  • In der Regel mittlerer Schulabschluss, Kenntnisse in Chemie, Biologie und Mathematik
  • Technisches Verständnis für Pumpen, Steuerungen und Anlagen
  • Sorgfalt bei Hygiene und Dokumentation
  • Körperliche Belastbarkeit bei Hitze, Kälte, Nässe und Lärm
  • Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit
  • Gesundheitszeugnis bzw. Belehrung nach Infektionsschutzgesetz

Wo man arbeitet

  • Großbrauereien
  • Handwerks- und Gasthausbrauereien
  • Mälzereien
  • Craft-Bier-Brauereien
  • Getränkehersteller mit Abfüllbetrieb

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Brauer und Mälzer im Betrieb und an der Berufsschule, die mit der Gesellen- bzw. Facharbeiterprüfung endet. Danach sind Weiterbildungen zum Braumeister, zum Techniker für Brauwesen und Getränketechnik oder ein Studium des Brauwesens möglich.

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