Buchhaltung
Buchhalterinnen und Buchhalter erfassen alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, prüfen Rechnungen, überwachen Zahlungen und bereiten Monats- und Jahresabschlüsse vor. Sie sorgen dafür, dass die Zahlen stimmen und steuerlich sowie handelsrechtlich korrekt sind.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Buchhaltung verdient
3.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 6.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.000 € | 6.200 € | 60.000 € |
Das Gehalt hängt stark von Betriebsgröße, Branche und Qualifikation ab: In Großunternehmen mit Tarifbindung, etwa nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie, und im öffentlichen Dienst nach TVöD oder TV-L liegt es deutlich höher als in kleinen Kanzleien und Handwerksbetrieben ohne Tarif. Der Abschluss als geprüfter Bilanzbuchhalter und Führungsverantwortung bringen die größten Sprünge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Buchhalterin oder ein Buchhalter?
Im Kern geht es darum, jeden Geldfluss eines Unternehmens nachvollziehbar festzuhalten. Eingangsrechnungen werden geprüft, kontiert und zur Zahlung freigegeben, Ausgangsrechnungen den Kunden zugeordnet, Kontoauszüge mit offenen Posten abgeglichen. Wer nicht pünktlich zahlt, bekommt eine Mahnung. Hinzu kommen Umsatzsteuervoranmeldungen, die Abstimmung von Sachkonten, Anlagenbuchhaltung, Reisekostenabrechnungen und Rückstellungen. Zum Monatsende und besonders zum Jahresabschluss werden Abgrenzungen gebucht, Salden abgestimmt und Unterlagen für Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung vorbereitet. Gearbeitet wird fast ausschließlich am Bildschirm, meist mit Programmen wie DATEV, SAP oder Lexware. In größeren Betrieben ist die Arbeit aufgeteilt in Kreditoren-, Debitoren- und Hauptbuchhaltung, in kleinen Firmen erledigt eine Person alles und übernimmt oft auch die Lohnabrechnung.
Wie wird man Buchhalterin oder Buchhalter?
Der Begriff ist kein geschützter Ausbildungsberuf. Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement, Industriekaufmann oder Industriekauffrau oder als Steuerfachangestellte. Danach folgt häufig eine berufsbegleitende Weiterbildung zur geprüften Fachkraft für Finanzbuchhaltung oder später zum geprüften Bilanzbuchhalter vor der IHK, die mehrere Jahre Berufspraxis voraussetzt. Ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Rechnungswesen ist ebenfalls ein Weg, führt aber eher in Controlling oder Wirtschaftsprüfung. Quereinstieg gelingt über Lehrgänge an Volkshochschulen, IHK oder privaten Bildungsträgern, die Arbeitsagentur fördert solche Umschulungen teilweise. Ohne Praxis mit einer gängigen Buchhaltungssoftware ist der Einstieg allerdings schwer.
Was der Beruf verlangt
Gefragt sind Genauigkeit, Ausdauer bei wiederkehrenden Aufgaben und ein solides Verständnis von Steuer- und Handelsrecht, das sich regelmäßig ändert und Weiterbildung erfordert. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig und gut planbar, Teilzeit und Homeoffice sind verbreitet, was den Beruf für Menschen nach einer Elternzeit interessant macht. Belastend sind die Stoßzeiten: Rund um Monatsabschluss, Quartalsmeldungen und vor allem den Jahresabschluss entstehen Termindruck und Überstunden. Fehler fallen oft erst spät auf und müssen aufwendig gesucht werden. Wer langes Sitzen und Routine schlecht verträgt, wird den Alltag als eintönig empfinden. Gleichzeitig muss man mit Kolleginnen aus anderen Abteilungen fehlende Belege einfordern, was nicht immer reibungslos läuft.
Aussichten
Qualifizierte Fachkräfte werden gesucht, besonders Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter, da viele erfahrene Beschäftigte in Rente gehen. Zugleich verändert die Digitalisierung den Beruf deutlich: Belegerfassung, Kontierung und Zahlungsabgleich werden zunehmend automatisiert. Reine Erfassungsstellen werden dadurch weniger, gefragt sind Leute, die Abschlüsse erstellen, Prozesse betreuen und Zahlen erklären können. Entwicklungswege führen zur Bilanzbuchhaltung, zur Leitung eines Buchhaltungsteams, ins Controlling oder mit weiteren Prüfungen in Richtung Steuerfachwirt oder Steuerberatung.
Aufgaben
- Eingangs- und Ausgangsrechnungen prüfen und kontieren
- Kontoauszüge buchen und offene Posten abgleichen
- Zahlungsläufe vorbereiten und Mahnungen versenden
- Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen
- Sachkonten abstimmen und Abgrenzungen buchen
- Monats- und Jahresabschlüsse vorbereiten
- Unterlagen für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung zusammenstellen
- Anlagenbuchhaltung und Reisekosten abrechnen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
- Kenntnisse in Steuer- und Handelsrecht, insbesondere Umsatzsteuer
- Sicherer Umgang mit Buchhaltungssoftware wie DATEV oder SAP sowie Excel
- Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit bei wiederkehrenden Aufgaben
- Bereitschaft zu regelmäßiger Weiterbildung
- Belastbarkeit in Abschlussphasen mit Termindruck
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Steuerberatungskanzleien
- Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Öffentliche Verwaltung und kommunale Betriebe
- Krankenhäuser, Verbände und gemeinnützige Organisationen
- Mittelständische Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kauffrau für Büromanagement, Industriekaufmann oder Steuerfachangestellte. Darauf baut oft die IHK-Weiterbildung zur Fachkraft für Finanzbuchhaltung auf, nach mehreren Jahren Praxis die Prüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter, die berufsbegleitend etwa ein bis zwei Jahre dauert.
Offene Stellen als Buchhaltung
In der Suche fortsetzenBuchhaltung
Buchhaltung in Teilzeit – kaufmännische Angestellte – Abrechnung von Nebenkosten (M/W/D)
Minijob Buchhaltung (m/w/d) - Vorbereitende Kreditorenbuchhaltung mit DATEV
Teamlead Buchhaltung (m/w/d)
Buchhaltung (m/w/d)
Buchhaltung - Finance Manager - Vollzeit (m/w/d)
Verwandte Berufe
Bilanzbuchhalter
Bilanzbuchhalter stellen Monats- und Jahresabschlüsse nach HGB auf, führen die Kostenrechnung und sind Ansprechpartner für Wirtschaftsprüfer.
- Offene Stellen
- 133
- Monatsbrutto
- 3.500 – 7.000 €
Controller
Plant, analysiert und steuert die Zahlen eines Unternehmens – Budget, Kosten, Abweichungen und Prognosen – und berät die Führung bei Entscheidungen.
- Offene Stellen
- 60
- Monatsbrutto
- 3.700 – 7.400 €
Industriekaufmann
Steuert kaufmännische Abläufe in Industrieunternehmen – von Einkauf und Vertrieb über Personal bis Rechnungswesen – nach einer dreijährigen dualen Ausbildung.
- Offene Stellen
- 136
- Monatsbrutto
- 2.850 – 4.950 €
Lohnbuchhalter
Rechnet Löhne und Gehälter ab, beurteilt Steuer- und Beitragspflicht, pfändet, meldet – und arbeitet dabei an einer haftungsträchtigen Stelle.
- Offene Stellen
- 79
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bewerbung über Bewerberportale: was dort anders läuft Große Arbeitgeber nehmen Bewerbungen über ein eigenes Portal an, nicht per E-Mail. Was die...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...