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Technik & Ingenieurwesen

Fachkraft für Fruchtsafttechnik

Fachkräfte für Fruchtsafttechnik verarbeiten Obst und Gemüse zu Säften, Nektaren, Konzentraten und Fruchtgetränken. Sie steuern und überwachen die Anlagen von der Rohwarenannahme bis zur Abfüllung und prüfen die Qualität im Labor.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fachkraft für Fruchtsafttechnik verdient

3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 4.300 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.750 € 3.000 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €

Am stärksten wirkt die Tarifbindung: Größere Hersteller zahlen oft nach regionalen Tarifverträgen der Gewerkschaft NGG für die Erfrischungsgetränke- und Fruchtsaftindustrie, viele kleine Keltereien und Mostereien sind nicht tarifgebunden und zahlen weniger. Schicht-, Nacht- und Überstundenzuschläge in der Erntesaison können das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Fachkraft für Fruchtsafttechnik?

Die Arbeit beginnt bei der Rohware: Äpfel, Trauben, Beeren oder Gemüse werden angeliefert, gewogen, auf Reife, Fäulnis und Zuckergehalt geprüft und eingelagert. Danach wird das Obst gewaschen, verlesen, gemahlen und gepresst. Fachkräfte für Fruchtsafttechnik setzen Enzyme zu, klären und filtrieren den Saft, erhitzen ihn zur Haltbarmachung und dampfen ihn bei Bedarf zu Konzentrat ein, wobei Aromen zurückgewonnen werden. Später mischen sie nach Rezeptur Nektare und Fruchtsaftgetränke, stellen Abfüllanlagen ein und überwachen das Befüllen, Verschließen und Etikettieren von Flaschen, Kartons oder Bag-in-Box-Gebinden. Ein großer Teil des Tages besteht aus Anlagensteuerung am Bildschirm, Kontrollgängen und Messungen: Zuckergehalt in Grad Brix, Säure, Trübung, Temperatur. Dazu kommen Reinigung und Desinfektion der Leitungen und Tanks, kleinere Wartungsarbeiten und die Dokumentation für Hygiene- und Qualitätssicherung.

Wie wird man Fachkraft für Fruchtsafttechnik?

Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung in einem Fruchtsaftbetrieb, einer Kelterei oder Mosterei. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten einen mittleren Schulabschluss oder einen guten Hauptschulabschluss. Hilfreich sind Kenntnisse in Chemie, Biologie und Mathematik. Weil der Beruf klein ist, gibt es nur wenige Berufsschulstandorte, der Unterricht findet daher oft in Blockform und mit Unterbringung in einem Wohnheim statt. Ausbildungsplätze sind überschaubar und regional konzentriert, etwa in Obstanbaugebieten. Quereinsteiger arbeiten häufig zunächst als angelernte Kräfte in der Produktion und können die Abschlussprüfung später als Externe ablegen, wenn sie ausreichend Berufserfahrung nachweisen.

Was der Beruf verlangt

Die Fruchtsaftherstellung ist stark saisonabhängig. In der Erntezeit, vor allem im Spätsommer und Herbst, laufen die Pressen oft rund um die Uhr. Dann sind Schichtarbeit, Überstunden und Wochenendarbeit üblich, Urlaub ist in dieser Zeit meist nicht möglich. Außerhalb der Saison verlagert sich die Arbeit auf Abfüllung, Verarbeitung von Konzentraten und Instandhaltung. In den Produktionshallen ist es nass, laut und je nach Bereich warm oder kühl. Schutzkleidung, Gummistiefel und strenge Hygieneregeln gehören zum Alltag. Es wird viel gestanden und gegangen, gelegentlich müssen Säcke, Schläuche oder Behälter bewegt werden. Reinigungschemikalien und heiße Anlagenteile erfordern sorgfältiges Arbeiten. Wer genau beobachtet, technische Abläufe versteht und bei Störungen ruhig bleibt, kommt in diesem Beruf gut zurecht.

Aussichten

Die Branche ist klein und besteht aus wenigen großen Herstellern und vielen kleinen und mittleren Familienbetrieben. Ausgebildete Fachkräfte sind gesucht, weil nur wenige jährlich ihren Abschluss machen. Die Zahl der Betriebe sinkt allerdings langsam, und die Automatisierung verändert die Arbeit hin zu mehr Anlagenführung und Prozessüberwachung. Das erworbene Wissen lässt sich auch in der übrigen Getränke- und Lebensmittelindustrie einsetzen. Aufstiegsmöglichkeiten bieten Weiterbildungen zum Industriemeister der Fachrichtung Lebensmittel oder Getränke sowie zum staatlich geprüften Techniker für Lebensmitteltechnik. Mit Hochschulreife ist ein Studium der Getränketechnologie oder Lebensmitteltechnologie möglich, das zu Stellen in Produktionsleitung, Qualitätsmanagement oder Produktentwicklung führen kann.

Aufgaben

  • Obst und Gemüse annehmen, wiegen und auf Qualität prüfen
  • Rohware waschen, mahlen und pressen
  • Säfte klären, filtrieren, pasteurisieren und zu Konzentrat eindampfen
  • Nektare und Fruchtsaftgetränke nach Rezeptur mischen
  • Abfüllanlagen einstellen, bedienen und überwachen
  • Zuckergehalt, Säure und Trübung im Labor messen
  • Tanks, Leitungen und Maschinen reinigen und desinfizieren
  • Produktionsdaten und Hygienekontrollen dokumentieren

Voraussetzungen

  • Meist mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • Grundkenntnisse in Chemie, Biologie und Mathematik
  • Technisches Verständnis für Maschinen und Anlagensteuerung
  • Sorgfalt und Bereitschaft zu strenger Hygiene
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Saisonarbeit
  • Belastbarkeit bei Nässe, Lärm und langem Stehen
  • Gesundheitszeugnis bzw. Belehrung nach Infektionsschutzgesetz

Wo man arbeitet

  • Fruchtsaftkeltereien und Mostereien
  • Industrielle Fruchtsaft- und Konzentrathersteller
  • Erfrischungsgetränkehersteller
  • Obstverarbeitende Betriebe der Lebensmittelindustrie
  • Lohnmostereien und Obstgenossenschaften

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in einem Fruchtsaftbetrieb mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Der Berufsschulunterricht findet wegen der wenigen Standorte häufig als Blockunterricht statt. Bei guten Leistungen kann die Ausbildung verkürzt werden.

Offene Stellen als Fachkraft für Fruchtsafttechnik

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